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Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Rahmenbedingungen

In Deutschland setzte sich das solide Wachstum des Vorjahres im Berichtsjahr fort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs gegenüber 2015 nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 1,9 % und übertraf damit die im Januar 2016 aufgestellte Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 1,7 %. Positive Impulse kamen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Die privaten Haushalte und insbesondere der Staat erhöhten ihre Konsumausgaben. Auch die privaten Investitionen, vor allem in der Bauwirtschaft, nahmen zu. Der Außenhandel hatte per Saldo ebenfalls einen positiven Effekt auf das BIP-Wachstum, da die Exporte stärker stiegen als die Importe.

Die Wirtschaft in der Eurozone wuchs 2016 nach aktueller Einschätzung des IWF um 1,7 % und entwickelte sich damit so, wie der IWF es im Januar 2016 erwartet hatte. In den meisten Ländern zeigte sich eine Zunahme des privaten und staatlichen Konsums sowie der privaten Investitionen. Unterstützend wirkte die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die im März 2016 ihre expansiven Maßnahmen nochmals verstärkt hatte.

In den USA schwächte sich 2016 das BIP-Wachstum im ersten Halbjahr zunächst ab. Gebremst wurde das Wachstum vor allem durch sinkende private Investitionen. Im zweiten Halbjahr gewann jedoch die wirtschaftliche Aktivität wieder deutlich an Dynamik. Die privaten Investitionen und auch der Export erhöhten sich spürbar. Mit einem BIP-Zuwachs von 1,6 % blieben die USA im Berichtsjahr insgesamt unter der IWF-Prognose vom Januar 2016 von 2,6 %. Die US-amerikanische Notenbank Fed verhielt sich im Jahresverlauf vorsichtig und führte erst im Dezember 2016 eine zweite Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch.

Das BIP-Wachstum der japanischen Wirtschaft wurde im Berichtsjahr durch die Aufwertung des japanischen Yen gebremst. Gestützt wurde das BIP durch erhöhte Staatsausgaben sowie eine leichte Belebung des privaten Konsums. Insgesamt dürfte auf Basis aktueller Erwartungen die japanische Wirtschaft 2016, auch dank der sehr expansiven Geldpolitik ihrer Notenbank, um 0,9 % gegenüber 2015 gewachsen sein. Damit sollte das Wachstum etwas geringer ausfallen, als der IWF zu Jahresbeginn mit 1,0 % prognostiziert hatte.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer zeigten im Berichtsjahr gemäß dem WEO-Update (World Economic Outlook, WEO) des IWF von Januar 2017 in Summe ein Wachstum von 4,1 % analog zum Vorjahr. Wesentliche Wachstumstreiber waren, wie bereits in den Vorjahren, China und Indien. Die chinesische Wirtschaft entwickelte sich dabei mit einem ausgewiesenen BIP-Wachstum von 6,7 % besser, als der IWF Anfang 2016 mit seiner Prognose von 6,3 % erwartet hatte. Dagegen blieb Indien gemäß IWF mit einem BIP-Wachstum von 6,6 % deutlich unter der Jahresanfangsprognose von 7,5 %. Grund hierfür war die Bargeldreform der indischen Regierung im November 2016, die den privaten Konsum im vierten Quartal stark belastete. Die russische Wirtschaft stabilisierte sich 2016 im Jahresverlauf dank der Erholung der Preise für Rohöl und andere Rohstoffe und schrumpfte nach 3,7 % im Vorjahr nach vorläufigen Schätzungen nur noch um 0,6 %. Die brasilianische Wirtschaft verharrte hingegen 2016 mit einem BIP-Rückgang um 3,5 % auf Basis vorläufiger Daten wie erwartet in der Rezession.

Für die Weltwirtschaft hatte der IWF im Januar 2016 eine Expansion von 3,4 % für das Berichtsjahr prognostiziert. Das geringere Wachstum in den USA und mehreren anderen Ländern verlangsamte gemäß dem WEO-Update des IWF vom Januar 2017 jedoch den Zuwachs der Weltwirtschaft im Jahr 2016 auf 3,1 %, nach 3,2 % im Vorjahr.

Wirtschaftswachstum 2016 im Vergleich zu 2015

Wirtschaftswachstum 2016 im Vergleich zu 2015

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