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Geschäftsbericht 2017

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Geschäftsbericht 2017

Continental Konzern Geschäftsbericht 2017

Ausblick des Continental-Konzerns

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Prognoseverfahren
Bereits im Januar des laufenden Geschäftsjahres gibt Continental ihre Einschätzung zur Entwicklung der wichtigen Produktions- und Absatzmärkte bekannt. Hierauf basiert unsere Prognose für wichtige Steuerungsgrößen des Konzerns, die wir zeitgleich veröffentlichen. Dazu zählen der Umsatz und die bereinigte EBIT-Marge für den Konzern. Zusätzlich informieren wir über die Einschätzung zu wichtigen Einflussgrößen auf das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT). Hierzu gehören die erwartete Be- oder Entlastung aus dem geschätzten Verlauf der Rohstoffpreise für das laufende Jahr sowie die erwartete Entwicklung von Sondereffekten und die Höhe der Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen. Damit ermöglichen wir Investoren, Analysten und anderen Interessierten die Überleitung auf das EBIT des Konzerns. Darüber hinaus geben wir eine Einschätzung zur Entwicklung der Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie der Steuerquote für den Konzern bekannt. Dies erlaubt wiederum die Überleitung auf das Konzernergebnis. Außerdem veröffentlichen wir eine Prognose zu den für das laufende Jahr geplanten Sachinvestitionen und dem Free Cashflow vor Akquisitionen. Im Februar des laufenden Geschäftsjahres ergänzen wir diese Prognose für den Konzern um die Prognose für den Umsatz und die bereinigte EBIT-Marge der beiden Kerngeschäftsfelder Automotive Group und Rubber Group. Wir veröffentlichen sie im März im Rahmen der Jahrespressekonferenz und unseres Geschäftsberichts für das vergangene Jahr. Diese Prognose für das laufende Jahr wird kontinuierlich überprüft. Mögliche Änderungen der Prognose werden spätestens in den Finanzberichten zum jeweiligen Quartal beschrieben. Zu Beginn des Folgejahres, d. h. mit der Erstellung des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr, erfolgt ein Abgleich mit der im Geschäftsbericht des Vorjahres veröffentlichten Prognose.

Neben den Zielen für das laufende Jahr hat Continental 2015 eine Mittelfristprognose aufgestellt. Diese setzt sich aus der Konzernstrategie, dem Auftragseingang in der Automotive Group und den Mittelfristzielen der Rubber Group zusammen. Demgemäß wollen wir im Jahr 2020 einen Umsatz von mehr als 50 Mrd € und eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) von mindestens 20 % erzielen. Diese Mittelfristziele wurden auch nach der im Jahr 2017 erfolgten Überprüfung abermals bestätigt.

Prognosevergleich für das vergangene Geschäftsjahr
Die im Februar 2017 aufgestellte Prognose konnten wir in Bezug auf alle Bestandteile erreichen und zum Teil sogar deutlich übertreffen.

Die Prognose für den Konzernumsatz wurde aufgrund der guten Geschäftsentwicklung im Rahmen der Berichterstattung zum ersten Quartal im Mai 2017 und im Rahmen der Berichterstattung zum ersten Halbjahr im August 2017 angehoben. Mit 44,0 Mrd € Konzernumsatz wurde die ursprünglich aufgestellte Prognose um mehr als 1 Mrd € übertroffen.

Die Prognose für die bereinigte Konzern-EBIT-Marge von mehr als 10,5 % wurde über den gesamten Prognosezeitraum beibehalten. Sie lag am Ende des Berichtsjahres bei 10,9 % und damit deutlich über dem prognostizierten Zielwert.

Die Umsatzprognose für die Automotive Group wurde im Verlauf des Berichtsjahres ebenfalls zweimal nach oben korrigiert. Zunächst im Rahmen der Berichterstattung zum ersten Quartal im Mai 2017 und danach im Rahmen der Berichterstattung zum ersten Halbjahr im August 2017. Mit 26,6 Mrd € lag der Umsatz der Automotive Group deutlich über der ursprünglich aufgestellten Prognose von rund 26 Mrd €. Grund dafür war die – im Vergleich zu den Erwartungen – bessere Volumenentwicklung in allen Divisionen der Automotive Group.

Die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge der Automotive Group wurde über den Prognosezeitraum beibehalten. Mit 8,4 % lag sie im Rahmen der Erwartung von rund 8,5 %.

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2017

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2017
1 Unter Annahme konstanter Wechselkurse im Jahresvergleich. Die Belastung durch Wechselkurseinflüsse lag für den Konzern 2017 bei 435 Mio €. Etwa zwei Drittel davon entfallen auf die Automotive Group, rund ein Drittel auf die Rubber Group.
2 Vor Akquisitionen.

Die Prognose von mehr als 17 Mrd € Umsatz für die Rubber Group wurde im Verlauf des Berichtsjahres durchgehend beibehalten. Mit 17,5 Mrd € Umsatz wurde die ursprünglich aufgestellte Prognose übertroffen. Grund dafür war zum einen die früher als erwartet durchgeführte Erstkonsolidierung der Hornschuch Gruppe und zum anderen die gute Volumenentwicklung in den Divisionen Reifen und ContiTech.

Die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge der Rubber Group wurde über den Prognosezeitraum beibehalten. Mit 15,6 % lag sie letztlich über der ursprünglichen Erwartung von mehr als 15 %.

Das negative Finanzergebnis stieg, trotz der guten Entwicklung des Free Cashflow, im Berichtsjahr an. Ursächlich hierfür waren Effekte aus Währungsumrechnung sowie Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten und sonstige Bewertungseffekte. Diese wirkten sich im Jahr 2017 in Summe mit 98,6 Mio € negativ (Vj. positiv 90,4 Mio €) auf das berichtete Finanzergebnis aus. Bereinigt um diese Effekte lag das negative Finanzergebnis mit 187,1 Mio € im Rahmen unserer zum Jahresanfang aufgestellten Prognose von rund 200 Mio € bei konstanten Wechselkursen. Die Steuerquote lag mit 28,7 % leicht unter unserer Prognose von weniger als 30 %.

Der Free Cashflow vor Akquisitionen lag, trotz der leicht gestiegenen Investitionsquote und trotz der Teilabflüsse für im Jahr 2016 gebildete Rückstellungen für Gewährleistungsfälle in der Automotive Group, wie im Vorjahr bei 2,3 Mrd €.

Auftragslage
Die Auftragslage in der Automotive Group hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter positiv entwickelt. Alle drei Automotive- Divisionen konnten ihren Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhen. In Summe akquirierten die Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior Aufträge, die sich über die Gesamtdauer der Belieferung in die Fahrzeuge wertmäßig auf fast 40 Mrd € summieren. Diese sogenannten Lifetime Sales basieren im Wesentlichen auf Annahmen über die Produktionsvolumina der jeweiligen Fahrzeug- oder Motorenplattformen, die vereinbarten Kostenreduzierungen und die Preisentwicklung wichtiger Rohmaterialien. Der hierdurch ermittelte Auftragsbestand stellt eine Richtgröße für den auf mittlere Sicht erzielbaren Umsatz dar, der bei einer Änderung der genannten Einflussgrößen Abweichungen aufweisen kann. Sollten sich die getroffenen Annahmen als richtig erweisen, stellen die Lifetime Sales eine gute Richtgröße für das in vier bis fünf Jahren erreichbare Umsatzvolumen der Automotive Group dar.

Aufgrund des hohen Anteils des Ersatzreifengeschäfts am Umsatz der Division Reifen ist eine Ermittlung eines aussagekräftigen Auftragsbestands nicht möglich. Ähnliches trifft auf die Division ContiTech zu. Sie besteht seit Januar 2018 aus sieben Geschäftsbereichen, die in unterschiedlichen Märkten und Industriezweigen, die wiederum eigenen Einflussfaktoren unterliegen, tätig sind. Eine Konsolidierung der Auftragsbestände der verschiedenen Geschäftsbereiche der Division ContiTech hätte daher nur begrenzte Aussagekraft.

Ausblick des Continental-Konzerns
Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir einen Anstieg der weltweiten Fahrzeugproduktion (Pkw, Kombifahrzeuge und leichte Nutzfahrzeuge) um mehr als 1 % auf 96,5 Mio Einheiten. Für unsere bedeutenden Pkw-Ersatzreifenmärkte Europa und Nordamerika gehen wir von einem Anstieg der Nachfrage um insgesamt 12 Mio Ersatzreifen bzw. einem Nachfrageplus in Höhe von jeweils 2 % aus. Auf Basis dieser Marktannahmen und unter der Voraussetzung konstanter Wechselkurse rechnen wir mit einem Anstieg des Konzernumsatzes 2018 auf rund 47 Mrd €.

Wir haben uns für das Geschäftsjahr 2018 das Ziel gesetzt, auf Konzernebene eine bereinigte EBIT-Marge von rund 10,5 % zu erreichen. Die im Vergleich zum Vorjahr geringere Erwartung an die Entwicklung der bereinigten EBIT-Marge ist dabei im Wesentlichen durch die erwartete Mehrbelastung aufgrund steigender Fixkosten in der Division Reifen und zusätzlich durch steigende Rohstoffkostenbelastungen in der Rubber Group zu erklären. Die Fixkostensteigerung im Reifenbereich resultiert im Wesentlichen aus dem deutlichen Kapazitätsausbau über die vergangenen Jahre. Bereits 2017 führte dies zu einem Anstieg der Abschreibungen um rund 60 Mio € im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Jahr ist wegen des Hochlaufens der Reifenwerke in Clinton, USA, und in Rayong, Thailand, mit einem weiteren Anstieg der Abschreibungen, aber auch anderer Fixkosten zu rechnen, bevor diese beiden Werke ihre ersten Umsätze generieren. Allein diese Belastungen schätzen wir auf rund 120 Mio €. Für die Automotive Group rechnen wir, bei konstanten Wechselkursen, mit einem Umsatzwachstum in Höhe von 7 % auf rund 28,5 Mrd € und einer bereinigten EBIT-Marge von rund 8,5 %. Für die Rubber Group erwarten wir, bei konstanten Wechselkursen, ein Umsatzwachstum auf rund 18,5 Mrd € und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 15 %.

Für das Jahr 2018 rechnen wir mit einer Belastung aus steigenden Rohmaterialpreisen in der Rubber Group in Höhe von rund 50 Mio €. Dabei unterstellen wir einen Durchschnittskurs für Naturkautschuk (TSR 20) in Höhe von 1,84 US-Dollar/kg (2017: 1,67 US-Dollar/kg) und für den Synthesekautschukgrundstoff Butadien in Höhe von 1,60 US-Dollar/kg (2017: 1,51 US-Dollar/kg). Außerdem rechnen wir mit Kostensteigerungen bei Rußen und anderen Chemikalien von mindestens 10 % im Vergleich zu den Durchschnittspreisen des Jahres 2017. Für die Rubber Group errechnet sich je 10 US-Dollar Steigerung des Durchschnittspreises für Rohöl ein jährlicher negativer Bruttoeffekt von rund 50 Mio US-Dollar auf das operative Ergebnis. Der Durchschnittspreis für die Nordseesorte Brent lag im Jahr 2017 bei rund 54 US-Dollar.

Das negative Finanzergebnis vor Effekten aus Währungsumrechnung sowie vor Effekten aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten und sonstigen Bewertungseffekten erwarten wir für 2018 bei weniger als 180 Mio €. Die Steuerquote sollte im Jahr 2018 wiederum unter 30 % liegen.

Für 2018 rechnen wir mit negativen Sondereffekten in Höhe von 100 Mio €. Die Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, die im Wesentlichen aus den Erwerben von Veyance Technologies (Erwerb 2015), Elektrobit Automotive (Erwerb 2015) und der Hornschuch Gruppe (Erwerb 2017) resultieren, werden voraussichtlich bei rund 180 Mio € liegen und hauptsächlich die Divisionen ContiTech und Interior betreffen.

Die Investitionen vor Finanzinvestitionen werden im Geschäftsjahr 2018 steigen und bei rund 7 % vom Umsatz liegen. Die Verteilung zwischen der Automotive und der Rubber Group wird etwa 60 % zu 40 % betragen.

Die größten Projekte innerhalb der Division Chassis & Safety sind im Jahr 2018 weiterhin der weltweite Ausbau der Fertigungskapazitäten im Geschäftsbereich Vehicle Dynamics für die Bremsengenerationen MK 100 und MK C1. Ferner sind umfangreiche Investitionen im Geschäftsbereich Advanced Driver Assistance Systems in den weltweiten Ausbau der Kapazitäten für Fernbereichs- und Kurzstrecken-Radarsensoren sowie für Umgebungs- und Multifunktionskameras geplant. Daneben werden auch erste Investitionen in den Aufbau der Produktion von hochauflösenden 3D-Lidar-Sensoren getätigt. Die Division Powertrain plant Investitionen in ein neues Werk in China. Daneben bilden Investitionen im Geschäftsbereich Hybrid Electric Vehicle den Schwerpunkt des Investitionsprogramms. Neben Investitionen in Kapazitäten für Elektromotoren sind Ausgaben für den Aufbau der Produktion von 48-V-Riemen-Startergeneratoren geplant. Die Division Interior investiert in den Aufbau neuer Werke in Osteuropa und Nordamerika und den Ausbau von F&E-Kapazitäten an einigen europäischen Standorten.

Die Investitionsschwerpunkte im Jahr 2018 in der Division Reifen sind der Ausbau der Pkw-Reifenproduktion in Süd- und Osteuropa, Asien und Nordamerika. Im Bereich Nutzfahrzeugreifen liegt der Fokus im Ausbau der Fertigungskapazitäten in Osteuropa und Nordamerika. In der Division ContiTech bilden 2018 weiterhin eine Werkverlagerung im Geschäftsbereich Mobile Fluid Systems und die Produktionserweiterung im Geschäftsbereich Benecke-Hornschuch Surface Group in China die Investitionsschwerpunkte.

Continental weist zum Jahresende 2017 Netto-Finanzschulden von 2,0 Mrd € aus. Auch in Zukunft wollen wir, im Einklang mit unserem Ziel, die Abhängigkeit von der Automobilerstausrüstung zu verringern, insbesondere das Industriegeschäft weiter stärken. Hierfür sind auch Unternehmenszukäufe nicht ausgeschlossen. Ein weiterer Fokus liegt auf der gezielten Verstärkung unserer Technologiekompetenz in Zukunftsfeldern innerhalb der Automotive Group.

Wir planen, für das Jahr 2018 einen Free Cashflow vor Akquisitionen von rund 2 Mrd € zu erreichen. Der Grund für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist zum einen im Anstieg der Investitionsquote zu sehen. Zum anderen rechnen wir damit, dass der restliche Anteil der 2016 gebildeten Gewährleistungsrückstellungen und die 2016 gebildete Rückstellung für mögliche Kartellstrafen 2018 vollständig abfließen.

Der Start in das Jahr 2018 bestätigt unsere Erwartungen für das Gesamtjahr.

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