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Entwicklung wesentlicher Abnehmerbranchen

Rahmenbedingungen

Für Continental ist das weltweite Zuliefergeschäft mit den Herstellern von Pkw und Nutzfahrzeugen das wichtigste Marktsegment. Der entsprechende Umsatzanteil belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf 73 % (Vj. 72 %). Das zweitgrößte Marktsegment für Continental ist das weltweite Ersatzreifengeschäft für Pkw und Nutzfahrzeuge. Wegen des deutlich höheren Anteils von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen < 6 t an der Fahrzeugproduktion und dem Ersatzreifengeschäft ist deren Entwicklung von besonderer Bedeutung für unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Die größte Absatzregion von Continental ist weiterhin Europa mit einem Umsatzanteil von 50 % im Berichtsjahr (Vj. 49 %), gefolgt von Nordamerika mit 26 % (Vj. 26 %) und Asien mit 21 % (Vj. 20 %).

Entwicklung der Pkw-Neuzulassungen
Die Pkw-Nachfrage in Europa (EU-28 und EFTA) legte 2016 kräftig zu. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Pkw-Neuzulassungen auf Basis vorläufiger Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) um knapp 7 % auf 15,1 Mio Einheiten. Ursächlich für die starke Nachfrage waren neben der sich fortsetzenden konjunkturellen Erholung das niedrige Zinsniveau und ein relativ hoher Ersatzbedarf. Dieser zeigte sich im Berichtsjahr innerhalb der großen Märkte insbesondere in Italien und Spanien mit einem Anstieg um 16 % bzw. 11 %. In Deutschland und Frankreich stieg die Pkw-Nachfrage jeweils um 5 % und im Vereinigten Königreich um 2 %.

In den USA nahm 2016 die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen, insbesondere Pick-ups, aufgrund der niedrigen Kraftstoffpreise und günstigen Kreditzinsen im Vergleich zum Vorjahr um 7 % zu. Dagegen sank die Pkw-Nachfrage um rund 9 %. Insgesamt betrachtet erreichte im Berichtsjahr die Zahl der Neuzulassungen zwar einen neuen Rekordwert von 17,5 Mio Einheiten, dies entspricht jedoch nur einem Zuwachs von 0,4 %. Nach einem Plus von 3 % im ersten Quartal flachte die Nachfrage im weiteren Jahresverlauf ab und bewegte sich insgesamt auf Vorjahresniveau.

In Japan führten im ersten Quartal 2016 die gedämpfte konjunkturelle Lage und das schwache Vertrauen der Verbraucher zu einem Rückgang der Pkw-Nachfrage um 7 %. Im weiteren Jahresverlauf zeigte sich im zweiten und im dritten Quartal zunächst eine Stabilisierung der Pkw-Nachfrage, bevor sich diese im vierten Quartal um 6 % gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal belebte. Im Gesamtjahr 2016 blieb die Pkw-Nachfrage in Japan aufgrund des schwachen ersten Halbjahres 2 % unter dem Vorjahreswert.

In China wirkte im Berichtsjahr die Senkung der Verkaufsteuer für den Kauf von Pkw mit einem Hubraum von bis zu 1,6 l weiterhin positiv. Sie war zu Beginn des vierten Quartals 2015 auf 5 % halbiert worden. Im zweiten Halbjahr 2016 wurde die Nachfrage zudem durch vorgezogene Käufe aufgrund der Ungewissheit über eine Verlängerung der bis zum Jahresende 2016 befristeten Steuersenkung verstärkt. Insgesamt erhöhte sich 2016 der Pkw-Absatz in China nach Angaben des VDA um 18 % auf 23,7 Mio Einheiten.

Indien verzeichnete 2016 einen Anstieg der Pkw-Nachfrage um 7 %. Auf Quartalsbasis zeigte sich eine Steigerung von 2 % im ersten, 7 % im zweiten, 18 % im dritten und 2 % im vierten Quartal. Der niedrigere Zuwachs im letzten Quartal resultierte aus dem Einbruch der Nachfrage infolge der Anfang November überraschend verkündeten Bargeldreform der Regierung.

In Brasilien und Russland verringerte sich 2016 die Pkw-Nachfrage rezessionsbedingt weiter. In beiden Ländern stabilisierte sie sich dabei im Jahresverlauf auf niedrigem Niveau. Brasilien verzeichnete im Berichtsjahr einen Absatzrückgang um 20 %, Russland um 11 %.

Weltweit stiegen die Pkw-Neuzulassungen 2016 dank der kräftigen Absatzzuwächse in China sowie in Europa und Indien nach vorläufigen Daten um knapp 5 % auf 91,3 Mio Einheiten.

Neuzulassungen/Verkäufe von Pkw
Mio Stück 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal 2016 gesamt Δ Vorjahr
Europa (EU–28 und EFTA) 3,9 4,2 3,5 3,5 15,1 7 %
USA 4,1 4,5 4,5 4,4 17,5 0 %
Japan 1,2 0,9 1,0 1,0 4,1 -2 %
Brasilien 0,5 0,5 0,5 0,5 2,0 -20 %
Russland 0,3 0,4 0,3 0,4 1,4 -11 %
Indien 0,7 0,7 0,8 0,7 3,0 7 %
China 5,5 5,2 5,6 7,5 23,7 18 %
Weltweit 22,1 22,3 21,9 25,0 91,3 5 %

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Entwicklung der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen
In Europa zeigte sich im ersten Halbjahr 2016 eine zweigeteilte Situation. In Westeuropa bewirkte der Anstieg der Pkw-Nachfrage in den meisten Ländern ebenfalls eine höhere Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen < 6 t. In Osteuropa, insbesondere in Russland, führte dagegen die weiter sinkende Nachfrage zu entsprechend rückläufigen Produktionszahlen. Im dritten Quartal zeigte sich in Russland eine Stabilisierung leicht über dem niedrigen Vorjahresniveau, während die Produktion in Deutschland und Frankreich aufgrund einer geringeren Anzahl von Arbeitstagen unter den hohen Vorjahreswerten lag. Im vierten Quartal erreichte die Pkw-Fertigung in Deutschland nur knapp das Niveau des Vorjahres. Den größten Volumenzuwachs verzeichnete im vierten Quartal die Türkei. Auch die Pkw-Werke in Frankreich, im Vereinigten Königreich, in Tschechien sowie in Russland meldeten deutliche Steigerungen. Insgesamt stieg 2016 die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Europa nach vorläufigen Daten um 3 % gegenüber dem Vorjahreswert.

In Nordamerika wurde im Berichtsjahr die Produktion von leichten Nutzfahrzeugen, insbesondere Pick-ups, dank der gestiegenen Nachfrage ausgeweitet. Hingegen sank die Pkw-Fertigung im Vorjahresvergleich. Die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen insgesamt erhöhte sich 2016 auf Basis vorläufiger Zahlen um 2 %.

Auch in Asien zeigte sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr ein zweigeteiltes Bild. Insbesondere in China und Indien stieg die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nachfragebedingt weiter an. Dagegen sank das Produktionsvolumen u. a. in Südkorea und Japan. Für Asien insgesamt ergab sich 2016 auf Basis vorläufiger Daten ein Fertigungszuwachs von 5 %.

In Südamerika führte die geringe Nachfrage zu einem weiteren Rückgang der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, die sich aber im Jahresverlauf auf niedrigem Niveau stabilisierte. Im vierten Quartal wurde erstmals seit zwölf Quartalen der Vorjahreswert eines Quartals wieder übertroffen. Nach vorläufigen Daten sank das Produktionsvolumen im Berichtsjahr insgesamt um 10 %.

Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wuchs 2016 auf Basis vorläufiger Zahlen um über 3 %.

Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen
Mio Stück 2016 2015 2014 2013 2012
Europa1 21,4 20,7 19,9 19,2 19,0
Nordamerika 17,8 17,5 17,0 16,2 15,4
Südamerika 2,8 3,1 3,8 4,5 4,3
Asien2 49,5 47,1 45,8 44,0 42,0
Übrige Märkte 1,0 1,0 0,9 0,8 0,7
Weltweit 92,5 89,4 87,4 84,7 81,4

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Entwicklung der Produktion von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen
In Europa bewirkte 2016 die Zunahme des Straßengüterverkehrs vor allem in Westeuropa einen Anstieg des Lkw-Bedarfs. Die Produktion mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge konnte hierdurch in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden spürbar ausgeweitet werden. Insgesamt stieg im Berichtsjahr die Produktion von Nutzfahrzeugen > 6 t in Europa nach vorläufigen Daten gegenüber dem Vorjahr um knapp 3 %.

In Nordamerika brach die Nutzfahrzeugproduktion nach den niedrigen Auftragseingängen des vierten Quartals 2015 im ersten Quartal 2016 ein. In den Folgequartalen stabilisierte sie sich zwar auf einem höheren Niveau, erreichte jedoch nicht die Volumina des Vorjahres. Für das Gesamtjahr 2016 zeigte sich nach vorläufigen Zahlen ein Produktionsrückgang um 13 %.

In China legte die Produktion mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge, nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr, im Berichtsjahr wieder zu. Auch Indien zeigte kräftig steigende Produktionsvolumina. Dagegen blieb die Fertigung in Japan unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt wuchs 2016 die Nutzfahrzeugproduktion in Asien nach vorläufigen Daten um 10 %.

Südamerika verzeichnete 2016 nach vorläufigen Zahlen einen Rückgang der Produktion von Nutzfahrzeugen um rund 23 %. Dabei ließ die Abwärtsdynamik im Verlauf des Jahres nach.

Die globale Produktion von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen stieg 2016 nach vorläufigen Daten um knapp 3 %.

Produktion von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen
Tsd Stück 2016 2015 2014 2013 2012
Europa1 625 609 569 634 604
Nordamerika 505 579 549 468 486
Südamerika 80 104 184 246 184
Asien2 1.789 1.633 1.840 1.845 1.764
Übrige Märkte 0 0 0 0 0
Weltweit 2.999 2.924 3.143 3.193 3.038

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Entwicklung der Ersatzreifenmärkte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
In Europa, dem für Continental wichtigsten Ersatzreifenmarkt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge < 6 t, setzte sich 2016 die im Vorjahr begonnene Nachfragebelebung zunächst fort, verlangsamte sich aber im Jahresverlauf. Nach vorläufigen Daten stieg im Berichtsjahr der Absatz von Ersatzreifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge um knapp 2 % gegenüber dem Vorjahr.

In Nordamerika zeigte sich 2016 ein Anstieg der Nachfrage nach Ersatzreifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge nach vorläufigen Zahlen um 2 %. Der Anstieg der gefahrenen Kilometer infolge niedriger Benzinpreise war die wesentliche Ursache hierfür.

Asien wies 2016 einen weiter steigenden Bedarf an Ersatzreifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf. Insbesondere in China, dem wichtigsten asiatischen Markt, wuchs die Nachfrage nach vorläufigen Daten um 8 % im Berichtsjahr. Aber auch Indien und die Länder im Nahen Osten verzeichneten einen spürbar gestiegenen Ersatzreifenabsatz. In Asien insgesamt erhöhten sich 2016 die Ersatzreifenvolumina für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge nach vorläufigen Daten um mehr als 5 %.

In Südamerika sank 2016 die Nachfrage nach Ersatzreifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage nach vorläufigen Zahlen um rund 3 %.

Weltweit erhöhte sich 2016 der Ersatzreifenabsatz für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge nach vorläufigen Daten um 3 %.

Absatz im Ersatzreifengeschäft für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge
Mio Stück 2016 2015 2014 2013 2012
Europa 332 327 324 313 311
Nordamerika 283 278 277 264 255
Südamerika 63 65 64 63 59
Asien 431 409 397 376 353
Übrige Märkte 45 43 41 39 37
Weltweit 1.154 1.122 1.103 1.056 1.015

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Entwicklung der Ersatzreifenmärkte für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge
In Europa stieg 2016 der Bedarf an Ersatzreifen für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge > 6 t nach vorläufigen Zahlen um über 3 %. Die Nachfrage erhöhte sich vor allem in Westeuropa, während sie in Osteuropa stagnierte.

In Nordamerika, unserem anderen Kernmarkt für Nutzfahrzeugersatzreifen neben Europa, erhöhte sich 2016 die Nachfrage nach Ersatzreifen für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge nach vorläufigen Daten um 2 % gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage belebte sich insbesondere in Mexiko.

In Asien stieg 2016 die Nachfrage nach Ersatzreifen für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge nach vorläufigen Zahlen um 4 %. Dabei zeigte sich ein deutlicher Absatzanstieg in China, aber auch in Indien und im Nahen Osten.

In Südamerika nahm 2016 wegen der gesunkenen wirtschaftlichen Aktivität zunächst auch die Nachfrage nach Ersatzreifen für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge ab, bevor sie sich im Jahresverlauf wieder stabilisierte. Nach vorläufigen Zahlen wurde im Gesamtjahr der Vorjahresabsatz um 1 % übertroffen.

Der weltweite Absatz von Ersatzreifen für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge stieg im Berichtsjahr gemäß vorläufiger Daten gegenüber dem Vorjahr um 3 %.

Absatz im Ersatzreifengeschäft für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge
Mio Stück 2016 2015 2014 2013 2012
Europa 23,7 22,9 23,4 22,7 21,0
Nordamerika 23,2 22,8 22,0 20,0 20,0
Südamerika 13,6 13,5 14,0 13,7 12,5
Asien 86,9 83,4 84,8 83,4 79,4
Übrige Märkte 7,5 7,2 6,9 6,3 5,9
Weltweit 154,9 149,8 151,3 146,2 138,9

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