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Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft setzte im Berichtsjahr ihre Expansion fort. Sowohl der private Konsum als auch die private Investitionstätigkeit, höhere Staatsausgaben und der Außenhandel trugen dazu bei. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 1,7 % und übertraf damit die Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus Januar 2015 von 1,3 %.

Dank des stärkeren Wachstums von Deutschland und Spanien expandierte die Eurozone 2015 nach aktueller Einschätzung des IWF mit 1,5 % ebenfalls kräftiger, als er es im Januar 2015 mit 1,2 % erwartet hatte. Unterstützend wirkte die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die im Berichtszeitraum ihren Leitzins unverändert bei 0,05 % beließ und ab März 2015 mit dem im Januar 2015 angekündigten Anleiheankaufprogramm begann.

Die wirtschaftliche Aktivität der USA wurde im ersten Quartal 2015 durch den strengen Winter zu Beginn des Jahres und den Streik der Hafenarbeiter an der Westküste gebremst, gewann im weiteren Jahresverlauf aber wieder an Dynamik. Mit einem BIP-Zuwachs von 2,4 % blieb sie aber unter der IWF-Prognose vom Januar 2015 von 3,6 %. Die Verbesserung im Jahresverlauf und eine auf zuletzt 5 % gesunkene Arbeitslosenquote veranlassten im Dezember 2015 die US-amerikanische Notenbank, ihre Ende 2014 angekündigte Zinswende einzuleiten und einen ersten Zinsschritt von +25 Basispunkten durchzuführen.

Die japanische Wirtschaft dürfte trotz der sehr expansiven Geldpolitik ihrer Notenbank im Jahr 2015 auf Basis aktueller Erwartungen nur um 0,6 % – wie vom IWF zu Jahresbeginn prognostiziert – gegenüber dem Vorjahr gewachsen sein. Wesentliche Ursache war die anhaltend schwache Binnennachfrage, welche die Industrieproduktion sowie den Dienstleistungssektor belastete. Zudem schwächte sich der Anstieg japanischer Exporte im Jahresverlauf trotz der Yen-Schwäche ab.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer zeigten im Berichtsjahr gemäß dem World Economic Outlook (WEO) Update des IWF von Januar 2016 ein Wachstum von 4,0 %, welches 0,6 Prozentpunkte schwächer als 2014 ausfiel. Gründe hierfür waren vor allem die Rezessionen in Brasilien und Russland mit einem BIP-Rückgang um 3,8 % bzw. 3,7 %. Wesentliche Wachstumstreiber waren wie bereits 2014 China und Indien. Während Indien mit einem BIP-Zuwachs von 7,3 % das Wachstumstempo des Vorjahres dem IWF zufolge halten konnte, schwächte sich das chinesische Wirtschaftswachstum von 7,3 % im Vorjahr auf 6,9 % im Berichtsjahr ab.

Für die Weltwirtschaft hatte der IWF im Januar 2015 eine Expansion von 3,5 % für den Berichtszeitraum prognostiziert. Das geringere Wachstum in den USA und in China sowie die Rezessionen in Brasilien und Russland verlangsamten gemäß dem WEO Update des IWF vom Januar 2016 jedoch den Zuwachs der Weltwirtschaft im Jahr 2015 auf 3,1 % nach 3,4 % im Vorjahr.

Wirtschaftswachstum 2015 im Vergleich zu 2014

Wirtschaftswachstum 2015 im Vergleich zu 2014

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