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Prognose der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Künftige Rahmenbedingungen

Für Deutschland rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook Update vom Januar 2017 für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 %. Ein Grund für das niedrigere Wachstum liegt in der geringeren Anzahl von Arbeitstagen im Vergleich zu 2016, ein anderer in einem voraussichtlich geringeren Anstieg der Staatsausgaben als im Vorjahr. Für die Eurozone erwartet der IWF für 2017 einen BIP-Zuwachs um 1,6 %. Nach seiner Einschätzung wird sich 2017 die Belebung der Binnennachfrage weiter fortsetzen.

Für die USA prognostiziert der IWF für das laufende Jahr einen kräftigen Anstieg des BIP-Wachstums auf vorerst 2,3 %. Je nach tatsächlichem Umfang der angekündigten fiskalpolitischen Maßnahmen der neuen Regierung sind Änderungen dieser Prognose im Laufe des Jahres wahrscheinlich. Bremsend auf die wirtschaftliche Aktivität könnten 2017 vor allem eine weitere Aufwertung des US-Dollar und die angekündigten Zinserhöhungen der US-amerikanischen Notenbank Fed wirken.

Für Japan erwartet der IWF eine Fortsetzung des moderaten Wachstums und rechnet mit einem BIP-Zuwachs von 0,8 %. Positiv wirken weiterhin das negative Zinsumfeld sowie steigende Einkommen privater Haushalte und staatliche Ausgaben.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer dürften 2017 gemäß IWF voraussichtlich ein BIP-Wachstum von 4,5 % erreichen. Als wesentliche Stützen sieht der IWF dabei Indien, für dessen Wirtschaft mit einem Wachstum von 7,2 % gerechnet wird, und China, mit einem BIP-Zuwachs in Höhe von 6,5 %. Nachdem 2016 die Rezessionen in Russland und Brasilien das Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer noch gebremst haben, wird dieser Effekt 2017 aufgrund der Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in diesen beiden Volkswirtschaften deutlich geringer ausfallen. Für Russland erwartet der IWF ein Wachstum des BIP im Jahr 2017 von 1,1 % und für Brasilien eine leichte Zunahme um 0,2 %.

Auf Basis dieser Einschätzungen prognostiziert der IWF für die Weltwirtschaft einen Anstieg des Wachstums um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 % für das Jahr 2017.

Erhebliche Risiken sieht der IWF in einer Zunahme politischer Uneinigkeit in vielen Ländern. Hinzu kommen die vielerorts wachsenden protektionistischen Tendenzen, die einen negativen Effekt auf den internationalen Handel und die Weltwirtschaft haben können. Zudem besteht gemäß IWF in den entwickelten Volkswirtschaften unverändert das Risiko einer Wachstumsabschwächung. Auch das Risiko von Finanzmarktturbulenzen durch neue Bankenkrisen in hochverschuldeten Ländern besteht fort. Ferner dämpfen gemäß IWF geopolitische Spannungen in verschiedenen Ländern deren konjunkturelle Entwicklung spürbar.

Chancen sieht der IWF für 2017 vor allem in stärker als erwarteten fiskalpolitischen Maßnahmen der USA und/oder Chinas mit entsprechend positiven Effekten auf deren primäre Handelspartner.

Prognostiziertes Wirtschaftswachstum 2017 im Vergleich zu 2016

Prognostiziertes Wirtschaftswachstum 2017 im Vergleich zu 2016

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