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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

in den folgenden zwei Geschäftsjahren

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Nach jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) befindet sich die Weltwirtschaft auch 2011 auf Wachstumskurs. Im Januar 2011 prognostizierte der IWF ein Wachstum in Höhe von 4,4 % für die Weltwirtschaft. Die Verlangsamung gegenüber 2010 (Weltwirtschaftswachstum 5,0 %) resultiert dabei im Wesentlichen aus den Folgen der Sparprogramme in Ländern der Eurozone, dem Auslaufen von Konjunkturprogrammen und den erwarteten Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation in den Schwellenländern ("Emerging and Developing Economies").

Für die entwickelten Volkswirtschaften ("Advanced Economies") ist gemäß Einschätzung des IWF mit einem Wachstum von insgesamt 2,5 % im Jahr 2011 zu rechnen (2010: 3,0 %). Zu den Advanced Economies zählen laut IWF neben der Eurozone unter anderem auch Japan und die Vereinigten Staaten. Während die USA im laufenden Jahr von dem von der US-Notenbank FED im November 2010 aufgelegten monetären Hilfsprogramm im Umfang von 600 Mrd US-Dollar profitieren sollten, wird gerade für Japan, nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfsprogramme, mit einem Rückgang des Wachstums der Wirtschaftsleistung auf 1,6 % gerechnet (2010: 4,3 %). Für die USA wird hingegen ein Zuwachs von 3,0 % erwartet (2010: 2,8 %). Innerhalb der Eurozone, für die der IWF ein Wachstum von 1,5 % für 2011 prognostiziert (2010: 1,8 %), wird Deutschland auch 2011 mit 2,2 % den stärksten Anstieg verzeichnen.

Für die Schwellenländer, hierzu zählen unter anderem die Länder Zentral- und Osteuropas, China, Indien, Russland und Brasilien, wird für 2011 ein Rückgang des BIP-Wachstums auf 6,5 % vorhergesagt (2010: 7,1 %). Einzig für Russland wird mit einem Anstieg des BIP auf 4,5 % gerechnet (2010: 3,7 %), der hauptsächlich auf den steigenden Öl- und Gaspreisen sowie den Auswirkungen der in das laufende Jahr hineinreichenden Hilfsprogramme für z. B. die Autoindustrie basiert. In den übrigen BRIC-Ländern – China, Indien und Brasilien – wird hingegen ein Rückgang des immensen Wachstums des Jahres 2010 erwartet. Grund hierfür sind die geplanten Maßnahmen zur Inflationseindämmung. Dennoch liegt das Wachstum in China und Indien deutlich über dem der Weltwirtschaft. China, mittlerweile hinter den USA und vor Japan die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, soll mehr als zweimal so schnell, nämlich um 9,6 % im Jahr 2011 wachsen. Für Indien sieht der IWF ein Wachstum von 8,4 % (2010: 9,7 %). Für Brasilien, dem BRIC-Land mit der dritthöchsten Preisteuerungsrate im Jahr 2010 (5,9 %), prognostiziert der IWF einen Anstieg des BIP in Höhe von 4,5 % (2010: 7,5 %). Grund für die Abschwächung sind neben dem Anstieg des Zinsniveaus, das Auslaufen der staatlichen Förderprogramme und die deutliche Aufwertung des brasilianischen Real (16 % gegenüber dem Euro im Jahr 2010), die die Exporttätigkeit schwächen dürfte.

Für das Jahr 2012 prognostiziert der IWF ein ähnliches Bild wie für 2011 und sagt mit +4,5 % ein ebenso robustes Weltwirtschaftswachstum vorher.

Deutschland
Für die deutsche Wirtschaft wird allgemein für 2011 mit einem Wachstum von über 2 % gerechnet. Der IWF sieht das Wachstum in Deutschland bei 2,2 % (2010: 3,6 %). Damit wird Deutschland auch 2011 unter den Kernländern Europas das höchste Wirtschaftswachstum aufweisen. Einige Ökonomen warnen jedoch diese Zahl nicht über zu bewerten, da ein Gutteil des für 2011 erwarteten Wachstums ihrer Meinung nach aus einem sogenannten "statistischen Überhang" der 2010 erbrachten Wirtschaftsleistung resultiert und die wahre Wachstumsrate (ohne statistischen Überhang) der Wirtschaft bei nur 0,7 % liegt. Begünstigt wird das Wachstum 2011 durch die anhaltend hohe Exporttätigkeit und zunehmend durch die wiedererstarkte Binnennachfrage. 2011 wird die Arbeitslosenquote laut vielfachen Prognosen auf nahe 7,0 % und die Anzahl der registrierten Arbeitslosen auf unter 3 Mio sinken, wodurch der private Konsum deutlich gestärkt würde. Allerdings bereitet Deutschland die zuletzt auf 2,6 % gestiegene Inflationsrate Sorge, da eine Erhöhung des Zinsniveaus insgesamt dämpfend auf die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone wirken könnte, verbunden mit negativen Auswirkungen auf den Export.

Westeuropa/Euroraum
Der Balance-Akt im Euroraum, zwischen Haushaltssanierung und Ausgabendisziplin einerseits und angemessenem Wirtschaftswachstum andererseits, wird auch 2011 das wirtschaftliche Geschehen dominieren. Die Diskussion geht dabei so weit, dass einige Fachleute sich für ein Ausscheiden einzelner Länder aus dem Währungsverbund oder für die Aufteilung des gemeinsamen Euroraumes in Nord und Süd aussprechen. Hintergrund sind Bedenken darüber, wie lange die "starken" Euroländer noch für die Schulden der "schwächeren" aufkommen wollen und wie lange sich die zu strikter Haushaltskonsolidierung angehaltenen Regierungen der "schwächeren" Länder (PIIGS-Staaten: Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) gegen die Unruhen und Widerstände im eigenen Land behaupten können. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die "starken" Euroländer durch die Schaffung des Euroraums Vorteile erzielen konnten, die sonst ausgeblieben wären (z. B. konnten andere Länder nicht über Abwertungen eigene Wettbewerbsposition stärken). Bis zu einer Lösung hat sich die EU über den im November installierten Rettungsschirm im Volumen von 750 Mrd € Zeit verschafft. Über eine Ausweitung der bis 2013 gültigen Zusagen und die Ausgestaltung eines europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM), der anschließend an seine Stelle treten soll, wird aktuell intensiv diskutiert.

Fakt bleibt allerdings, dass die notwendigen, zum Teil drastischen Sparmaßnahmen in den PIIGS-Ländern, das Wachstum der Eurozone in den kommenden Jahren begrenzen. So prognostiziert der IWF für die Eurozone ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,5 % im Jahr 2011 (2010: 1,8 %).

Zentral- und Osteuropa
Aufgrund der teils bedenklich hohen Staatsdefizite wird auch in Zentral- und Osteuropa die Haushaltskonsolidierung das dominierende Thema bleiben. Innerhalb der sogenannten CE3-Staaten (Ungarn, Polen und die Tschechische Republik) zählt Polen weiter zu den Ländern mit den besten Wachstumsaussichten. Gemäß einer Studie der Deutschen Bank wird Polen 2011 innerhalb Europas mit 3,9 % den höchsten Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung erzielen. Unabhängigen Beobachtern bereiten die jüngst unternommenen Maßnahmen der Regierung in Ungarn immer mehr Bedenken. Nach einer Übertragung von Pensionsvermögen an den Staat, wurde nach der Pressefreiheit auch die Unabhängigkeit der Gerichte und der Notenbank eingeschränkt, worauf etwa die Ratingagentur Moody's mit einer Herabstufung des Kreditratings um volle zwei Stufen reagierte. Der Ausblick für die Tschechische Republik bleibt hingegen nach Meinung der Deutschen Bank robust und soll 2011 bei 2,3 % liegen. Die Kerninflation bleibt in den genannten Ländern die niedrigste innerhalb Europas.

Russland
Entscheidend für die Entwicklung der russischen Wirtschaft wird der weitere Verlauf der Öl- und Gaspreise im Jahr 2011 sein. Der jüngst im Zuge der Demokratiebewegungen in Ägypten wieder über die 100 US-Dollar Marke gekletterte Ölpreis für Brent-Öl sollte somit positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung in Russland wirken. Die wetterbedingten Ernteausfälle – im Sommer 2010 wurden große Getreideanbauflächen im Zuge der Sommerdürre vernichtet – haben sich 2010 deutlich negativ auf die Inflationsentwicklung ausgewirkt. Eine Eindämmung dieser Entwicklung über Zinserhöhungen könnte sich allerdings negativ auf den Außenwert des Rubels und damit auf die Exporttätigkeit Russlands auswirken. Das Wirtschaftswachstum müsste dann verstärkt durch die Binnennachfrage getragen werden, was angesichts einer Arbeitslosigkeit von mehr als 7 % zumindest fraglich erscheint. Da auch die russische Regierung gegen ein Staatsdefizit von fast 5 % ankämpfen muss, sind die Mittel für weitere staatliche Konjunkturprogramme begrenzt. Der IWF sieht für Russland ein Wirtschaftswachstum für das Jahr 2011 in Höhe von 4,5 % (2010: 3,7 %).

Amerika
Trotz des Einsatzes enormer finanzieller Mittel ist es der größten Volkswirtschaft der Welt bisher nicht gelungen, den eigenen Arbeitsmarkt entscheidend wiederzubeleben. Die Arbeitslosenquote sank im Jahr 2010 um nur 0,6 Prozentpunkte auf 9,4 %. Die Ökonomen von Deloitte rechnen in ihrem Global Economic Outlook vor, dass es – selbst bei einer Schaffung von 200.000 Arbeitsplätzen pro Monat – von heute bis zum Jahr 2020 dauern würde, um die Arbeitslosenquote in den USA auf unter 6 % zu verringern. Bei einem Anteil des privaten Konsums in Höhe von 70 % an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kommt der Arbeitslosenquote in den USA eine besonders hohe Bedeutung zu. Zudem ist das Haushaltsdefizit, nicht zuletzt durch das 600 Mrd US-Dollar schwere monetäre Hilfsprogramm der US-Notenbank vom November 2010, weiter auf einem sehr hohen Niveau von zuletzt 8,9 % des BIP. Der Häusermarkt hat sich 2010 zwar stabilisieren können, allerdings waren auch hierzu umfangreiche steuerliche Anreize nötig. Laut "Case Shiller-Hauspreisindex" sind die Häuserpreise im Jahr 2010 in 16 von 20 Metropolen gesunken. Trotz der Bedenken, dass sich 2011 aus dem Lagerzyklus keine weiteren wesentlichen Impulse für die US-Wirtschaft ergeben, sieht der IWF für die USA für das Jahr 2011 eine Ausweitung des Wirtschaftswachstums um 0,2 Prozentpunkte gegenüber 2010 auf 3,0 %.

Asien
Trotz der intensiv geführten Diskussion über den tatsächlichen Außenwert des Renminbi lässt China nur im begrenzten Umfang eine Aufwertung der eigenen Währung gegenüber Fremdwährungen zu. Dadurch bleibt auch im Jahr 2011 die Exporttätigkeit der mittlerweile zweitgrößten Wirtschaftskraft der Welt der treibende Faktor für das Wirtschaftswachstum, das der IWF für 2011 auf 9,6 % schätzt. Nach wie vor steht der Export in die Triade (Europa, NAFTA-Region und Japan) für mehr als 90 % der Exportleistung, aber auch der Beitrag der Schwellenländer Indien, Brasilien und Russland steigt beständig an und wuchs 2010 mit hohen zweistelligen Raten. Die Umverteilung von Wohlstand aus den Küstenregionen in die ländlichen Gebiete kann künftig einen weiteren stabilisierenden Faktor für die Binnennachfrage darstellen. Sorgen bereitet die in allen Schwellenländern zu beobachtende, stetig steigende Inflation, die zuletzt bei 4,6 % lag. Die restriktivere Zinspolitik der chinesischen Notenbank (als Reaktion auf die steigende Inflation) sollte sich auch 2011 fortsetzen, da trotz der Anhebung der Zinsen auf aktuell 1,9 %, das Niveau noch immer weit unter der Preisteuerungsrate liegt, womit das reale Zinsniveau in China negativ bleibt.

Innerhalb der BRIC-Länder ist die Inflation in Indien mit am höchsten. Getrieben durch die rasant steigenden Lebensmittelpreise lag sie 2010 lange Zeit im zweistelligen Bereich und deutlich über dem Zentralbankziel von 6 %, worauf die Notenbank insgesamt mit sechs Zinsanhebungen im Jahr 2010 auf ein Niveau von 6,25% reagierte und Höchstpreise für bestimmte Lebensmittel (etwa für Zwiebeln) einführte. Andererseits wurde der Wirtschaft durch die Rekordzahl an Börsengängen (IPOs) und die Versteigerung der staatlichen Telefongesellschaft und Funkfrequenzen so viel Liquidität entzogen, dass die indische Notenbank die Liquiditätsreserve für Geschäftsbanken auf 1 % senkte, um mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Deswegen und aufgrund der hohen Inflation ist auch 2011 mit einer weiteren Anhebung des Zinsniveaus zu rechnen. Bedenklich bleibt auch die rapide Zunahme der Staatsverschuldung, die 2010 um mehr als 70 % zunahm und bei rund 6 % des BIP liegt. Um den Export, eine wichtige Stütze der Wirtschaftsleistung, auch künftig weiter abzusichern, will Indien im Verlauf des Jahres 2011 einige weitreichende Handelsabkommen mit Neuseeland und Kanada abschließen. Mit der EU wird über ein Handels- und Investitionsabkommen verhandelt. Der IWF sieht für Indien im Jahr 2011 ein Wachstum der Wirtschaft in Höhe von 8,4 %.

Sinkende Nominallöhne, auslaufende staatliche Subventionsprogramme und die Stärke der heimischen Währung werden 2011 zu einer deutlichen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Japan führen. Außerdem bekommt der Exportriese zunehmend Konkurrenz von koreanischen, thailändischen und chinesischen Produzenten, wodurch die wichtigste Säule der japanischen Wirtschaft – der Export – zunehmend an Bedeutung verliert. Die konventionellen monetären Stimuli sind durch das Absenken der Zinsen auf nahe 0 % weitestgehend aufgebraucht. Außerdem hat Japan unter den entwickelten Volkswirtschaften gemessen am BIP das höchste Staatsdefizit. Es liegt bei rund 200 % der Wirtschaftsleistung. Folglich prognostiziert der IWF für Japan 2011 nur ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,6 % (2010: 4,3 %).

Branchenentwicklung

Unsere wichtigsten Absatzmärkte sind das weltweite Geschäft mit Automobilherstellern einerseits und die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen andererseits, insbesondere in West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region, wobei die sogenannten BRIC-Länder mittlerweile ebenfalls einen Umsatzanteil von 11 % im Jahr 2010 ausmachen. Das Erstausrüstungsgeschäft mit den Automobilherstellern hat einen bedeutenden Einfluss auf die Geschäftsentwicklung unserer Divisionen Chassis & Safety, Powertrain, Interior und ContiTech. Dagegen sind die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen von wesentlicher Bedeutung für die Reifen-Divisionen.

Aktuell gehen die meisten unabhängigen Marktbeobachter von einem Anstieg der weltweiten Pkw-Produktion zwischen 4 % und 5 % auf 75 Mio Pkw im Jahr 2011 aus. Treiber des Wachstums soll neben den asiatischen Märkten Indien und China die NAFTA-Region sein. Für Europa rechnet man lediglich mit einem leichten Anstieg der Produktion. Allerdings hat sich das Bild gerade in den vergangenen Monaten für Europa zunehmend aufgehellt, da der Rückgang der Neuzulassungszahlen nach dem Absetzen/Auslaufen der Verkaufsfördermaßnahmen nicht in dem befürchteten Ausmaß eingetreten ist. So prognostiziert etwa der VDA einen Anstieg der Produktion in Deutschland im laufenden Jahr von fast 5 % auf 5,8 Mio Einheiten. Innerhalb Europas steht die deutsche Fahrzeugproduktion für rund ein Drittel aller produzierten Pkw. Für Europa rechnet CSM, eines der führenden Prognoseinstitute, mit einem Anstieg der Produktion um ca. 100.000 Einheiten auf 18,7 Mio Pkw. Für die NAFTA-Region streut die Bandbreite der Schätzungen für die Neuzulassungszahlen aktuell zwischen 13,0 Mio und 14,5 Mio Fahrzeuge (Pkw und Light trucks). Für die Produktion kristallisierte sich auf der Detroit Motor Show im Januar 2011 ein Konsens von 13 Mio Fahrzeugen heraus. Trotz der Einschränkung von Steuervergünstigungen für Neufahrzeuge und der Einschränkung der Anzahl der neu zu vergebenden Lizenzen bleibt China nach Europa der bedeutendste Markt für die Fahrzeugproduktion weltweit. Nach den Spekulationen, dass auch weitere "Mega Cities" in China dem Beispiel von Peking folgen könnten, wurde dies jüngst von anderen Provinzen zurückgewiesen. Zu Jahresbeginn hatte Peking zur Eindämmung des Verkehrsaufkommens die Zahl der Lizenzen für neue Pkw auf 240.000 Fahrzeuge für neu zuzulassende Pkw limitiert. Besitzer eines Fahrzeugs dürfen aber weiterhin Neufahrzeuge kaufen. Zuletzt war die Zahl der Neuzulassungen auf mehr als 800.000 Fahrzeuge in Peking angestiegen. Diese Diskussion macht aus unserer Sicht deutlich, dass China über viele Mechanismen verfügt, um die Zahl der neu produzierten Fahrzeuge zu steuern, was angesichts des rasant wachsenden Verkehrsaufkommens und der damit einhergehenden Umweltbelastung notwendig erscheint. Fakt ist aber auch, dass ein hohes Wirtschaftswachstum in der Vergangenheit nur mit einem Anstieg der Neuzulassungen und folglich auch der Produktion einhergegangen ist. Deswegen rechnet man auch für 2011 mit einem hohen einstelligen Wachstum der Produktion in China auf etwa 16,5 Mio Fahrzeuge. In Summe wird das Wachstum der Produktion in den BRIC-Ländern 2011 bei mehr als 10 % auf 25 Mio Fahrzeuge gesehen.

Produktion Pkw, Kombifahrzeuge leichte Nutzfahrzeuge < 6 t** in Mio Stück
  2010* 2011 2012
Europa gesamt 18,6 18,7 19,6
   Westeuropa 13,0 13,0 13,4
   Osteuropa 5,6 5,7 6,3
NAFTA-Region 11,9 12,9 13,9
Südamerika 4,1 4,3 4,6
Asien 35,1 37,3 40,6
Afrika und Mittlerer Osten 2,1 2,2 2,4
Weltweit 71,8 75,5 81,2
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Auch für die Nutzfahrzeugmärkte ist für 2011 gemäß Global Insight, einem der führenden Prognoseinstitute, mit einem deutlichen Wachstum der Produktion zu rechnen. Für Europa rechnet Global Insight nach einem Zuwachs von 125.000 Neufahrzeugen im Jahr 2010 mit einer weiteren Beschleunigung des Anstiegs der neu produzierten Nutzfahrzeuge um 155.000 Einheiten auf 550.000 Einheiten. Für Nordamerika fällt der Anstieg gemäß Prognose noch höher aus und soll auf 328.000 Einheiten steigen. Über alle Märkte rechnet Global Insight laut jüngster Prognose mit einem Anstieg der weltweiten Nutzfahrzeugproduktion um fast 7 % auf 3,46 Mio Fahrzeuge.



Produktion Nutzfahrzeuge > 6 t ** in Tsd Stück
  2010* 2011 2012
Europa gesamt 395 550 707
   Westeuropa 283 402 514
   Osteuropa 112 148 193
NAFTA-Region 254 328 446
Südamerika 247 248 267
Asien 2.342 2.332 2.485
Weltweit 3.238 3.459 3.905
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Die Pkw-Ersatzreifenmärkte haben sich 2010 in einem bisher nicht gesehen Ausmaß erholt. Auch für 2011 sehen externe Prognoseinstitute wie LMC eine Fortsetzung der guten Entwicklung von 2010. Nach einem Wachstum von rund 8 % im Jahr 2010 soll der Pkw-Ersatzreifenmarkt 2011 noch einmal um 7 % zulegen.

Die aktuell größten Märkte – Europa und die NAFTA-Region – sollen 2011 um jeweils 4 % wachsen. Für Asien wird mit einem Wachstum von fast 12 % gerechnet. Damit würde Asien bereits 2011, die NAFTA-Region als zweitgrößten Pkw-Ersatzreifenmarkt ablösen.



Absatz im Ersatzgeschäft Pkw-Reifen (inkl. Reifen für leichte Nutzfahrzeuge und allradgetriebene Fahrzeuge)
in Mio Stück 2010* 2011 2012
West-und Zentraleuropa 280,4 292,6 305,7
NAFTA-Region 255,2 263,8 276,4
Asien 239,2 267,6 299,3
Südamerika 52,3 55,3 58,8
Übrige Märkte 106,1 115,0 119,6
Weltweit 933,1 994,3 1.059,8
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Die Lkw-Ersatzreifenmärkte werden nach externer Einschätzung 2011 ein ebenso starkes Wachstum aufweisen wie die Pkw-Ersatzreifenmärkte. Der weltweit größte Markt in Asien wird mit einem Wachstum von 7 % allerdings nicht die höchste Dynamik aufweisen. Gemäß LMC wird dies 2011 Europa mit einem Zuwachs von mehr als 8 % sein. Für die NAFTA-Region prognostiziert LMC hingegen, bedingt durch die starken Zuwächse im Erstausrüstungsgeschäft, nur ein Wachstum von 4 %. Die Region Südamerika wird 2011 gemessen an den Zuwachsraten auf Platz 2 liegen und ebenfalls um 8 % zulegen können. Weltweit soll das Wachstum des Nutzfahrzeugersatzreifenmarkts bei 7 % liegen.



Absatz im Ersatzgeschäft Lkw-Reifen
in Mio Stück 2010* 2011 2012
West-und Zentraleuropa 17,9 19,4 20,9
NAFTA-Region 18,0 18,8 19,8
Asien 66,0 70,8 74,8
Südamerika 11,6 12,5 13,5
Übrige Märkte 17,9 19,0 20,0
Weltweit 131,5 140,5 149,0
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Rohstoffmärkte
Der drastische Anstieg der Kautschukpreise, insbesondere des Naturkautschuks, der sich zum Ende des vierten Quartals 2010 beschleunigte, hat sich auch im Jahr 2011 weiter fortgesetzt. Der Grund für den Anstieg des Naturkautschukpreises, der allein im vierten Quartal 2010 um 45 % zulegte, war neben dem schlechten Wetter in Thailand und Indonesien die einsetzende Winterzeit, die den Ernteertrag der Kautschukbäume zusätzlich einschränkte. In Indonesien, Thailand und Malaysia werden rund 70 % des weltweiten Naturkautschuks angebaut. Ein langfristiges Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot ist nach einer Beruhigung der Wettersituation in diesen Ländern nicht abzusehen, weswegen man auf eine Stabilisierung der Preise auf mittlere Sicht hoffen darf. Allerdings hat die Preisentwicklung des Naturkautschuks der vergangenen drei Jahre gezeigt, wie schlecht vorhersagbar seine Entwicklung ist. Den Ölpreis sieht der IWF gemäß seiner jüngsten Prognose als Durchschnitt verschiedener Quotierungen (UK Brent, Dubai, West Texas Intermediate) bei 89,50 US-Dollar pro Barrel für 2011 und bei 89,75 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2012. Rohstoffe wie etwa Stahl oder andere Basismetalle sind auf Grundlage mehrmonatiger Kontrakte fixiert oder spielen für die Gewinnentwicklung des Continental-Konzerns eine untergeordnete Rolle.

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Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). Der CVC stellt den absoluten Wertbeitrag sowie als Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten wertschaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.
Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) vom ROCE subtrahiert und mit den durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres multipliziert. Der für den Continental-Konzern errechnete durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz entspricht der geforderten Mindestverzinsung. Der Kapitalkostensatz wird als gewichteter Durchschnittskostensatz aus Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization).

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Netto-Finanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäfts, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts.

IAS. International Accounting Standards.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten, der vorhandenen liquiden Mittel, den positiven beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente sowie sonstigen verzinslichen Anlagen.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva abzüglich Passiva der Bilanz ohne Berücksichtigung der Netto-Finanzschulden sowie diskontierter Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, latenter Steuern und Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie anderer finanzieller Vermögenswerten und Schulden.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als "PPA Anpassung" berücksichtigt.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretations Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap. Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremdsowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Sofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.