Suche

 

Ausblick des Continental-Konzerns

 

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung
Für das Jahr 2011 erwarten wir einen Anstieg der weltweiten Pkw-Produktion auf 75 Mio Einheiten. In unseren derzeit wichtigsten Märkten – der NAFTA-Region und Europa – rechnen wir mit einem Anstieg der Produktion um 4 % auf fast 32 Mio Fahrzeuge. Für Asien, wo die Automotive Group bereits einen Umsatzanteil von 21 % erwirtschaftet, gehen wir von einem Anstieg der Produktion im hohen einstelligen Bereich auf mehr als 37 Mio Einheiten aus. Risiken sind insbesondere mögliche Auswirkungen der sogenannten Schuldenkrise in Europa oder ein Abschwung der US-Wirtschaft als Folge des Auslaufens monetärer Anreize bzw. die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in den USA.

Vor dem beschriebenen Hintergrund rechnen wir 2011 für die Automotive Group mit einem Wachstum der Umsatzerlöse um 10 % auf rund 17,5 Mrd €. Auch das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) sollte sich 2011, als Folge der 2009 initiierten Restrukturierungsmaßnahmen insbesondere in den Divisionen Powertrain und Interior, weiter verbessern. Das Ziel der Division Chassis & Safety wird es sein, das hohe bereinigte EBIT-Margenniveau des Vorjahres im Jahr 2011 zu bestätigen. Dieses Ziel wird erschwert durch die erstmalige Vollkonsolidierung bestimmter chinesischer Automotive Aktivitäten, da der Ergebnisbeitrag in den Vorjahren bereits als assoziiertes Unternehmen anteilig berücksichtigt war. Für die Division Interior rechnen wir mit einer Fortsetzung der erfreulichen operativen Entwicklung. In der Division Powertrain rechnen wir nach dem Überschreiten der operativen Gewinnschwelle im Jahr 2010 für 2011 mit einer bereinigten operativen EBIT-Marge von mindestens 2 %. Das Erreichen dieses Ziels hängt ganz maßgeblich von der erfolgreichen Umsetzung der Turnaround-Ziele und dem erfolgreichen Management der Neuanläufe in den kommenden Quartalen ab. Die Division Powertrain konnte allein im abgelaufenen Jahr einen Auftragsbestand mit einem Lifetime Geschäftsvolumen von 7,9 Mrd € akquirieren. Das entspricht dem 1,7-fachen des im Jahr 2010 erzielten Umsatzvolumens.

Aufgrund der hohen Nachfrage bleibt die Liefersituation für elektronische Komponenten angespannt, was bereits 2010 zu erhöhten Frachtkosten geführt hat. Aus heutiger Sicht halten wir dieses Problem für beherrschbar, da spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2011 weitere Kapazitäten bei unseren Lieferanten zur Verfügung stehen sollten. Bei einer günstigen Entwicklung anderer Industrien, die baugleiche Teile einsetzen, sind weitere Sonderfrachten im Jahr 2011 allerdings nicht auszuschließen.

Für 2011 gehen wir von einem Wachstum der Pkw-Ersatzreifenmärkte in Europa und Nordamerika von 4 % bzw. 3 % aus. Die positive Entwicklung der Lkw-Erstausrüstungsmärkte wird sich auch 2011 fortsetzen. Für die Lkw-Ersatzreifenmärkte ist ebenfalls von einer positiven Entwicklung in Europa und Nordamerika auszugehen. Eine erhebliche Belastung stellen die weiter deutlich steigenden Rohstoffkosten dar. Die bereits zu Jahresbeginn 2011 initiierten Preiserhöhungen, die der Kompensation der Belastung aus dem Jahr 2010 dienen sollten, werden nicht ausreichen, um den neuerlichen Anstieg des Kautschukpreises auf fast 6,00 US-Dollar/kg zu kompensieren. Sollten sich die Preise auf einem Niveau über 5,50 US-Dollar/kg stabilisieren, wäre auch 2011 mit einer Zusatzbelastung von brutto mehr als 700 Mio € zu rechnen. Dies wird die Division Nfz-Reifen überproportional belasten, da in einem Lkw-Reifen 15-mal soviel Naturkautschuk eingesetzt wird wie in einem Pkw-Reifen. Somit würde sich die kumulierte Bruttozusatzbelastung in der Rubber Group auf mehr als 1 Mrd € in den Jahren 2010 und 2011 belaufen.

Angesichts der positiven Volumenaussichten und der zur Abschwächung der Belastung aus den gestiegenen Rohstoffpreisen notwendigen Preiserhöhungen rechnen wir für die Rubber Group mit einem Umsatzanstieg von ebenfalls 10 % im Jahr 2011 auf mehr als 11 Mrd €. Angesichts der zum Teil drastischen Mehrbelastung aus den gestiegenen Rohstoffkosten streben wir eine Verstetigung des soliden Vorjahresniveaus des bereinigten EBIT in Höhe von rund 1,5 Mrd € an. Chancen und Risiken für die operative Ergebnisentwicklung der Reifenbereiche ergeben sich insbesondere aus dem weiteren Verlauf des Naturkautschukpreises. Ein weiterer deutlicher Anstieg würde das Erreichen unserer Ziele gefährden. Dagegen würde uns ein deutlicher Rückgang der Preise erst mit einem Zeitversatz von drei bis sechs Monaten begünstigen. Insbesondere der Division Nfz-Reifen wird es im laufenden Jahr nur mit ganz erheblichen Anstrengungen möglich sein, ein vor dem Hintergrund der drastischen Erhöhung der Rohstoffpreise akzeptables operatives Ergebnis zu erzielen. Die Division ContiTech, die eine im Vergleich zu den Reifen-Divisionen deutlich geringere Abhängigkeit vom Naturkautschuk aufweist, strebt trotz der zu erwartenden Mehrbelastung aus den ebenfalls stark gestiegenen Preisen für Synthesekautschuk und Chemikalien auch für das Jahr 2011 eine weitere Verbesserung des operativen Ergebnisses an. In der Division Pkw-Reifen werden ebenfalls erhebliche Anstrengungen notwendig sein, um das gute Ergebnisniveau des Vorjahres zu wiederholen. Die zu Jahresbeginn initiierten Preissteigerungen werden nicht ausreichen, um die 2011 auftretenden Belastungen zu kompensieren. Sollte sich ein Preis je Kilo Naturkautschuk von 5,50 US-Dollar als Jahresdurchschnittswert bestätigen, werden wir nochmals mit deutlichen Preissteigerungen reagieren müssen. Dennoch bieten sich der Division Pkw-Reifen auch Chancen, die zu einem großen Teil aus einer weiteren Mengen- sowie Mixverbesserung resultieren. Der strenge Winter und der gute Abverkauf von Winterreifen durch den Handel in der Saison 2010/2011 haben noch einmal gute Voraussetzungen für die Winterreifensaison 2011/2012 geschaffen. Zudem arbeiten wir wie gewohnt in allen Divisionen stetig an Effizienzsteigerungen, um einen Teil der Belastungen aus dem Preisdruck unserer Erstausrüstungskunden und Lohnsteigerungen abfedern zu können.

Für den Gesamtkonzern planen wir für das Jahr 2011 einen Umsatzanstieg um 10 % auf mehr als 28,5 Mrd €. Trotz der erwarteten Mehrbelastung aus den gestiegenen Rohstoffkosten – insbesondere in der Rubber Group – von mehr als 700 Mio € rechnen wir für 2011 mit einer bereinigten operativen Konzernmarge auf Vorjahresniveau in Höhe von 9,7 %. Der Einfluss durch Sondereffekte wird deutlich unter 100 Mio € liegen. Die Abschreibungen werden insgesamt 2011 leicht ansteigen, obwohl die Abschreibung aus der Kaufpreisallokation bei etwa 450 Mio € konstant bleibt. Die übrigen Abschreibungen werden aufgrund des im Jahr 2010 deutlich angestiegenen Investitionsvolumens leicht zulegen und bei etwa 1,3 Mrd € liegen. Das Zinsergebnis wird sich vor dem Hintergrund der Ablösung von Teilen des VDO-Kredits über Anleihen und der dadurch leicht erhöhten Zinsbelastung trotz des erzielten Schuldenabbaus auf dem Vorjahresniveau bewegen. Die Steuerquote wird 2011 hingegen auf unter 40 % sinken.

Die Investitionen werden aufgrund des deutlich gestiegenen Geschäftsumfangs auch 2011 weiter ausgebaut. Das geplante Volumen von rund 1,5 Mrd € wird sich dabei etwa je zur Hälfte auf die Automotive und die Rubber Group verteilen.

Investitionsschwerpunkte in der Automotive Group sind 2011 unter anderem die letzte Ausbaustufe der Industrialisierung unserer neuesten Bremsentechnologie sowie der Aufbau der Produktion hydraulischer Bremssysteme in den USA. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen wird für einen deutschen Kunden die Produktion in Lindau, Deutschland, deutlich ausgebaut. Die Division Powertrain wird in den Ausbau der Produktion für Diesel-Injektoren in Deutschland und Benzin-Hochdruck-Injektoren in Italien investieren. Außerdem investiert der Geschäftsbereich HEV (Hybrid Electric Vehicle) in Ungarn in den Ausbau von Batteriemanagementsystemen. Die Division Interior wird an verschiedenen Standorten in die Erweiterung der Kapazitäten für Body Controller investieren. Der Geschäftsbereich Instrumentation & Driver HMI wird seine Kapazitäten in Brasilien, Rumänien und China deutlich verstärken. Außerdem ist geplant, die Infrastruktur unserer Elektronikkomponentenwerke zu verbessern.

In den Reifen-Divisionen liegen die Investitionsschwerpunkte 2011 insbesondere im Ausbau der Kapazitäten in Brasilien und Nordamerika. Aber auch in Europa wird auf die anhaltend hohe Nachfrage mit der Erweiterung bestehender Kapazitäten reagiert. Außerdem rechnen wir noch im Verlauf des ersten Halbjahrs mit einer Entscheidung über einen Standort in Russland. Die Division ContiTech wird im Geschäftsbereich Fluid Technology ihre Kapazitäten in Rumänien und Deutschland ausbauen. An Standorten in China, Mexiko und Brasilien wird die Division in die Erweiterung der bestehenden Kapazitäten investieren.

Auch 2011 bleibt es das erklärte Ziel, die Konzernschulden weiter zu reduzieren. Trotz des steigenden Investitionsvolumens und der Belastungen aus dem Aufbau des Working Capital als Folge der unverändert erfreulichen Geschäftsentwicklung, rechnen wir für 2011 mit einer weiteren substanziellen Verringerung der Netto-Finanzschulden um etwa 500 Mio € auf unter 7,0 Mrd €. Auch 2011 wird, wie im vergangenen Jahr angekündigt, der Free Cashflow mit rund 300 Mio € aus der im Jahr 2009 eingeleiteten Restrukturierung belastet. Als Vorgabe der aktuell gültigen Kreditverträge darf das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA am Ende des Jahres 2011 nicht über dem Faktor 3,50 liegen. Bereits Ende 2010 lag dieser Wert bei rund 2,0. Wir rechnen zum Jahresende 2011 mit einer weiteren Verbesserung dieser sogenannten Leverage Ratio auf unter 2,0. Außerhalb der kurzfristigen Fälligkeiten, die nahezu komplett durch liquide Mittel gedeckt sind, wird im laufenden Jahr unter anderem ein Schuldscheindarlehen über 110 Mio € als größter Einzelposten fällig.

Der Hauptversammlung am 28. April 2011 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2010 von der Zahlung einer Dividende abzusehen. Das Verhältnis Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital (die "Gearing Ratio") könnte so bereits in der zweiten Jahreshälfte 2011 unter 100 % fallen. Continental könnte damit bereits ein Jahr früher als geplant anhand ausgewählter Kennzahlen ein Risikoprofil aufweisen, das typischerweise bei Unternehmen vorgefunden wird, die der Ratingkategorie Investment Grade zugerechnet werden.

Der Start ins Jahr 2011 beginnt in Sachen Produktionszahlen dort, wo das Jahr 2010 endete: Nach ersten Schätzungen liegt das Produktionsvolumen in der NAFTA-Region und in Europa im ersten Quartal 2011 noch einmal leicht über dem Niveau des vierten Quartals 2010 und somit deutlich über dem gleichen Quartal des Vorjahres. Begünstigt wird diese Entwicklung durch einen Kalendereffekt wegen der diesjährigen Lage der Osterfeiertage, die in das zweite Quartal fallen. Aufgrund der niedrigen Vergleichswerte des Vorjahreszeitraums kann es deshalb in den beiden Gruppen bei den operativen Kennzahlen im ersten Quartal zu deutlichen Steigerungen gegenüber den Vorjahreswerten kommen. Die Netto-Finanzschulden werden sich – saisonal bedingt – im ersten Quartal wieder deutlich erhöhen. Ab dem zweiten Quartal ist dann aufgrund abnehmender Basiseffekte mit einer Normalisierung der Wachstumsraten beim Umsatz und operativen Ergebnis zu rechnen. Gemäß der normalen Saisonkurve werden sich die Netto-Finanzschulden erst im zweiten Halbjahr deutlich verringern. Continental wird am 5. Mai 2011 über den Verlauf des ersten Quartals 2011 berichten.

Zur Ablösung der Fälligkeiten des VDO-Kredits streben wir noch im ersten Halbjahr 2011 eine Nachverhandlung der bis August 2012 gültigen Zusagen an. Nach der Neuverhandlung des VDO-Kredits im Dezember 2009 und der im Januar 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung sowie der anschließenden Refinanzierung in Höhe von 3,0 Mrd € Bankverbindlichkeiten über den Anleihemarkt sind wir zuversichtlich, auch diese Verhandlung erfolgreich zu Ende führen zu können. Ziel wird es sein, die Laufzeiten der zugesagten Linien zu verlängern und angesichts des erheblich verbesserten Risikoprofils des Unternehmens bessere als die aktuell gültigen Konditionen zu erlangen.

Auch der Ausblick für das Jahr 2012 ist aus heutiger Sicht positiv. Nach Meinung unabhängiger Marktbeobachter soll das Volumen der produzierten Neufahrzeuge auf über 81 Mio Einheiten steigen. Dies entspräche einem Zuwachs von knapp 8 %. Auch für die Reifenmärkte wird für 2012 ein solides einstelliges Wachstum prognostiziert. Der IWF sieht in seinem Januar Update 2011 für den World Economic Outlook das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2012 bei 4,5 %. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, dann sollte unsere Automotive Group weiterhin in der Lage sein, einen 5 Prozentpunkte über dem Wachstum in unseren Kernmärkten liegenden Umsatzzuwachs zu erzielen. Auch die Rubber Group sollte vor dem zuvor beschriebenen Hintergrund ein hohes einstelliges Umsatzwachstum erreichen können. Bezogen auf das operative Ergebnis (EBIT) streben wir eine zweistellige bereinigte operative Marge (EBIT bereinigt) für die Divisionen Chassis & Safety und Interior an. Die Division Powertrain wird sich bis 2014/2015 schrittweise auf eine EBIT-Marge von 8 % verbessern. In der Rubber Group wird es unser Ziel sein, in der Division Pkw-Reifen in Abhängigkeit der Belastung aus den Rohstoffkosten unsere sehr soliden Margen zu verstetigen. Die Division Nfz-Reifen hat das Ziel, über den Zyklus hinweg eine EBIT-Marge von 8 % zu erreichen. Das EBIT-Margenniveau der Division ContiTech soll langfristig auf einem Niveau von 11 % bis 12 % verstetigt werden. Das Investitionsvolumen wird sich auch im Jahr 2012 in einem Korridor von 5 % bis 6 % des Umsatzes bewegen. Da im Jahr 2012 aus heutiger Sicht mit keinen nennenswerten Sonderbelastungen für den Free Cashflow zu rechnen ist, sollte Continental auch 2012 eine deutliche Reduzierung der Netto-Finanzschulden erzielen können. Ende 2012 sollten alle relevanten Kreditkennziffern in einem mehr als soliden Verhältnis zum Risikoprofil des Unternehmens stehen.

top

 

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). Der CVC stellt den absoluten Wertbeitrag sowie als Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten wertschaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.
Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) vom ROCE subtrahiert und mit den durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres multipliziert. Der für den Continental-Konzern errechnete durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz entspricht der geforderten Mindestverzinsung. Der Kapitalkostensatz wird als gewichteter Durchschnittskostensatz aus Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization).

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Netto-Finanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäfts, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts.

IAS. International Accounting Standards.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten, der vorhandenen liquiden Mittel, den positiven beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente sowie sonstigen verzinslichen Anlagen.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva abzüglich Passiva der Bilanz ohne Berücksichtigung der Netto-Finanzschulden sowie diskontierter Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, latenter Steuern und Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie anderer finanzieller Vermögenswerten und Schulden.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als "PPA Anpassung" berücksichtigt.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretations Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap. Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremdsowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Sofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.