Suche

 

Ausblick des Continental-Konzerns

 

Prognosevergleich für das abgelaufene Geschäftsjahr
Continental hat ihre im Februar 2015 aufgestellte Prognose über den Verlauf des Geschäftsjahres 2015 in wichtigen Kenngrößen erreicht und teilweise deutlich übertroffen. Der Ausblick wurde anlässlich der Quartalsveröffentlichungen regelmäßig überprüft und angepasst. Insbesondere haben wir das Ziel für den Free Cashflow vor Akquisitionen aufgrund der guten unterjährigen Entwicklung zuletzt mit der Veröffentlichung des Finanzberichts zum 30. September 2015 auf mehr als 2 Mrd € angehoben. Das für den Konzern prognostizierte Umsatzvolumen, das wir zu Beginn des Jahres 2015 auf mehr als 38,3 Mrd € schätzten, konnten wir im Wesentlichen aufgrund von positiven Währungskurseinflüssen übertreffen. Dagegen blieb der Umsatzbeitrag aus der Erstkonsolidierung von Veyance Technologies aufgrund der schwierigen Marktsituation im Öl- und Gasgeschäft sowie im Minengeschäft hinter unseren Erwartungen zurück. In Summe erreichte der Beitrag aus positiven Währungskurseffekten 2,2 Mrd €. Veyance Technologies trug mit 1,1 Mrd € zum Umsatz bei.

Sowohl in der Automotive Group als auch in der Rubber Group konnten wir die selbst gesteckten Ziele für die bereinigte EBIT-Marge sicher erreichen. Insbesondere in der Rubber Group wirkte sich die Entwicklung der Rohstoffkosten positiv auf das bereinigte EBIT aus.

Das Zinsergebnis fiel, begünstigt durch die gute Entwicklung des Free Cashflow, niedriger aus als erwartet. Die Steuerquote lag leicht unter unserer Prognose von rund 30 %. Der Free Cashflow vor Akquisitionen lag aufgrund des höher ausgefallenen operativen Ergebnisses und der positiven Entwicklung des Working Capital zum Jahresende noch einmal höher als zuletzt von uns im November 2015 erwartet.

Auftragslage
Die Auftragslage in der Automotive Group hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter positiv entwickelt. In Summe konnten die Automotive-Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior Aufträge akquirieren, die sich über die Gesamtdauer der Belieferung in die Fahrzeuge wertmäßig auf etwas mehr als 30 Mrd € summieren. Diese sogenannten Lifetime Sales basieren dabei im Wesentlichen auf Annahmen über die Produktionsvolumina der jeweiligen Fahrzeug- oder Motorenplattformen, die vereinbarten Kostenreduzierungen und die Preisentwicklung wichtiger Rohmaterialien. Der hierdurch ermittelte Auftragsbestand stellt eine Richtgröße für den auf mittlere Sicht erzielbaren Umsatz dar, der bei einer Änderung der genannten Einflussgrößen Abweichungen aufweisen kann. Sollten sich die getroffenen Annahmen als richtig erweisen, dann stellen die Lifetime Sales eine gute Richtgröße für das in vier bis fünf Jahren erreichbare Umsatzvolumen der Automotive Group dar.

Aufgrund des hohen Anteils des Ersatzreifengeschäfts am Umsatz der Division Reifen ist eine Ermittlung eines aussagekräftigen Auftragsbestands nicht möglich. Ähnliches trifft auf die Division ContiTech zu. Sie besteht seit 2016 aus neun Geschäftsbereichen, die auf unterschiedlichen Märkten und Industriezweigen, die wiederum eigenen Einflussfaktoren unterliegen, tätig sind. Eine Konsolidierung der Auftragsbestände der verschiedenen Geschäftsbereiche der Division ContiTech hätte daher nur begrenzte Aussagekraft.

Ausblick des Continental-Konzerns
Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir einen Anstieg der weltweiten Fahrzeugproduktion (Pkw, Kombifahrzeuge und leichte Nutzfahrzeuge) um 1,5 % auf knapp 90 Mio Einheiten. Für die für Continental bedeutenden Pkw-Ersatzreifenmärkte Europa und NAFTA-Region gehen wir von einem Anstieg der Nachfrage um insgesamt 10 Mio Ersatzreifen bzw. einem Nachfrageplus in Höhe von jeweils 2 % aus. Auf Basis dieser Marktannahmen und unter Annahme konstanter Währungskurse rechnen wir mit einem Anstieg des Konzernumsatzes 2016 auf rund 41 Mrd €.

Wir haben uns für das Geschäftsjahr 2016 das Ziel gesetzt, auf Konzernebene eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 10,5 % sicher zu erreichen. Die im Vergleich zum Vorjahr geringere Erwartung an die Entwicklung der bereinigten EBIT-Marge ist dabei im Wesentlichen durch den Einbezug von Veyance Technologies in die Vergleichszahlen des Vorjahres zu erklären. Für die Automotive Group rechnen wir mit einem Umsatzwachstum in Höhe von mehr als 5 % auf rund 25 Mrd € und einer bereinigten EBIT-Marge von mindestens 8,5 %. Für die Rubber Group erwarten wir ein Umsatzwachstum auf mehr als 16 Mrd € und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 15,5 %.

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2015

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2015

Für das Jahr 2016 rechnen wir mit einem positiven Beitrag aus niedrigeren Rohmaterialpreisen in der Rubber Group in Höhe von rund 100 Mio €. Dabei unterstellen wir einen Durchschnittskurs für Naturkautschuk (TSR 20) in Höhe von 1,50 US-Dollar/kg (2015: 1,44 US-Dollar/kg) und für den Synthesekautschukgrundstoff Butadien in Höhe von 0,90 US-Dollar/kg (2015: 0,90 US-Dollar/kg). Der erwartete positive Effekt stammt im Wesentlichen aus dem zuletzt deutlich gesunkenen Ölpreis. Für die Rubber Group errechnet sich je 10 US-Dollar Absenkung des Durchschnittspreises für Rohöl ein jährlicher positiver Bruttoeffekt von rund 50 Mio US-Dollar auf das operative Ergebnis. Der Durchschnittspreis für die Nordseesorte Brent lag im Jahr 2015 bei rund 52 US-Dollar.

Infolge der Teilrückzahlung des Festdarlehens und der Refinanzierung der US-Dollar-Anleihe im Geschäftsjahr 2015 rechnen wir 2016 mit einem negativen Zinsergebnis von weniger als 250 Mio €. Die Steuerquote sollte im Jahr 2016 bei rund 30 % liegen.

Für 2016 rechnen wir mit Sondereffekten in Höhe von rund 100 Mio €. Die Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, die im Wesentlichen aus den Erwerben von Veyance Technologies und von Elektrobit Automotive stammen, werden voraussichtlich bei rund 150 Mio € liegen und im Wesentlichen die Divisionen ContiTech und Interior betreffen.

Die Investitionen vor Finanzinvestitionen werden im Geschäftsjahr 2016 wieder bei rund 6 % vom Umsatz liegen. Die Verteilung zwischen der Automotive und der Rubber Group wird bei etwa 57 % zu 43 % liegen.

Die größten Projekte innerhalb der Division Chassis & Safety sind auch im Jahr 2016 wieder der weltweite Ausbau der Fertigungskapazitäten im Geschäftsbereich Vehicle Dynamics für die Bremsengenerationen MK 100 und MK C1, der Ausbau der Produktionsstätte in Mexiko für die elektrische Parkbremse und Investitionen im Geschäftsbereich Advanced Driver Assistance Systems in den Ausbau der Kapazitäten für Radarsensoren und Surround View-Systeme. Die Division Powertrain investiert im Geschäftsbereich Engine Systems vornehmlich in den Kapazitätsausbau der Diesel-Hochdruckinjektoren in Deutschland sowie in die Erweiterung der weltweiten Fertigungskapazitäten für Turbolader. Zudem sind weitere Investitionen im Geschäftsbereich Hybrid Electric Vehicle für „48-Volt Eco Drive“-Projekte in China geplant. In der Division Interior liegt ein Investitionsschwerpunkt im Ausbau der Fertigungskapazitäten für Kombi-Instrumente in Osteuropa und in der NAFTA-Region.

Die Investitionsschwerpunkte im Jahr 2016 in der Division Reifen werden in der Fortführung der begonnenen Investitionsprojekte (Kapazitätserweiterungen sowie Maßnahmen zur Umsetzung von Qualitätssicherung und Kostensenkung) liegen. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Ausbau der Pkw-Reifenproduktion in Osteuropa, China und der NAFTA-Region. Im Bereich Nutzfahrzeugreifen liegt der Fokus im Ausbau der Fertigungskapazitäten in der NAFTA-Region. In der Division ContiTech bilden eine Werkverlagerung im Geschäftsbereich Mobile Fluid Systems und die Produktionserweiterung im Geschäftsbereich Benecke-Kaliko Group die Investitionsschwerpunkte im Jahr 2016.

Continental weist zum Jahresende 2015 Netto-Finanzschulden von 3,5 Mrd € auf. Auch in Zukunft wollen wir, im Einklang mit unserem Ziel, die Abhängigkeit von der Automobilerstausrüstung zu verringern, insbesondere das Industriegeschäft weiter stärken. Hierfür sind auch weitere Unternehmenszukäufe nicht ausgeschlossen. Ein weiterer Fokus liegt auf der gezielten Verstärkung unserer Technologiekompetenz in Zukunftsfeldern innerhalb der Automotive Group. Wir planen, für das Jahr 2016 einen Free Cashflow vor Akquisitionen von mindestens 1,8 Mrd € zu erreichen.

Der Start in das Jahr 2016 bestätigt in einem schwierigen Umfeld unsere Erwartungen für das Gesamtjahr.

top