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Unternehmenssteuerung

 

Die dauerhafte Steigerung unseres Unternehmenswerts ist ein Kernelement unserer Strategie. Die Finanzierungsstrategie unterstützt wertschaffendes Wachstum.

Wertmanagement
Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren für Continental sind die Entwicklung des Umsatzes, des betrieblich gebundenen Kapitals (Capital Employed) und der bereinigten EBIT-Marge sowie die Höhe der Investitionen und der Free Cashflow. Um die finanziellen Leistungsindikatoren auch für Steuerungszwecke einsetzen zu können und die Interdependenzen zwischen diesen Indikatoren abzubilden, verdichten wir diese im Rahmen eines Werttreibersystems zu Kennzahlen. Im Mittelpunkt unserer Unternehmensziele steht dabei die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts jedes einzelnen Geschäftsbereichs. Dieses Ziel wird erreicht, wenn eine positive Rendite auf das im jeweiligen Geschäftsbereich betrieblich gebundene Kapital erzielt wird. Gleichzeitig muss diese Rendite jedoch dauerhaft über den Finanzierungskosten von Eigen- und Fremdkapital, die zur Anschaffung des betrieblichen Kapitals aufgewendet werden, liegen. Entscheidend ist dabei auch, dass Jahr für Jahr der absolute Wertbeitrag erhöht wird. Dies kann über eine Steigerung der Rendite auf das eingesetzte Kapital (bei konstanten Kapitalkosten), eine Absenkung der Kapitalkosten (bei konstanter Verzinsung des betrieblichen Kapitals) oder eine Absenkung des betrieblich gebundenen Kapitals im Zeitablauf erreicht werden. Als Messgrößen für die Zielerreichung dienen das operative Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT), das betrieblich gebundene Kapital und die durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Die Kapitalkosten werden aus dem gewichteten Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapitalkosten ermittelt.

  • Das operative Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) wird aus dem laufenden Umsatzprozess ermittelt. Es ergibt sich als Saldo von Umsatz und Kosten zuzüglich Beteiligungsergebnis, aber vor Zinsergebnis und Ertragsteuern. Im Jahr 2015 lag das EBIT des Konzerns bei 4,1 Mrd €.
  • Das betrieblich gebundene Kapital sind die Mittel, die zur Erzielung des Umsatzes im Unternehmen gebunden sind. Sie werden bei Continental als Durchschnitt der Bestände der operativen Aktiva zu den jeweiligen Quartalsstichtagen ermittelt. Im Jahr 2015 lagen die durchschnittlichen operativen Aktiva bei 19,7 Mrd €.
  • Setzt man die beiden ermittelten Größen in Bezug zueinander, dann ergibt sich die Kapitalrendite (ROCE). Durch das In-Bezug-Setzen einer Ergebnisgröße der Gewinn- und Verlustrechnung (EBIT) mit einer Bilanzgröße (betrieblich gebundenes Kapital) ergibt sich eine gesamtheitliche Betrachtung. Der Problematik der unterschiedlichen Zeitraumbetrachtungen tragen wir über die Ermittlung des betrieblich gebundenen Kapitals als Durchschnittswert über die Quartalsstichtage Rechnung. Der ROCE lag im Jahr 2015 bei 20,9 % und stieg damit das sechste Jahr in Folge.
  • Um zu überprüfen, wie hoch die Finanzierungskosten liegen, die zur Anschaffung des betrieblich gebundenen Kapitals aufgewendet wurden, wird der durchschnittliche gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) ermittelt. Die Eigenkapitalkosten orientieren sich am Ertrag aus einer risikolosen Alternativanlage zuzüglich Marktrisikoprämie, wobei das spezifische Risiko von Continental berücksichtigt wird. Die Grundlage zur Bestimmung der Fremdkapitalkosten bildet der gewichtete Fremdkapitalkostensatz, zu dem sich Continental verschuldet. Im mehrjährigen Durchschnitt betragen die Kapitalkosten für unser Unternehmen rund 10 %.

Steigerung des Wertbeitrags

Steigerung des Wertbeitrags

Zusammensetzung der Brutto-Finanzschulden (5.245 Mio €)

Zusammensetzung der Brutto-Finanzschulden (5.245 Mio €)

  • Nur wenn die Kapitalrendite (ROCE) über den durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten (WACC) liegt, wird ein Mehrwert erwirtschaftet. Diesen Mehrwert, der sich aus der Subtraktion des WACC vom ROCE multipliziert mit den durchschnittlichen operativen Aktiva ergibt, bezeichnen wir als Continental Value Contribution (CVC). Durch die Steigerung des ROCE um 0,9 Prozentpunkte konnte auch im Jahr 2015 der CVC gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.
  • Nachhaltig wird der Unternehmenswert nach unserer Definition erst dann gesteigert, wenn der CVC von Jahr zu Jahr einen positiven Wertzuwachs aufweist. Im Jahr 2015 stieg der CVC das sechste Jahr in Folge.

Kapitalrendite (ROCE) nach Divisionen (in %)
  2015 2014
Chassis & Safety 19,0 17,2
Powertrain 14,3 -3,5
Interior 19,2 15,9
Reifen 39,2 37,1
ContiTech 5,3 30,8
Continental-Konzern 20,9 20,0

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Finanzierungsstrategie
Unsere Finanzierungsstrategie zielt auf die Unterstützung eines wertschaffenden Wachstums des Continental-Konzerns bei gleichzeitiger Beachtung einer für die Chancen und Risiken unseres Geschäfts adäquaten Struktur von Eigen- und Fremdkapital.

Die Zentralfunktion Finance & Treasury stellt den notwendigen Finanzierungsrahmen zur Verfügung, um das Wachstum des Konzerns und den Bestand des Unternehmens langfristig zu sichern. Der jährliche Investitionsbedarf des Unternehmens lag im langfristigen Mittel zwischen 5 % und 6 % des Umsatzes. Für das Jahr 2016 wird die Investitionsquote vor Akquisitionen erneut bei rund 6 % vom Umsatz erwartet.

Unser Ziel ist es, den laufenden Investitionsbedarf aus dem operativen Cashflow zu finanzieren. Andere Investitionsvorhaben, wie z. B. Akquisitionen, sollen je nach Verschuldungsgrad und Liquiditätssituation mit einer ausgewogenen Mischung aus Eigen- und Fremdmitteln finanziert werden, um kontinuierlich eine Verbesserung im jeweiligen Kapitalmarktumfeld zu erreichen. Grundsätzlich haben wir das Ziel, dass sich das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital (Gearing Ratio) in den kommenden Jahren unter 20 % bewegen und 60 % nicht nachhaltig überschreiten soll. Sofern durch außergewöhnliche Finanzierungsanlässe oder besondere Marktgegebenheiten gerechtfertigt, kann diese Obergrenze unter bestimmten Voraussetzungen überschritten werden. Die Eigenkapitalquote soll 35 % übersteigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Eigenkapitalquote bei 40,2 % und die Gearing Ratio bei 26,8 %.

Die Brutto-Finanzschulden sollen sich in einem ausgewogenen Mix aus Bankverbindlichkeiten und anderen Finanzierungsquellen des Kapitalmarkts bewegen, wobei wir gerade im kurzfristigen Bereich eine breite Palette an Finanzierungsinstrumenten nutzen. Zum Jahresende 2015 bestand der Mix aus Anleihen (53 %), syndiziertem Kredit (12 %), anderen Bankverbindlichkeiten (21 %) und sonstigen Finanzschulden (14 %), bezogen auf die Brutto-Finanzschulden in Höhe von 5.244,8 Mio €. Im April 2016 läuft das Festdarlehen als Teil des syndizierten Kredits aus. Das Festdarlehen beläuft sich aktuell auf 350,0 Mio €. Die revolvierende Kreditlinie über 3,0 Mrd € läuft bis April 2020. Der Finanzierungsmix wird sich nicht wesentlich verändern.

Der Konzern strebt grundsätzlich an, stichtagbezogen eine Liquidität zwischen 1,0 Mrd € und 1,5 Mrd € vorzuhalten, welche durch zugesagte ungenutzte Kreditlinien von Banken ergänzt wird, um jederzeit den Liquiditätsbedarf abdecken zu können. Dieser schwankt während des Kalenderjahres insbesondere aufgrund der Saisonalität einzelner Geschäftsfelder. Zudem wird die Höhe des Liquiditätsbedarfs durch das Konzernwachstum beeinflusst. Die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2015 lagen bei 1.621,5 Mio €. Es bestanden darüber hinaus zugesagte und nicht gezogene Kreditlinien in Höhe von 3.611,5 Mio €.

Zum 31. Dezember 2015 beliefen sich die Brutto-Finanzschulden auf 5.244,8 Mio €. Größtes Finanzierungsinstrument ist ein syndizierter Kredit im Volumen von 3,35 Mrd €. Er besteht aus einem Festdarlehen über nominal 350,0 Mio € und einer revolvierenden Kreditlinie über 3,0 Mrd €. Das Festdarlehen hat eine Laufzeit bis April 2016 und die revolvierende Kreditlinie wird im April 2020 fällig. Zum 31. Dezember 2015 lag die Ausnutzung der revolvierenden Kreditlinie bei 297,9 Mio €.

Rund 52 % der Brutto-Finanzschulden werden zwischen März 2017 und September 2020 fällig und sind über den Kapitalmarkt in Form von Anleihen finanziert. Die Zinskupons variieren zwischen 0,5 % und 3,125 %. Die Rückzahlungsbeträge je Fälligkeit liegen bei 750,0 Mio € jeweils in den Jahren 2017, 2018 und 2020 sowie bei 500,0 Mio € im Jahr 2019. Zum 31. Dezember 2015 bestanden neben den erwähnten Finanzierungsformen zusätzlich bilaterale Kreditlinien mit verschiedenen Kreditinstituten in Höhe von 2.005,1 Mio €. Neben Finanzierungsleasing gehören aktuell andere Instrumente wie Forderungsverkäufe und Commercial Paper-Programme zu den Finanzierungsinstrumenten des Konzerns.

Fälligkeiten der Brutto-Finanzschulden (5.245 Mio €)

Fälligkeiten der Brutto-Finanzschulden (5.245 Mio €)

Laufzeitenprofil
Continental strebt grundsätzlich ein ausgewogenes Laufzeitenprofil ihrer Fälligkeiten an, um die im jeweiligen Jahr fällig werdenden Beträge möglichst aus dem Free Cashflow tilgen zu können. In den Jahren 2016 und 2017 stehen neben den kurzfristigen Fälligkeiten, die in aller Regel in das nächste Jahr weitergerollt werden, die Fälligkeit des Festdarlehens über aktuell 350,0 Mio € sowie die Rückzahlung der im März 2017 fälligen Anleihe über 750,0 Mio € an. Aufgrund der soliden Finanzierungssituation des Unternehmens gehen wir aktuell davon aus, das Festdarlehen nicht zu verlängern.

Continental-Kreditrating weiter verbessert
Continental wurde im Berichtszeitraum von den drei Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Fitch und Moody’s eingestuft. Auch nach Abschluss des Kaufs von Veyance Technologies am 30. Januar und von Elektrobit Automotive am 1. Juli 2015 bestätigten alle drei Agenturen das Kreditrating der Continental AG im Investment Grade-Bereich. Grund hierfür ist die weiterhin sehr gute operative Entwicklung des Unternehmens. Die Ratingagentur Moody’s hob das Rating für Continental aufgrund der soliden Geschäftsentwicklung am 30. Juni 2015 auf Baa1 an. Zuvor hatte S&P am 20. Mai 2015 das Rating für Continental mit BBB bestätigt, den Ausblick aber von stabil auf positiv angehoben.

Kreditrating von Continental
  2015 2014
Standard & Poor’s1    
langfristig BBB BBB
kurzfristig A-2 A-2
Ausblick positive stable
Fitch2    
langfristig BBB BBB
kurzfristig F2 F2
Ausblick positive positive
Moody’s3    
langfristig Baa1 Baa3
kurzfristig kein Rating kein Rating
Ausblick stable stable

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