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Konzernstrategie

Unsere Strategie umfasst sieben sich ergänzende Handlungsfelder, die darauf ausgerichtet sind, nachhaltig Wert zu schaffen und damit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Die Anforderungen an die Mobilität verändern sich kontinuierlich, nicht zuletzt wegen der fortschreitenden Digitalisierung. Daraus entstehen Chancen für neue Dienstleistungen rund um die Mobilität. Für Continental bedeutet dies die Möglichkeit zur Ergänzung des bisherigen Geschäftsmodells bzw. bestehender Produkte um softwarebasierte Zusatzdienste (Servitization) sowie Mobilitätsdienste (Mobility Services) in Form von reinen Softwareprodukten für den Endverbrauchermarkt.

Sieben strategische Handlungsfelder zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts
Unsere sieben strategischen Handlungsfelder ergänzen sich gegenseitig und sind darauf ausgerichtet, nachhaltig Wert für alle Stakeholder zu schaffen sowie die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

1. Wertsteigerung – dauerhafte Steigerung des Unternehmenswerts
Dauerhafte Steigerung des Unternehmenswerts heißt für uns nachhaltiger Erfolg unter Berücksichtigung der Kapitalkosten. Unsere Zielmarke liegt bei mindestens 20 % Rendite auf das betrieblich gebundene Kapital. Dieses Ziel konnten wir auch 2016 wieder erreichen. Allerdings sank die Rendite im Jahresvergleich wegen einer Reihe voneinander unabhängiger Ereignisse, die im Berichtsjahr, insbesondere im dritten Quartal, zu einer Belastung in Höhe von rund 480 Mio € führten.

Continental Value Contribution (CVC)

Continental Value Contribution (CVC)

2. Regionale Umsatzbalance – weltweit ausgewogene Umsatzverteilung
Wir wollen eine weltweit ausgewogene regionale Umsatzverteilung erreichen. So werden wir unabhängiger von einzelnen regionalen Absatzmärkten sowie von Markt- und Konjunkturschwankungen. Um das zu erreichen, nutzen wir die Chancen, die sich auf den wachsenden Märkten in Asien und Nordamerika bieten, während wir unsere starke Marktposition in Europa festigen. Den Konzernumsatzanteil in den asiatischen Märkten wollen wir sukzessive auf 30 % steigern. In China wollen wir in den nächsten Jahren überproportional wachsen, und in Nord- und Südamerika soll der Umsatzanteil von insgesamt mindestens 25 % gehalten werden.

Im Berichtsjahr lag der Umsatzanteil in Asien bei 21 %. In Nord- und Südamerika lag der Umsatzanteil bei insgesamt 28 %.

3. Top-Marktposition – unter den drei führenden Anbietern in allen relevanten Märkten
In den Bereichen Kundenorientierung, Qualität und Marktanteil wollen wir dauerhaft zu den drei weltweit führenden Anbietern gehören. So können wir unsere Zukunft aus einer führenden Position heraus planen und damit die technologische Entwicklung in einzelnen Branchen maßgeblich vorantreiben.

Wesentlicher Erfolgsfaktor und Treiber für die künftige Entwicklung ist unsere starke Präsenz in den innovativen, zukunftsträchtigen Technologiebereichen der Kraftfahrzeugindustrie.

Konzernstrategie im Überblick

Konzernstrategie im Überblick


4. Im Markt für den Markt – hoher Lokalisierungsgrad
Mindestens acht von zehn Applikationsentwicklungen sollen vor Ort entstehen, ebenso hoch soll der lokale Produktionsanteil sein. So kommen wir am besten den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Kunden nach. Durch unsere weltweit arbeitende Entwicklung und Fertigung können wir Lösungen und Produkte für hochwertige Fahrzeuge ebenso wie für erschwingliche Autos und maßgeschneiderte Industrieanwendungen anbieten.

Derzeit verfügen wir in 34 von 56 Ländern, in denen wir vertreten sind, über Produktionsstätten. Gleichzeitig kaufen wir, soweit dies möglich und wirtschaftlich ist, lokal ein und vermarkten lokal. In den kommenden Jahren werden wir weiter hart daran arbeiten, auch einen der asiatischen Hersteller zu unseren fünf größten Automobilkunden zählen zu können. Das wollen wir durch einen hohen Lokalisierungsgrad erreichen.

5. Ausgewogenes Kundenportfolio – Balance zwischen Automobilbranche und anderen Industrien
Die Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur wollen wir durch ein ausgewogenes Kundenportfolio verringern. Dafür streben wir eine Erhöhung des Geschäfts in Branchen außerhalb der Automobilerstausrüstung, bei gleichzeitig weiterem Wachstum im Geschäft mit den Automobilherstellern, an. Mittel- bis langfristig wollen wir den Umsatzanteil mit Endverbrauchern und mit Industriekunden außerhalb der Automobilerstausrüstung in Richtung 40 % steigern.

Das Servicegeschäft im Bereich Flottenmanagement haben wir durch den Erwerb von Zonar Systems im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Mit diesem Schritt erweitern wir unser Portfolio sowie unser Know-how im Bereich Mobility Services. Darüber hinaus stärken wir unser regionales Gleichgewicht, indem wir in einen Anbieter von Lösungen für das Flottenmanagement in den USA investiert haben.

Der Kauf der Bandvulc Gruppe, einem britischen Dienstleister im Bereich Flottenmanagement, wird unsere Position im britischen und irischen Markt festigen. Zusätzlich trägt der Erwerb des Rennreifenspezialisten Hoosier Racing Tire zur Ausgewogenheit unseres Kundenportfolios bei.

Trotz dieser Erwerbe und weiterer Aktivitäten hat sich der Umsatzanteil mit Endverbrauchern und Industriekunden auf 27 % leicht verringert. Grund dafür war im Berichtsjahr die weiterhin verhaltene Nachfrage im Industriegeschäft im Allgemeinen und auf den öl- und minenabhängigen Endmärkten im Besonderen.

Unser Industriegeschäft in der Division ContiTech wird durch den Kauf der Hornschuch Gruppe, einem führenden Hersteller für Design-, Funktions-, Schaum- und Kompaktfolien sowie Kunstleder, erweitert. Die Akquisition wird unser globales Geschäft außerhalb der Automobilindustrie nachhaltig stärken.

6. Technologische Balance – Mix aus etablierten und Vorreitertechnologien
Unser Produktportfolio soll aus einem Mix profitabler sowie zukunftsfähiger etablierter Technologien und Vorreitertechnologien bestehen. In wachstumsstarken Märkten oder Marktsegmenten setzen und begleiten wir neue Trends und Standards. In unseren etablierten Kernmärkten stellen wir sicher, dass wir unsere Position als einer der führenden Automobilzulieferer und Industriepartner stetig weiterentwickeln. So können wir in allen Phasen der jeweiligen Produktlebenszyklen präsent und wettbewerbsfähig sein.

Softwarebasierte Zusatz- und Mobilitätsdienste erweitern unser Portfolio. Dadurch sind wir in der Lage, einen wettbewerbsfähigen Mix aus unseren bewährten etablierten Produkten und Vorreitertechnologien wie beispielsweise dem eHorizon (elektronischer Horizont), einer Lösung zum Austausch wichtiger Streckeninformationen, anbieten zu können.

7. Menschen, die begeistern – in einer Kultur, die inspiriert
Wir wollen eine inspirierende Führungskultur leben, in der es Spaß macht, vollen Einsatz zu zeigen und Spitzenleistungen zu erbringen. In allen Divisionen und Funktionen wird eine Kultur des Vertrauens und der Eigenverantwortung gefördert. Eine offene Fehlerkultur soll als lernendes System gepflegt werden. Unsere Arbeitsbedingungen sollen es unseren Mitarbeitern leicht machen, sich auf Wesentliches zu konzentrieren sowie Arbeit und Privatleben in ein sinnvolles Gleichgewicht zu bringen.

Im Berichtsjahr haben wir erstmals weltweit verbindliche Regelungen für flexible Arbeitsbedingungen geschaffen. Das Paket umfasst Angebote für mobiles Arbeiten, das Nutzen von Teil- und Gleitzeit sowie für längere Auszeitphasen (Sabbaticals). Die Flexibilisierungsprogramme bieten wir in 21 Ländern, auf allen Ebenen und für alle dort Beschäftigten an. Damit erreichen wir rund 200.000 Mitarbeiter bzw. rund 90 % der weltweiten Belegschaft.

Fünf übergreifende Felder zur Bündelung unseres Geschäfts
Übergreifende Geschäftsfelder betreffen unsere Systeme und Produkte, an denen mehr als eine Division arbeitet. Im Berichtsjahr haben wir fünf übergreifende Geschäftsfelder definiert, die von jeweils einem Vorstandsmitglied geleitet werden:

  • Elektrifizierung (Electrification)
  • automatisiertes Fahren (Automated Driving)
  • Mobilitätsdienste (Mobility Services)
  • softwarebasierte Zusatzdienste (Servitization)
  • ganzheitliche Vernetzung (Holistic Connectivity).

1. Elektrifizierung (Electrification)
Neben Technologien zur Optimierung des Verbrennungsmotors entwickeln wir Technologien, die über begrenzte Zeiträume oder dauerhaft rein elektrisches Fahren ermöglichen. So umfasst unser Portfolio Elektroniklösungen wie 48-Volt-Antriebe, Hybrid- und Plug-in-Varianten sowie reine Elektromotorlösungen. Über die Bremsenergierückgewinnung hinaus liegt unsere Kompetenz auch in der Leistungselektronik, d. h. der intelligenten Steuerung der während der Fahrt – aus dem Verbrennungs- und Elektromotor oder dem rein elektrischen Antrieb sowie aus der Batterie – zur Verfügung gestellten Energie. Continental ist davon überzeugt, dass sich der Elektromotor langfristig als Antriebsvariante durchsetzen wird.

Wir rechnen damit, dass 10 % der im Jahr 2025 weltweit produzierten Fahrzeuge rein elektrisch unterwegs sein werden. Zusätzlich wird fast jedes dritte mit einem 48-Volt- oder Hochvolt-Hybridantrieb ausgestattet sein. Das bedeutet, dass wir weiterhin erhebliche Investitionen in diese Technologien planen.

2. Automatisiertes Fahren (Automated Driving)
Auf Basis der sich bereits heute in der Entwicklung befindlichen Fahrerassistenzsysteme wird es zukünftig möglich sein, dem Fahrer einen Teil der Zeit, die er im Fahrzeug verbringt, zur freien Verfügung zu stellen. Zeit, in der das Auto das Fahrgeschehen überwacht und steuert. Viele berechtigte Fragen und Zweifel zu diesem Thema, beispielsweise Fragen der Haftung bei einem Unfall, sind heute noch nicht endgültig beantwortet. Sicher ist jedoch, dass das Fahrzeug erheblich weniger Fehler beim Fahren machen wird als der Mensch. Mit unseren Sensorlösungen auf Basis von Kamera-, Radar- oder Lasertechnologie sowie unserer Kompetenz bei elektronischen Steuereinheiten und der Vernetzung von Fahrzeugen haben wir eine starke Ausgangsposition. Im Jahr 2020 erwarten wir bei Fahrerassistenzsystemen den Schritt über die Schwelle von 2 Mrd € Umsatz im Bereich Sensorik – eine Verdoppelung in nur fünf Jahren. Inklusive der Technologien zur Vernetzung von Fahrzeugen werden wir dann mit Systemen für das automatisierte Fahren bei über 3 Mrd € Umsatz liegen.

3. Mobilitätsdienste (Mobility Services)
Aufgrund der zunehmenden Vernetzung der Fahrzeuge miteinander und auch mit der Verkehrsinfrastruktur werden Mobilitätsdienste immer stärker nachgefragt. Durch die Digitalisierung eröffnet sich dafür ein neuer Markt. Es handelt sich um reine Softwareprodukte für Automobilhersteller oder Endverbraucher. Beispiele dafür sind das erweiterte Verkehrsmanagement, intelligente Bezahlsysteme, das Wartungsmanagement und die Fahrsicherheit, aber auch neue Technologien, die über das Fahrzeug hinaus Anwendung finden. Unser Wachstumsplan beinhaltet Kernelemente wie die Continental.cloud als Wegbereiter für Mobility Services und den eHorizon. Lösungen wie vAnalytics (Serviceplattform für Werkstätten, Händler und Fahrer), Fahrzeug-Ferndiagnose (Remote Vehicle Diagnostics, RVD) und OTA-Schlüssel (Over-The-Air, OTA) sind Beispiele für neu eingeführte softwarebasierte Dienste.

4. Softwarebasierte Zusatzdienste (Servitization)
Das Geschäftsfeld Servitization beinhaltet die Ergänzung unseres bisherigen Geschäftsmodells bzw. bestehender Produkte und Systeme um Software-Services als Zusatzleistung und -nutzen für unsere Kunden. Ein Beispiel dafür ist ContiConnect, ein neues Reifeninformations- und -managementsystem für Lkw- und Busflotten, das wir im Berichtsjahr angekündigt haben. ContiConnect überwacht, analysiert und meldet auf Grundlage von Daten der bewährten ContiPressureCheck-Sensoren Reifendruck und -temperatur der gesamten Flotte. Das System benachrichtigt bei Bedarf den Flottenmanager und bietet Korrekturmaßnahmen an, beispielsweise durch einen Conti360°-Servicepartner. Das zugehörige Online-Portal stellt Berichte zur Reifenleistung und Gesamteffizienz der Flotte bereit. Nach der Einführung im zweiten Quartal 2017 wird ContiConnect in Kernmärkten in den Regionen Asien-Pazifik, Europa sowie Nord- und Südamerika verfügbar sein. Für unsere Kunden bedeutet das einen Wechsel von manueller und routinemäßiger Reifenpflege zu automatisch überwachten Reifen und gezielter Pflege.

5. Ganzheitliche Vernetzung (Holistic Connectivity)
Die Digitalisierung und Vernetzung der physischen Welt (Internet der Dinge) ist ein massiver Treiber wirtschaftlichen Wachstums. Sie ist weitläufig ausgerichtet und erfasst Objekte, Produkte und Prozesse jedweder Art. Im Internet der Dinge können mithilfe der Digitalisierung potenziell 1,6 Billionen Objekte vernetzt werden. 14 Mrd Objekte (rund 1 % des Potenzials) sind bereits vernetzt. D. h., es gibt noch enorme nicht ausgeschöpfte Vernetzungsmöglichkeiten. Der positive Einfluss dieser Entwicklung auf die Weltwirtschaft wird im Jahr 2020 auf ca. 6 Billionen US-Dollar geschätzt. Allein bis 2020 werden 50 Mrd Geräte und Maschinen sowie mehr als 250 Mio Fahrzeuge vernetzt sein. Hieraus resultiert ein beachtliches Umsatzpotenzial für die Automobilindustrie. Für 2020 liegt das geschätzte Marktvolumen bei 57 Mrd €.

So wird auch das Fahrzeug zu einem Teil des Internets – es wandelt sich von einem geschlossenen zu einem offenen System. Dieser Trend beeinflusst eine ganze Reihe unterschiedlichster Systeme und Technologien, von der Fahrzeugelektronik über vernetzte Dienste bis hin zur Analyse von Big Data. Entlang des Konzepts der ganzheitlichen Vernetzung haben wir anhand des Holistic Connectivity-Fahrzeugs Lösungen für eine intelligente Zukunft der Mobilität vorgestellt. Es bietet mit kontextbasierten Diensten, einer intuitiven Mensch-Maschine-Schnittstelle und einer IP-basierten Netzwerkarchitektur Einblicke in Technologien und Dienste für das vollständig vernetzte Fahrzeug.

Basierend auf unserer Strategie und den fünf übergreifenden Geschäftsfeldern streben wir bis zum Jahr 2020 einen Umsatz in Höhe von über 50 Mrd € sowie einen ROCE von mindestens 20 % an.

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