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Finanzlage

 

Cashflow-Überleitung
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit reduzierte sich 2010 im Vorjahresvergleich um 577,9 Mio € auf 1.849,2 Mio € (Vj. 2.427,1 Mio €) und erreicht 7,1 % vom Umsatz (Vj. 12,1 %).

Für das Geschäftsjahr 2010 ergibt sich ein Free Cashflow in Höhe von 566,9 Mio € (Vj. 1.640,3 Mio €). Dies entspricht einem Rückgang um 1.073,4 Mio € gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum.

Die insbesondere aus der Kaufpreisfinanzierung für den Erwerb der Siemens VDO resultierenden Zinszahlungen verringerten sich um 31,6 Mio € auf 725,6 Mio € (Vj. 757,2 Mio €).

Die Auszahlungen für Ertragsteuern erhöhten sich um 288,2 Mio € auf 493,0 Mio € (Vj. 204,8 Mio €).

Negativ wirkt ein Aufbau des Working Capital, der gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 zu einem Mittelabfluss von 1.078,4 Mio € führt. Dieser zahlungsmittelwirksame Anstieg des operativen Working Capital resultiert aus dem Aufbau der Vorräte in Höhe von 993,0 Mio € und einem Aufbau der operativen Forderungen in Höhe von 330,7 Mio €. Dagegen kam es zu einer Zunahme der operativen Verbindlichkeiten in Höhe von 245,3 Mio €.

Die Zuflüsse aus Pensionsrückstellungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 676,6 Mio € auf 38,2 Mio €. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Erstattung aus den für mehrere Konzerngesellschaften bestehenden Contractual Trust Arrangements (CTAs) für seit Mitte 2006 durch die Gesellschaften geleistete Pensionszahlungen, dem Anteilserwerb an der ContiTech AG durch den Continental Pension Trust e.V. in Höhe von 24,9 % sowie der Aufgabe der Planvermögenseigenschaft des Deckungsvermögens der entsprechenden CTAs, die im Geschäftsjahr 2009 insgesamt zu Mittelzuflüssen von 682,8 Mio € führten und denen im Geschäftsjahr 2010 keine vergleichbaren positiven Effekte gegenüberstehen.

Aus der Investitionstätigkeit resultiert ein Mittelabfluss in Höhe von 1.282,3 Mio € (Vj. 786,8 Mio €), der wesentlich durch die um 383,2 Mio € auf 1.242,6 Mio € (Vj. 859,4 Mio €) gestiegenen Investitionen in Sachanlagen und Software beeinflusst ist.

Aus der Veräußerung von Gesellschaften und Geschäftsbereichen resultiert ein im Vergleich zum Vorjahr um 123,2 Mio € reduzierter Mittelzufluss. Wesentlich für diesen Rückgang ist, dass dem Verkauf des assoziierten Unternehmens Hyundai Autonet Co., Ltd. an die Hyundai Mobis Co., Ltd. im Juni 2009, der zu einem Mittelzufluss in Höhe von 126,6 Mio € führte, im Geschäftsjahr 2010 kein vergleichbarer Einzeleffekt gegenüber steht.

Investitionen (Bilanzzugang)
Der Bilanzzugang für Sachanlagen und Software belief sich 2010 auf 1.296,4 Mio €. Darin sind 52,3 Mio € (Vj. 0,0 Mio €) für Finanzierungs-Leasing und 1,5 Mio € (Vj. 0,7 Mio €) für die Aktivierung von Fremdkapitalkosten enthalten. Insgesamt ergibt sich gegenüber dem Vorjahreswert (860,1 Mio €) eine deutliche Steigerung um 436,3 Mio €, wozu alle Divisionen beigetragen haben. Die Investitionsquote beträgt 5,0 % (Vj. 4,3 %).

Finanzschulden
Die Brutto-Finanzschulden lagen zum Jahresende 2010 mit 8.990,5 Mio € (Vj. 10.712,5 Mio €) um 1.722,0 Mio € unter dem Vorjahresniveau.

Die Wertveränderung der Anleihen von 5,2 Mio € Ende 2009 auf 2.988,5 Mio € zum Ende des Geschäftsjahres 2010 ist auf die durch die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, im dritten Quartal 2010 platzierten vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd € zurückzuführen. Alle Anleihen sind in Euro denominiert und mit Garantien der Continental AG sowie von ausgewählten Tochtergesellschaften ausgestattet. Im Juli 2010 wurde eine 5-jährige Anleihe über 750,0 Mio € mit einem Zinssatz von 8,5 % p.a. platziert, Anfang September 2010 eine 7-jährige Anleihe über 1.000,0 Mio € mit einem Zinssatz von 7,5 % p.a. und Ende September 2010 zwei Anleihen über je 625,0 Mio € mit unterschiedlichen Fälligkeiten. Die erste, im Januar 2016 fällige Anleihe, trägt einen Zinssatz von 6,5 % p.a., die zweite, im Oktober 2018 fällige Anleihe, trägt einen Zinssatz von 7,125 % p.a. Die Zinszahlungen der Anleihen erfolgen halbjährlich nachträglich.

Mio € 31.12.2010 31.12.2009
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.849,2 2.427,1
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit −1.282,3 −786,8
Cashflow vor Finanzierungstätigkeit (Free Cashflow) 566,9 1.640,3
Dividenden und Kapitalrückzahlungen an Minderheitsgesellschafter −35,2 −33,0
Ausgabe von Aktien 1.056,0
Nicht zahlungswirksame Veränderungen 6,8 −42,4
Sonstiges −28,1 14,1
Währungskurseffekte 12,1 9,0
Veränderung der Netto-Finanzschulden 1.578,5 1.588,0
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Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen am 31. Dezember 2010 bei 5.144,9 Mio € (Vj. 10.096,3 Mio €) und damit 4.951,4 Mio € unter dem Vorjahresniveau. Der VDO-Kredit wurde zum 31. Dezember 2010 durch die Continental AG sowie durch die Continental Rubber of America, Corp. (CRoA), Willmington, USA, in Anspruch genommen und valutierte zum Berichtsstichtag in einer Höhe von insgesamt 4.297,0 Mio € (Vj. 9.180,1 Mio €). Der unter diesem Kredit zugesagte Betrag belief sich Ende 2010 auf 6.484,9 Mio € (Vj. 11,0 Mrd €). Die signifikante Reduzierung des VDO-Kredits ist auf mehrere Effekte zurückzuführen: Ein wesentlicher Effekt war die im Januar 2010 erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung und der hieraus resultierende Abbau der Netto-Finanzschulden. Aus der Kapitalerhöhung erzielte Continental einen Netto-Emissionserlös vor Steuereffekten in Höhe von 1.056,0 Mio €, der vertragsgemäß zur Teilrückführung der im August 2010 fälligen Tranche B unter dem VDO-Kredit eingesetzt wurde. Mit der Kapitalerhöhung hatte Continental außerdem die Voraussetzung für die Bereitstellung einer Forward Start Facility (FSF) mit einem Volumen von maximal 2.500,0 Mio € zur Refinanzierung der Tranche B im August 2010 geschaffen. Diese Verknüpfung war Bestandteil des im Dezember 2009 erfolgreich abgeschlossenen Refinanzierungspakets zur Verbesserung der Finanz- und Kapitalstruktur. Im Sommer 2010 konnte Continental angesichts des positiven Marktumfelds und der hohen Nachfrage nach ihren Anleihen einen weiteren Baustein des Refinanzierungspakets zur Verbesserung der Finanz- und Kapitalstruktur umsetzen und im dritten Quartal 2010 über die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd € platzieren. Deren Netto-Emissionserlöse wurden zur teilweisen Rückführung der Inanspruchnahme des VDO-Kredits sowie zur Rückzahlung des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen Tranche B des VDO-Kredits aufgenommenen Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt. Darüber hinaus erfolgte im Dezember 2010 aufgrund des guten Geschäftsverlaufs eine weitere Rückführung der Tranche C unter dem VDO-Kredit in Höhe von nominal 100,0 Mio €. Für die im August 2012 fällige Tranche C bestanden zum Jahresende 2010 unverändert Zinssicherungen in Höhe von 3.125,0 Mio €. Der hieraus resultierende durchschnittlich zu zahlende Festzinssatz beträgt 4,19 % zzgl. Marge. Insbesondere wegen der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten Cashflows für den VDO-Kredit erfolgten im Jahr 2009 und im Juni 2010 aufwandswirksame Buchwertanpassungen, deren Wert sich Ende 2010 in Summe auf 44,7 Mio € (Vj. 64,5 Mio €) belief. Diese Abgrenzung wird über die Laufzeit des Kredits aufwandsreduzierend amortisiert.

Für den von der Europäischen Investitionsbank (EIB) gewährten Kredit über ursprünglich 600,0 Mio € wurden vorzeitige Teilrückzahlungen in Höhe von insgesamt 300,0 Mio € vorgenommen, davon 200,0 Mio € im Jahr 2009 sowie 100,0 Mio € im Januar 2010. Damit beträgt die Inanspruchnahme des EIB-Kredits zum Jahresende 2010 nominal 300,0 Mio €.

Die verschiedenen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um 246,1 Mio € auf 857,1 Mio € (Vj. 611,0 Mio €). Dies ist im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr verstärkte Inanspruchnahme von Forderungsverkaufsprogrammen, einen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und höhere negative beizulegende Zeitwerte von Derivaten zurückzuführen. Die Ausnutzung von Forderungsverkaufsprogrammen konnte um 162,5 Mio € auf 381,5 Mio € erhöht werden (Vj. 219,0 Mio €). Das im November 2010 mit der Norddeutschen Landesbank Luxembourg S.A. und der Coface Finanz GmbH abgeschlossene Forderungsverkaufsprogramm ersetzt das Programm mit der Skandifinanz Bank AG und sieht – im Vergleich zum Programm mit der Skandifinanz Bank AG – ein um 80,0 Mio € auf 230,0 Mio € erhöhtes Finanzierungsvolumen vor. Dieses Programm wurde Ende 2010 mit 224,0 Mio € (Vj. Skandifinanz Bank AG: 149,5 Mio €) nahezu vollständig ausgenutzt. Darüber hinaus wurde im Dezember 2010 ein Forderungsverkaufsprogramm mit der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale mit einem Finanzierungsvolumen in Höhe von 150,0 Mio € vereinbart, das Ende 2010 mit 82,7 Mio € (Vj. – Mio €) in Anspruch genommen war. Das im Oktober 2009 mit der Wells Fargo Bank N.A. (ehemals Wachovia Bank National Association) abgeschlossene Forderungsverkaufsprogramm wurde um den Partner Bank of Nova Scotia erweitert und in diesem Zusammenhang das Finanzierungsvolumen auf 150,0 Mio US-Dollar erhöht. Es war Ende 2010 mit 74,7 Mio € (Vj. 69,4 Mio €) ausgenutzt. Der Anstieg der Leasingverbindlichkeiten um 41,6 Mio € auf 149,0 Mio € (Vj. 107,4 Mio €) ist im Wesentlichen auf Gebäude- und Anlagenleasing im Zusammenhang mit dem Bau eines Pkw-Reifenwerkes in Hefei, China, zurückzuführen. Der beizulegende Zeitwert der Derivate lag mit 234,0 Mio € um 28,9 Mio € über dem Wert zum 31. Dezember 2009 (Vj. 205,1 Mio €) und das Volumen der ausgegebenen Commercial Paper mit 86,5 Mio € um 13,1 Mio € über dem Vorjahresendstand (Vj. 73,4 Mio €).

Die flüssigen Mittel, Derivate und verzinsliche Anlagen reduzierten sich um 143,5 Mio € auf 1.673,5 Mio € (Vj. 1.817,0 Mio €).

Die Netto-Finanzschulden verringerten sich gegenüber dem Jahresende 2009 um 1.578,5 Mio € auf 7.317,0 Mio € (Vj. 8.895,5 Mio €).

Die effektiven Finanzschulden, d. h. die um die Eventualverbindlichkeiten aus dem Wechselobligo erhöhten Netto-Finanzschulden, lagen mit 7.323,7 Mio € um 1.585,5 Mio € unter dem Vorjahreswert (Vj. 8.909,2 Mio €).

Finanzierung
Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise zeichnete sich erstmals Ende 2008 die Notwendigkeit ab, ausgewählte Kreditvertragsbedingungen für den VDO-Kredit an das veränderte wirtschaftliche Umfeld anzupassen. Ein von Continental ausgearbeitetes Konzept wurde dem Bankenkonsortium im Dezember 2008 unterbreitet und fand im Januar 2009 die Zustimmung nahezu aller kreditgebenden Banken. Obwohl Continental gut auf die Auswirkungen der weltweiten Krise reagiert hat und es insbesondere gelungen ist, ausreichende Liquidität zu schaffen bzw. zu erhalten, ergab sich zum Ende des Jahres 2009 ein weiterer Anpassungsbedarf ausgewählter mit dem VDO-Kredit verbundener Finanzierungsbedingungen (Financial Covenants). Das Ergebnis der Ende 2009 erfolgreich abgeschlossenen Nachverhandlungen für den VDO-Kredit ist eine Einigung auf einen erhöhten Spielraum im Hinblick auf das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu operativem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie auf das Verhältnis von EBITDA zum Zinsergebnis. Ferner wurden u. a. eine weitere Margenerhöhung im Vergleich zu den bisherigen Konditionen sowie Einschränkungen des Rahmens für Dividendenzahlungen vereinbart. Die angepassten Finanzierungsbedingungen sehen erstmalig auch eine Beschränkung des jährlichen Investitionsvolumens und die Gewährung eines umfangreichen Sicherheiten-Pakets durch diverse Gesellschaften des Continental-Konzerns vor. Darüber hinaus umfassten die Nachverhandlungen aus Dezember 2009 auch ein Refinanzierungspaket, welches eine verbesserte Finanz- und Kapitalstruktur schaffen sollte. Für die im August 2010 fällige Tranche B über 3,5 Mrd € unter dem VDO-Kreditvertrag hatten die Banken eine Forward Start Facility (FSF) mit einem Volumen von 2,5 Mrd € verbindlich zugesagt, deren Inanspruchnahme jedoch an eine bis August 2010 durchzuführende Kapitalerhöhung mit einem Brutto-Emissionserlös von mindestens 1,0 Mrd € geknüpft wurde.

Im Jahr 2010 stand die Umsetzung der im vorgenannten Refinanzierungspaket vereinbarten Maßnahmen zur Verbesserung der Finanz- und Kapitalstruktur im Vordergrund. Bereits im Januar 2010 wurde mit der Durchführung einer am Markt mit großem Interesse aufgenommenen Kapitalerhöhung der erste Meilenstein des Refinanzierungspakets erreicht. Der Netto-Emissionserlös vor Steuereffekten in Höhe von 1.056,0 Mio € wurde vertragsgemäß zur Rückführung der Tranche B des VDO-Kreditvertrages eingesetzt. Damit hatte Continental die Voraussetzung für die Bereitstellung der Forward Start Facility zur Ablösung der im August 2010 fälligen Tranche B erfüllt. Im Sommer 2010 konnte Continental das positive Marktumfeld sowie die hohe Nachfrage nach Anleihen nutzen und im dritten Quartal 2010 vier in Euro denominierte Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd € erfolgreich bei Investoren im In- und Ausland platzieren. Alle Anleihen waren stark überzeichnet, so wurde u. a. für die zweite, Anfang September 2010 platzierte Anleihe das ursprünglich geplante Emissionsvolumen von 750,0 Mio € auf 1,0 Mrd € aufgestockt. Alle Anleihen partizipieren an dem umfangreichen Sicherheiten-Paket, das gemäß den zuvor beschriebenen Nachverhandlungen für den VDO-Kredit den kreditgebenden Banken gewährt wurde. Die Netto-Emissionserlöse aller Anleihen wurden vertragsgemäß zur teilweisen Rückführung des VDO-Kredits sowie zur Rückzahlung des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen Tranche B des VDO-Kredits aufgenommenen Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt.

Im Jahr 2010 wurden die vereinbarten Financial Covenants zum jeweiligen Quartalsstichtag eingehalten. Im Verlauf des Jahres 2010 konnte Continental die Zusammensetzung der Finanzschulden maßgeblich verändern. So wurde durch die Anleiheemissionen und den Ausbau der Forderungsverkaufsprogramme eine stärkere Diversifikation der Finanzierungsquellen und auch eine signifikante Verbesserung der Fälligkeitenstruktur erreicht.

Zum 31. Dezember 2010 verfügte Continental über eine sehr komfortable Liquiditätsposition von 4,2 Mrd € (Vj. 3,9 Mrd €) aus Barmitteln und ungenutzten zugesagten Kreditlinien.

Basierend auf den Quartalsendwerten waren 56,6 % (Vj. 36,4 %) der Brutto-Finanzschulden nach Sicherungsmaßnahmen im Jahresdurchschnitt mit festen Zinssätzen ausgestattet.

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Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). Der CVC stellt den absoluten Wertbeitrag sowie als Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten wertschaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.
Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) vom ROCE subtrahiert und mit den durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres multipliziert. Der für den Continental-Konzern errechnete durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz entspricht der geforderten Mindestverzinsung. Der Kapitalkostensatz wird als gewichteter Durchschnittskostensatz aus Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization).

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Netto-Finanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäfts, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts.

IAS. International Accounting Standards.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten, der vorhandenen liquiden Mittel, den positiven beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente sowie sonstigen verzinslichen Anlagen.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva abzüglich Passiva der Bilanz ohne Berücksichtigung der Netto-Finanzschulden sowie diskontierter Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, latenter Steuern und Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie anderer finanzieller Vermögenswerten und Schulden.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als "PPA Anpassung" berücksichtigt.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretations Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap. Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremdsowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Sofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.