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Branchenentwicklung

 

Die nachfolgenden Angaben über Inflations- und Wachstumsraten des Jahres 2010 geben den Stand der Schätzungen bei Drucklegung dieses Geschäftsberichts wieder.

Als internationaler Automobilzulieferer ist das weltweite Geschäft mit den Herstellern von Pkw für uns das wichtigste Marktsegment. Zusätzlich ist das Segment der weltweiten Erstausrüstung von Nutzfahrzeugen sowie die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen in West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region von besonderer Bedeutung. Als Teil der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Berichtsjahr zeigten alle Marktsegmente eine deutliche Erholung, wobei der Anstieg regional unterschiedlich ausfiel. Automobilproduktion Maßgeblich für unseren Geschäftsumfang in der Erstausrüstung von Fahrzeugen des Light-Vehicle-Segments (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge < 6 t) ist das weltweit produzierte Fahrzeugvolumen. Besonders entscheidend für Continental ist dabei die Entwicklung der Regionen Europa und Nordamerika, wo 79 % des Umsatzes erwirtschaftet werden.

Neuzulassungen/Verkäufe von Pkw in Mio Stück
2010 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal gesamt
Europa (E27+EFTA) 3,8 3,7 3,1 3,2 13,8
Russland 0,3 0,5 0,5 0,6 1,9
USA 2,5 3,1 3,0 3,0 11,6
Japan 1,3 1,0 1,2 0,8 4,2
Brasilien 0,8 0,7 0,9 1,0 3,3
Indien 0,6 0,6 0,6 0,6 2,4
China 2,8 2,6 2,7 3,2 11,3
Weltweit 17,0 18,2 17,3 18,0 70,5
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Die Befürchtung, dass das Auslaufen der staatlichen Förderprogramme in einigen bedeutenden Fahrzeugmärkten Europas (und hier insbesondere Deutschland, Frankreich und Italien) oder in der NAFTA-Region, zu einem deutlichen Rückgang der weltweiten Absatzzahlen im Jahr 2010 führen könnte, hat sich nicht bestätigt. Insbesondere aufgrund der boomenden Nachfrage in den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) hat sich die Zahl der weltweiten Neuzulassungen 2010 nicht nur erholt, sondern sich im Jahresverlauf saisonbereinigt sogar noch einmal beschleunigt. In Summe wurden weltweit mehr als 70 Mio Pkw zugelassen. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr von mehr als 7 Mio Fahrzeugen.

Fast 40 % des weltweiten Zuwachses resultiert aus dem Nachfrageboom in China, wo die Zahl der Neuzulassungen nach Angaben des VDA (Verband der Automobilindustrie) um fast 2,9 Mio Fahrzeuge auf mehr als 11,3 Mio Einheiten zulegen konnte, was einen Anstieg von mehr als 34 % im Jahresvergleich bedeutet. Damit haben sich die Neuzulassungen in China allein in den letzten beiden Jahren fast verdoppelt. Aber auch in Indien war eine rasante Dynamik zu verzeichnen. Hier legten die Neuzulassungen um 31 % auf 2,4 Mio Einheiten zu. In Brasilien verhalfen die noch in das Jahr 2010 hineinreichenden Absatzfördermaßnahmen dem Markt ebenso zu einem zweistelligen Plus und die Zahl stieg auf 3,3 Mio verkaufte Pkw und damit erstmals über das Niveau in Deutschland. Der russische Pkw-Markt schloss das Jahr mit einem Absatzplus von 30 %. Die Einführung einer Verschrottungsprämie hat seit März 2010 erfolgreich zur Belebung der Nachfrage beigetragen. Im abgelaufenen Jahr wurden in Russland 1,9 Mio Neufahrzeuge verkauft, damit befindet sich dieser Markt zwar wieder auf Erholungskurs, die Zahlen bleiben aber dennoch um rund ein Drittel hinter den Jahreshöchstständen zurück. Fasst man die vorgenannten Absatzregionen zusammen, dann ergibt sich für die BRIC-Länder ein Anstieg um mehr als 29 % auf 18,9 Mio verkaufte Pkw. Das bedeutet: bereits heute werden mehr als ein Viertel aller weltweit verkauften Pkw in diesen Ländern abgesetzt.

Auch in den Triade-Märkten, (Europa, NAFTA-Region und Japan) stieg die Zahl der Neuzulassungen nach Angaben des VDA um 2,5 % auf mehr als 29,6 Mio Fahrzeuge. Allerdings trugen die einzelnen Regionen in sehr unterschiedlichem Maß zu diesem Wachstum bei. Während gerade die Zahl der Neuzulassungen, bedingt durch die Kontraktion des deutschen Markts nach dem Auslaufen der Abwrackprämie im Jahr 2010, in Europa um 5 % rückläufig war, erholte sich die NAFTA-Region von ihren Tiefständen des Jahres 2009 und die Neuzulassungen stiegen um 11 % auf 11,6 Mio. Die Light-Truck-Verkäufe konnten dabei sogar um 17 % zulegen, während der Pkw-Absatz nur um 4 % stieg. Damit verschob sich das Verhältnis dieser beiden Kategorien zueinander 2010 wieder zugunsten der Light Trucks, die einen Anteil von mehr als 50 % an den gesamten Fahrzeugverkäufen ausmachen. In Japan legten die Fahrzeugverkäufe, begünstigt durch staatliche Fördermaßnahmen, die noch bis September 2010 gewährt wurden, um 7 % auf 4,2 Mio Fahrzeuge zu. Somit wurden im Jahr 2010 mehr als 40 % aller weltweit verkauften Fahrzeuge in diesen Märkten zugelassen.

Produktion Pkw, Kombifahrzeuge, leichte Nutzfahrzeuge (< 6 t)** in Mio Stück
  2010* 2009 2008 2007 2006
Europa gesamt 18,6 16,3 21,2 22,2 20,8
  Westeuropa 13,0 11,8 14,6 16,2 15,9
  Osteuropa 5,6 4,5 6,6 6,0 4,9
NAFTA-Region 11,9 8,6 12,6 15,0 15,3
Südamerika 4,1 3,7 3,8 3,6 3,0
Asien 35,1 27,8 28,7 27,7 25,6
Afrika und Mittlerer Osten 2,1 1,8 1,9 1,7 1,6
Weltweit 71,8 58,2 68,2 70,2 66,3
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Die Zahl der produzierten Pkw stieg 2010, begünstigt durch die knappe Lagersituation zum Ende des Jahres 2009 und getrieben durch die besser als erwartete Entwicklung der Pkw-Neuzulassungen auf eine neues Rekordhoch von fast 72 Mio Einheiten. Saldiert man die Größen aus Anzahl der Neuzulassungen und der weltweit produzierten Pkw ergibt sich für 2010 ein globaler Lageraufbau in Höhe von rund 1,3 Mio Neufahrzeugen. Nach dem deutlichen Lagerabbau von mehr als 4 Mio Fahrzeugen, der 2009 zu beobachten war, ist diese Entwicklung allerdings als moderat zu bezeichnen. Die höchsten Zuwächse in Bezug auf das Produktionsvolumen waren in der NAFTA-Region zu beobachten, wo die Zahl der gefertigten Pkw um fast 39 % auf 11,9 Mio Einheiten gestiegen ist. Trotz dieser positiven Entwicklung darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Region noch fast 4 Mio Einheiten von den einstigen Höchstständen entfernt ist. In Europa erhöhte sich die Pkw-Produktion um 14 % auf 18,6 Mio Einheiten – auch hier liegt man noch deutlich unter den 2007 erzielten Spitzenwerten. Aktuelle Marktprognosen gehen davon aus, dass beide Märkte erst in den Jahren 2014/2015 zu den alten Höchstständen aufschließen werden. Dem starken Nachfrageboom in den asiatischen Ländern folgte ein ebenso starker Anstieg der Produktion, die um 26 % auf 35,1 Mio Einheiten anwuchs. In absoluten Zahlen betrachtet, bedeutet dies einen Anstieg von mehr als 7 Mio Fahrzeugen bzw. einen Beitrag zum weltweiten Wachstum von mehr als 53 %. Auch in Südamerika (+12 %) und den übrigen Regionen (+18 %) wurden zweistellige Wachstumsraten erzielt.

Nutzfahrzeugproduktion
Begünstigt durch die sehr niedrige Vorjahresbasis stieg die Nutzfahrzeugproduktion 2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Insbesondere in Europa konnte ein Zuwachs von 46 % erzielt werden. Der Vergleich mit 2008 (745.000 Fahrzeuge) macht aber deutlich, wie stark der Rückgang im Jahr 2009 war. In der NAFTA-Region verlief die Erholung schleppender als in Europa, aber immerhin lag das Plus zum Jahresende bei 17 %. Auch bei den Nutzfahrzeugen war der Wachstumsmotor Asien. Mit einem Plus von 46 % trug diese Region mit mehr als 75 % zum erzielten Wachstum von fast 1 Mio neu produzierter Nutzfahrzeuge bei. Mehr als 70 % aller weltweit produzierten Nutzfahrzeuge stammten 2010 aus Asien. 2006 waren es noch 41 %.

Produktion Nutzfahrzeuge (> 6 t) ** in Tsd Stück
  2010* 2009 2008 2007 2006
Europa gesamt 395 270 745 720 620
  Westeuropa 283 205 548 532 480
  Osteuropa 112 65 197 188 140
NAFTA-Region 254 217 353 421 650
Südamerika 247 177 193 163 100
Asien 2.342 1.554 1.415 1.346 970
Weltweit 3.238 2.267 2.706 2.649 2.340
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Ersatzgeschäft Pkw-Reifen
Von großer Bedeutung für das Ersatzgeschäft mit Pkw-Reifen sind für uns vor allem die Märkte in West- und Zentraleuropa sowie der NAFTA-Region. Beide Märkte verzeichneten gegenüber dem Vorjahr für das Ersatzgeschäft untypisch hohe Wachstumsraten. Als einer der wenigen automobilnahen Märkte liegt der europäische Ersatzreifenmarkt lediglich 3 % unter dem 2007 erzielten Höchstwert von 289 Mio Einheiten. Zusammengefasst ergab sich ein Plus von 7,7 %.

Vor allem begünstigt durch die starke Winterreifensaison stieg die Zahl der abgesetzten Ersatzreifen 2010 in Europa um mehr als 7 % auf 280 Mio Reifen. Nicht zuletzt der strenge Winter in vielen Teilen Europas, aber auch die Einführung der Winterreifenpflicht in Deutschland verhalfen dem Markt zu diesem ungewöhnlich starken Wachstum. Auch in Nordamerika erhöhte sich die Zahl der verkauften Pkw-Reifen nach dem schwachen Verlauf der Jahre 2008 und 2009 um fast 5 % auf 255 Mio Einheiten. Hierbei wirkte sich die im Jahresverlauf zum Teil deutlich angestiegene Fahrleistung (miles driven) der US-Autofahrer positiv auf die Nachfrage aus. In Summe stieg die gefahrene Kilometerzahl, laut der Statistik des Department of Transportation (DOT), bis November um 1 % auf 19 Mrd Meilen (30,6 Mrd Kilometer). Addiert man das wiedererstarkte Erstausrüstungsgeschäft dazu, dann ergibt sich auch in dieser Region ein Wachstum von mehr als 8 % für die Nachfrage nach Pkw-Reifen. In Südamerika und in Asien, wo Continental ebenfalls mehrere Reifenfabriken betreibt, stieg die Zahl der verkauften Reifen auf dem Ersatzmarkt um 11 % bzw. 9 % ebenfalls deutlich an. In beiden Regionen wurde gemessen an der Zahl der verkauften Reifen auf dem Ersatzmarkt ein neuer Höchststand markiert.

Absatz im Ersatzgeschäft Pkw-Reifen
(inkl. Reifen für leichte Nutzfahrzeuge und allradgetriebene Fahrzeuge)
Mio Stück 2010* 2009 2008 2007 2006
West- und Zentraleuropa 280,4 261,6 276,8 288,7 287,1
NAFTA-Region 255,2 243,5 261,3 275,9 264,9
Südamerika 52,3 48,1 50,2 48,6 46,5
Asien 239,2 214,7 210,8 205,6 196,9
Übrige Märkte 106,1 98,2 148,7 143,7 132,3
Weltweit 933,1 866,1 897,5 913,9 881,2
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Ersatzgeschäft Lkw-Reifen
Im Einklang mit der positiven Entwicklung der übrigen Märkte stieg auch der Ersatzmarkt für Lkw-Reifen 2010 deutlich an. In Summe lag das Wachstum bei 12 %. Insbesondere in den Regionen Europa und NAFTA konnten sehr deutliche Steigerungen verzeichnet werden. Allein der europäische Markt stieg um 19 % auf 17,9 Mio Einheiten – der Markt in der NAFTA-Region um 14 % auf 18,0 Mio Einheiten. Einmal mehr wird auch diese Statistik von den großen Zuwächsen in der Region Asien positiv beeinflusst. Mit 66 Mio verkauften Lkw-Reifen steht Asien für rund 50 % aller auf dem weltweiten Lkw Ersatzmarkt verkauften Reifen.

Absatz im Ersatzgeschäft Lkw-Reifen
in Mio Stück 2010* 2009 2008 2007 2006
West- und Zentraleuropa 17,9 15,1 20,3 20,6 19,9
NAFTA-Region 18,0 15,9 18,6 20,6 20,9
Südamerika 11,6 10,7 12,1 11,8 10,9
Asien 66,0 59,6 59,4 57,9 52,8
Übrige Märkte 17,9 16,2 28,6 27,9 27,6
Weltweit 131,5 117,4 126,9 127,0 121,2
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Rohstoffmärkte
Wichtige Rohstoffe für unsere Fertigung sind unter anderem Metalle wie Kupfer, Stahl, Nickel und Aluminium. Außerdem werden ölbasierte Rohstoffe und Naturkautschuk in der Reifenherstellung verwendet. Die Preise für Naturkautschuk, ölbasierte Rohstoffe und einige Metalle verteuerten sich, nach den enormen Anstiegen im Jahr 2009 im Berichtsjahr aufgrund der florierenden weltweiten wirtschaftlichen Aktivität nochmals. Die Preise für Aluminium (US-Dollar 2,5/kg; +11 %), Kupfer (US-Dollar 9,6/kg; +30 %) und Nickel (US-Dollar 24,3/kg; +32 %) zogen bis Ende 2010 verglichen mit dem Jahresschlusskurs 2009 drastisch an. Lediglich der Preis für wärmebehandelten Stahl (US-Dollar 0,5/kg; +2,0 %) veränderte sich im Jahresvergleich nur geringfügig. In der Durchschnittsbetrachtung lagen die Preise der genannten Metalle zwischen 25 % und 48 % über den Vorjahresdurchschnittskursen. Dennoch befinden sich die Durchschnittspreise für Nickel, Aluminium und wärmebehandelten Stahl zwischen 9 % und 6 % unterhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre (2007–2009). Der Durchschnittspreis für Kupfer lag im Berichtsjahr allerdings 18 % oberhalb des Dreijahresdurchschnitts.

Ein weiterer Grundstoff für unsere Produktionsmaterialien sind Metalle, die wir nur in einer höher veredelten Form zukaufen, beispielsweise Dreh-, Stanz- und Ziehteile. Die 2010 stark gestiegene Nachfrage nach Stahl und signifikante Preiserhöhungen bei Rohstoffen wie Eisenerz und Kokskohle führten zu nachhaltigen Preiserhöhungen bei Vormaterialien aus Stahl. Diese Preisanstiege wurden von den Lieferanten für Dreh-, Stanz- und Ziehteile in der zweiten Jahreshälfte an Continental teilweise weitergereicht. Der 2010 sprunghaft gestiegene Bedarf an Produkten/Komponenten in der Automobilindustrie führte zu einer Reihe von Versorgungsengpässen bei der Belieferung von elektronischen- und/oder elektromechanischen Komponenten. Fertigungsstillstände bei den Fahrzeugherstellern konnten in vielen Fällen nur durch eine beschleunigte Logistik vermieden werden. Dies führte zu einem entsprechenden Mehraufwand bei den Frachtkosten. Naturkautschuk ist für die Rubber Group – vor allem für die Reifen-Divisionen – ein sehr wichtiger Einzelrohstoff und wird an den Warenbörsen in Singapur und Tokio gehandelt. Continental kauft verschiedene Naturkautschuktypen überwiegend in Thailand, Malaysia und Indonesien. Die Preisentwicklung verläuft tendenziell gleich. Nachdem der Naturkautschuk (TSR 20) Ende 2009 mit einem Preis pro Tonne von rund 2.940 US-Dollar mehr als 90 % über dem Jahresschlusskurs von 2008 notierte, kam es 2010 zu weiteren deutlichen Preissteigerungen, in deren Folge immer neue Höchststände erreicht wurden. Insbesondere im vierten Quartal 2010 verteuerte sich TSR 20 sprunghaft um mehr als 1.160 US-Dollar pro Tonne im Vergleich zum Durchschnittspreis der ersten neun Monate 2010. Am 31. Dezember 2010 notierte der Preis für Naturkautschuk (TSR 20) bei 5.045,77 US-Dollar pro Tonne und markierte damit gleichzeitig ein neues Allzeithoch. Dies entspricht einem Anstieg um 72 % im Jahresvergleich. In der Durchschnittsbetrachtung (3.442,97 US-Dollar pro Tonne im Jahr 2010) beläuft sich die Erhöhung sogar auf 83 %. Damit lag der Durchschnittspreis für TSR 20 im Berichtsjahr ungefähr 54 % oberhalb des Dreijahresdurchschnittspreises 2007 bis 2009 von 2.240,49 US-Dollar pro Tonne.

Neben Naturkautschuk, als direkt eingesetztem Rohmaterial, ist Rohöl der wichtigste Ausgangsgrundstoff vieler Produktionsmaterialien wie Synthesekautschuk, Ruß und Chemikalien. Zwischen dem Rohöl und den von Continental beschafften Materialien liegen teilweise mehrstufige Produktionsprozesse bei Vorlieferanten. Die Hausse am Rohölmarkt seit 2004 erreichte am 3. Juli 2008 mit einem Preis für die Nordseesorte Brent von 145,86 US-Dollar pro Barrel ihren Höhepunkt. Im Zuge der Finanzkrise kam es auch zu einem starken Preisverfall. Zum 31. Dezember 2008 notierte der Preis für Brent nur bei 41,71 US-Dollar je Barrel. 2009 stiegen die Preise für Rohöl (Brent) bereits um mehr als 90 % auf ca. 79,51 US-Dollar pro Barrel. Im Berichtsjahr kam es nochmals zu einer 20 %igen Preiserhöhung auf 95,50 US-Dollar pro Barrel. Im Vergleich zum Vorjahresdurchschnittskurs von US-Dollar 62,22 pro Barrel ergab sich eine Preissteigerung von 29 % auf 80,17 US-Dollar pro Barrel.

Die Preissteigerungen der in US-Dollar gehandelten Rohmaterialien wurden im Berichtsjahr durch den Rückgang des Euro im Vergleich zum US-Dollar um durchschnittlich rund 4,9 % leicht verstärkt. Insgesamt wirkte sich vor allem der hohe Preis für Naturkautschuk negativ auf unser Ergebnis aus.

Preisentwicklung

Preisentwicklung

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Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). Der CVC stellt den absoluten Wertbeitrag sowie als Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten wertschaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.
Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) vom ROCE subtrahiert und mit den durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres multipliziert. Der für den Continental-Konzern errechnete durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz entspricht der geforderten Mindestverzinsung. Der Kapitalkostensatz wird als gewichteter Durchschnittskostensatz aus Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization).

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Netto-Finanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäfts, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts.

IAS. International Accounting Standards.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten, der vorhandenen liquiden Mittel, den positiven beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente sowie sonstigen verzinslichen Anlagen.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva abzüglich Passiva der Bilanz ohne Berücksichtigung der Netto-Finanzschulden sowie diskontierter Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, latenter Steuern und Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie anderer finanzieller Vermögenswerten und Schulden.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als "PPA Anpassung" berücksichtigt.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretations Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap. Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremdsowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Sofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.