Erläuterungen zur Konzernbilanz

24. Rückstellungen für sonstige Risiken

 

Mio € 31.12.2007 31.12.2006
  Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Strukturrückstellungen 151,8 132,4
Prozess- und Umweltrisiken 164,1 162,9
Altersteilzeitrückstellungen 117,5 108,5
Jubiläumsrückstellungen 74,3 36,2
Gewährleistungen 471,6 288,3
Übrige Rückstellungen 219,2 110,1 113,0 25,6
Rückstellungen für sonstige Risiken 842,6 466,0 533,7 333,2

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

  Struktur-
rückstellungen
Prozess- und Umweltrisiken Altersteil-
zeitrück-
stellungen
Jubiläums-
rück-
stellungen
Gewähr-
leistungen
Übrige
Rück-
stellungen
Mio €            
Stand 01.01.2007 132,4 162,9 108,5 36,2 288,3 138,6
Zuführungen 28,6 67,2 25,6 10,4 62,5 69,2
Inanspruchnahmen −27,0 −58,4 −48,0 −1,9 −69,3 −61,9
Änderungen im Konsolidierungskreis 30,6 4,6 41,6 35,6 230,8 211,7
Umgliederung in zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten −3,3 0,0 −0,9 −0,3 −2,0 −1,6
Auflösungen −4,9 −9,0 −5,0 −0,1 −31,6 −21,9
Aufzinsungen 0,9 7,1 −4,3 −5,7 1,5
Währungskursänderungen −5,5 −10,3 0,1 −7,1 −6,3
Stand 31.12.2007 151,8 164,1 117,5 74,3 471,6 329,3

Die Zuführungen zu den Strukturrückstellungen betreffen insbesondere die im Rahmen der fortschreitenden Integration des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola im Berichtszeitraum entstandenen Restrukturierungsaufwendungen, die Verlagerung des Bereiches Elektrische Antriebe von Haldensleben nach Berlin, die im Rahmen der Veräußerung des Möbelfolien-Geschäfts des Geschäftsbereichs Benecke-Kaliko angefallenen Restrukturierungsaufwendungen sowie die Aufwendungen im Rahmen der Bekanntgabe zur Produktionseinstellung im Standort Chatham, Kanada.

Die Inanspruchnahmen betreffen im Wesentlichen die Abwicklung der in vorherigen Jahren verabschiedeten Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere an den Standorten Ebbw Vale, Großbritannien, Hannover-Stöcken sowie Hamburg-Harburg. Die Zuführungen und Inanspruchnahmen der Prozess- und Umweltrisiken betreffen wie im Vorjahr insbesondere Produkthaftungsrisiken aus dem Reifenbereich in den USA.

Die Altersteilzeitrückstellungen und Jubiläumsrückstellungen sind mit einem Diskontierungssatz von rd. 5,60 % (Vj. 4,20 %) berechnet. Die Zinskomponente wird nach dem Wahlrecht unter IAS 19 nicht im Zinsergebnis, sondern innerhalb der Funktionskosten ausgewiesen und beinhaltet den Zinsänderungseffekt von 1,4%-Punkten.

Die Entwicklung der Rückstellungen für Gewährleistungen beinhaltet Inanspruchnahmen in Höhe von 69,3 Mio € (Vj. 69,7 Mio €), denen Zuführungen von 62,5 Mio € (Vj. 68,6 Mio €), insbesondere in den Automotive Divisionen für spezifizierte Einzelfälle, gegenüberstehen.

Die Änderungen im Konsolidierungskreis betreffen insbesondere die Erstkonsolidierung der Siemens VDO. Diese beinhalten im Rahmen der Purchase Price Allocation aufgedeckte Rückstellungen für ungünstige Vertragsbeziehungen von insgesamt 70,2 Mio €.

Die Umgliederungen in zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten betreffen kleinere zu veräußernde Aktivitäten.

Die übrigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.