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Unternehmenssteuerung

 

Die dauerhafte Steigerung unseres Unternehmenswerts ist ein Kernelement unserer Strategie. Die Finanzierungsstrategie unterstützt wertschaffendes Wachstum.

Wertmanagement
Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren für Continental sind die Entwicklung des Umsatzes, das betrieblich gebundene Kapital und die bereinigte EBIT-Marge sowie die Höhe der Investitionen und der Free Cashflow. Um die finanziellen Leistungsindikatoren auch für Steuerungszwecke einsetzen zu können und die Interdependenzen zwischen diesen Indikatoren abzubilden, verdichten wir diese im Rahmen eines Werttreibersystems zu Kennzahlen. Im Mittelpunkt unserer Unternehmensziele steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts jedes einzelnen Geschäftsbereichs. Dieses Ziel wird erreicht, wenn eine positive Rendite auf das im jeweiligen Geschäftsbereich betrieblich gebundene Kapital erzielt wird. Gleichzeitig muss diese Rendite dauerhaft über den Finanzierungskosten von Eigen- und Fremdkapital, die zur Anschaffung des betrieblichen Kapitals aufgewendet werden, liegen. Entscheidend ist dabei auch, dass Jahr für Jahr der absolute Wertbeitrag (Continental Value Contribution, CVC) erhöht wird. Dies kann über eine Steigerung der Rendite auf das eingesetzte Kapital (bei konstanten Kapitalkosten), eine Senkung der Kapitalkosten (bei konstanter Verzinsung des betrieblichen Kapitals) oder eine Absenkung des betrieblich gebundenen Kapitals im Zeitablauf erreicht werden. Als Messgrößen für die Zielerreichung dienen das operative Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT), das betrieblich gebundene Kapital (Capital Employed) und die durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Die Kapitalkosten werden aus dem gewichteten Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapitalkosten ermittelt.

Continental Value Contribution (CVC)

Continental Value Contribution (CVC)

  • Das operative Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) wird aus dem laufenden Umsatzprozess ermittelt. Es ergibt sich als Saldo von Umsatz und Aufwendungen zuzüglich Beteiligungsergebnis, aber vor Zinsergebnis und Ertragsteuern. Im Jahr 2016 lag das EBIT des Konzerns bei 4,1 Mrd €.
  • Das betrieblich gebundene Kapital sind die Mittel, die zur Erzielung des Umsatzes im Unternehmen gebunden sind. Sie werden bei Continental als Durchschnitt der Bestände der operativen Aktiva zu den jeweiligen Quartalsstichtagen ermittelt. Im Jahr 2016 lagen die durchschnittlichen operativen Aktiva bei 20,5 Mrd €.
  • Setzt man die beiden ermittelten Größen in Bezug zueinander, dann ergibt sich die Kapitalrendite (ROCE). Durch das In-Bezug-Setzen einer Ergebnisgröße der Gewinn- und Verlustrechnung (EBIT) mit einer Bilanzgröße (betrieblich gebundenes Kapital) ergibt sich eine gesamtheitliche Betrachtung. Der Problematik der unterschiedlichen Zeitraumbetrachtungen tragen wir über die Ermittlung des betrieblich gebundenen Kapitals als Durchschnittswert über die Quartalsstichtage Rechnung. Der ROCE lag im Jahr 2016 bei 20,0 % und damit wieder deutlich über den Kapitalkosten. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der ROCE um 0,9 Prozentpunkte aufgrund der im Jahr 2016, insbesondere im dritten Quartal, unabhängig voneinander eingetretenen Sachverhalte in der Automotive Group, die zu einer EBIT-Belastung in Höhe von rund 480 Mio € führten.
  • Um zu überprüfen, wie hoch die Finanzierungskosten liegen, die zur Anschaffung des betrieblich gebundenen Kapitals aufgewendet werden, wird der durchschnittliche gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) ermittelt. Die Eigenkapitalkosten orientieren sich am Ertrag aus einer risikolosen Alternativanlage zuzüglich Marktrisikoprämie, wobei das spezifische Risiko von Continental berücksichtigt wird. Die Grundlage zur Bestimmung der Fremdkapitalkosten bildet der gewichtete Fremdkapitalkostensatz, zu dem sich Continental verschuldet. Im mehrjährigen Durchschnitt betragen die Kapitalkosten für unser Unternehmen rund 10 %.

Zusammensetzung der Brutto-Finanzschulden (<nobr>4.952 Mio €</nobr>)

Zusammensetzung der Brutto-Finanzschulden (4.952 Mio €)

  • Nur wenn die Kapitalrendite (ROCE) über den durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten (WACC) liegt, wird ein Mehrwert erwirtschaftet. Diesen Mehrwert, der sich aus der Subtraktion des WACC vom ROCE multipliziert mit den durchschnittlichen operativen Aktiva ergibt, bezeichnen wir als Continental Value Contribution (CVC). Durch den Rückgang des ROCE um 0,9 Prozentpunkte verringerte sich der CVC im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 99,9 Mio € und erreichte 2.045,3 Mio €.
  • Nachhaltig wird der Unternehmenswert nach unserer Definition erst dann gesteigert, wenn der CVC von Jahr zu Jahr einen positiven Wertzuwachs aufweist. Im Jahr 2016 verringerte sich der CVC zum ersten Mal nach sechs Jahren des Anstiegs aufgrund der zuvor genannten Belastungen.

Kapitalrendite (ROCE) nach Divisionen (in %)
  2016 2015
Chassis & Safety 13,1 19,0
Powertrain 12,5 14,3
Interior 12,6 19,2
Reifen 40,8 39,2
ContiTech 13,5 5,3
Continental-Konzern 20,0 20,9

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Finanzierungsstrategie
Unsere Finanzierungsstrategie zielt auf die Unterstützung eines wertschaffenden Wachstums des Continental-Konzerns bei gleichzeitiger Beachtung einer für die Chancen und Risiken unseres Geschäfts adäquaten Struktur von Eigen- und Fremdkapital.

Die Zentralfunktion Finance & Treasury stellt den notwendigen Finanzierungsrahmen zur Verfügung, um das Wachstum des Konzerns und den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern.

Der jährliche Investitionsbedarf des Unternehmens liegt aktuell bei 6 % bis 6,5 % des Umsatzes. Ausschlaggebend hierfür sind der kontinuierliche Anstieg der Auftragseingänge im Bereich Automotive und die erfolgreiche Umsetzung der Vision 2025 im Reifenbereich, die einen Ausbau der Reifenkapazitäten, insbesondere in Nordamerika und Asien, vorsieht.

Unser Ziel ist es, den laufenden Investitionsbedarf aus dem operativen Cashflow zu finanzieren. Andere Investitionsvorhaben, wie z. B. Akquisitionen, sollen je nach Verschuldungsgrad und Liquiditätssituation mit einer ausgewogenen Mischung aus Eigen- und Fremdmitteln finanziert werden, um kontinuierlich eine Verbesserung im jeweiligen Kapitalmarktumfeld zu erreichen. Grundsätzlich haben wir das Ziel, dass sich das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital (Gearing Ratio) in den kommenden Jahren weiter unter 20 % bewegen und 60 % nicht nachhaltig überschreiten soll. Sofern durch außergewöhnliche Finanzierungsanlässe oder besondere Marktgegebenheiten gerechtfertigt, kann diese Obergrenze unter bestimmten Voraussetzungen überschritten werden. Die Eigenkapitalquote soll 35 % übersteigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Eigenkapitalquote bei 40,7 % und die Gearing Ratio bei 19,0 %.

Die Brutto-Finanzschulden sollen sich in einem ausgewogenen Mix aus Bankverbindlichkeiten und anderen Finanzierungsquellen des Kapitalmarkts bewegen, wobei wir gerade im kurzfristigen Bereich eine breite Palette von Finanzierungsinstrumenten nutzen. Zum Jahresende 2016 bestand der Mix aus Anleihen (68 %), syndiziertem Kredit (0 %), anderen Bankverbindlichkeiten (19 %) und sonstigen Finanzschulden (13 %), bezogen auf die Brutto-Finanzschulden in Höhe von 4.952,3 Mio €. Im April 2016 lief das Festdarlehen über 1,5 Mrd € als Teil des syndizierten Kredits aus. Es wurde bereits bis Ende März 2016 vollständig vorzeitig zurückgezahlt und nicht verlängert. Das zugesagte Volumen des syndizierten Kredits, der nur noch aus der revolvierenden Tranche besteht, hat sich damit seit Ende März 2016 gleichermaßen auf 3,0 Mrd € reduziert (Vj. 4,5 Mrd €). Die Tranche über 3,0 Mrd € wurde um ein Jahr verlängert und läuft bis April 2021. Der Finanzierungsmix wird sich nicht wesentlich verändern.

Fälligkeiten der Brutto-Finanzschulden (<nobr>4.952 Mio €</nobr>)

Fälligkeiten der Brutto-Finanzschulden (4.952 Mio €)

Der Konzern strebt grundsätzlich an, stichtagbezogen eine Liquidität zwischen 1,0 Mrd € und 1,5 Mrd € vorzuhalten. Diese wird durch zugesagte ungenutzte Kreditlinien von Banken ergänzt, um jederzeit den Liquiditätsbedarf abdecken zu können. Er schwankt während des Kalenderjahres insbesondere aufgrund der Saisonalität einzelner Geschäftsfelder. Zudem wird die Höhe des Liquiditätsbedarfs durch das Konzernwachstum beeinflusst. Die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2016 lagen bei 2.107,0 Mio €. Es bestanden darüber hinaus zugesagte und nicht gezogene Kreditlinien in Höhe von 3.888,4 Mio €.

Zum 31. Dezember 2016 beliefen sich die Brutto-Finanzschulden auf 4.952,3 Mio €. Wesentliches Finanzierungsinstrument ist der syndizierte Kredit mit einer revolvierenden Kreditlinie im Volumen von 3,0 Mrd € und einer Laufzeit bis April 2021. Zum 31. Dezember 2016 wurde die revolvierende Kreditlinie nicht in Anspruch genommen.

Rund 67 % der Brutto-Finanzschulden werden zwischen März 2017 und September 2020 fällig und sind über den Kapitalmarkt in Form von Anleihen finanziert. Die Zinskupons variieren zwischen 0,0 % und 3,125 %. Die Rückzahlungsbeträge liegen bei jeweils 750,0 Mio € in den Jahren 2017 und 2018 sowie bei 500,0 Mio € im Jahr 2019. Im Jahr 2020 liegen sie bei 600,0 Mio € und 750,0 Mio €. Zum 31. Dezember 2016 bestanden neben den erwähnten Finanzierungsformen zusätzlich bilaterale Kreditlinien mit verschiedenen Kreditinstituten in Höhe von 1.831,0 Mio €. Neben Finanzierungsleasing gehören aktuell andere Instrumente wie Forderungsverkäufe und Commercial Paper-Programme zu den Finanzierungsinstrumenten des Konzerns.

Laufzeitenprofil
Continental strebt grundsätzlich ein ausgewogenes Laufzeitenprofil ihrer Fälligkeiten an, um die im jeweiligen Jahr fällig werdenden Beträge möglichst aus dem Free Cashflow tilgen zu können. In den Jahren 2017 und 2018 stehen neben den kurzfristigen Fälligkeiten, die in aller Regel in das nächste Jahr weitergerollt werden, die Rückzahlungen der im März 2017 und Juli 2018 fälligen Anleihen über jeweils 750,0 Mio € an. Im Hinblick auf die im März 2017 fällige Anleihe wurde Ende November 2016 eine Euro-Anleihe über 600,0 Mio € mit einem Zinskupon von 0,0 % platziert.

Continental-Kreditrating weiter verbessert
Continental wurde im Berichtszeitraum von den drei Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Fitch und Moody’s eingestuft. Auch nach Bekanntgabe der drei wesentlichen Akquisitionen (Hoosier Racing Tire, Zonar Systems und Hornschuch Gruppe) und der Änderung der Prognose für das Berichtsjahr bestätigten alle drei Agenturen das Kreditrating der Continental AG im Investment Grade-Bereich. Grund hierfür ist die weiterhin gute operative Entwicklung des Unternehmens. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Continental AG am 11. Mai 2016 von BBB mit positivem Ausblick auf BBB+ mit stabilem Ausblick hoch. Fitch hob ihr Kreditrating am 24. Oktober 2016 ebenfalls auf BBB+ mit stabilem Ausblick an. Moody’s behielt ihr Kreditrating für die Continental AG unverändert bei.

Kreditrating von Continental
  2016 2015
Standard & Poor’s1    
langfristig BBB+ BBB
kurzfristig A-2 A-2
Ausblick stable positive
Fitch2    
langfristig BBB+ BBB
kurzfristig F2 F2
Ausblick stable positive
Moody’s3    
langfristig Baa1 Baa1
kurzfristig kein Rating kein Rating
Ausblick stable stable

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