Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

6. Sonstige Erträge und Aufwendungen

 

Mio € 2007 2006
Sonstige Aufwendungen −296,7 −318,2
Sonstige Erträge 124,0 185,5
  −172,7 −132,7

Die sonstigen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen auf:

Mio € 2007 2006
Strukturmaßnahmen ohne Wertminderungen 28,6 127,8
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 27,1 38,7
Prozess- und Umweltrisiken 58,2 52,7
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung 26,2 47,4
Verluste aus Veräußerungen von Geschäftsbereichen und Gesellschaften 0,0 2,5
Aufwand aus Wertberichtigungen auf Forderungen 14,8 9,5
Altersvorsorgeverpflichtungen USA 49,9 0,0
Aufwendungen für Abfindungen 33,2 14,8
Übrige 58,7 24,8
  296,7 318,2

Im Rahmen der fortschreitenden Integration des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola entstanden im Berichtszeitraum Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen von Sachanlagen in Höhe von insgesamt 8,1 Mio € – einschließlich der Aufwendungen im Zusammenhang mit den im ersten Quartal 2007 abgeschlossenen Verhandlungen über den Sozialplan für das Werk Angers, Frankreich. Im Vorjahr führten die Produktionseinstellungen aufgrund hoher Produktionskosten in den Werken Angers, Frankreich, Elma und Seguin, USA, zu Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 45,6 Mio €.

Aus der in 2006 begonnenen Verlagerung von Produktionskapazität zur Verbesserung der Kostenstruktur im Bereich Radbremse aus dem Werk Ebbw Vale, Großbritannien, in das slowakische Werk Zvolen, entstand im Jahr 2007 ein weiterer Aufwand für Wertminderungen in Höhe von 1,4 Mio € (Vj. Restrukturierungsaufwand in Höhe von 28,0 Mio €).

Zur Optimierung der Produktionsorganisation in Deutschland sowie zur Verbesserung der Kostenstruktur im Bereich Elektrische Antriebe wurde der Standort Haldensleben bis auf kleinere Restabwicklungsaktivitäten bis Ende 2007 geschlossen. Die dortigen Aktivitäten wurden nach Berlin verlagert. Dadurch fielen im Berichtszeitraum Aufwendungen für Strukturmaßnahmen ohne Wertminderungen in Höhe von insgesamt 5,8 Mio € an, davon 4,2 Mio € innerhalb der sonstigen Aufwendungen.

In der Division ContiTech entstanden im Berichtszeitraum unter anderem für Roulunds, Dänemark, Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen in Höhe von insgesamt 2,9 Mio €.

Durch die Schließung im Jahre 2007 des Innenstadtstandortes in Bangalore, Indien, Division Interior, und die Verlagerung der Maschinen in das Umland von Bangalore fielen Aufwendungen für Restrukturierung in Höhe von 2,1 Mio € an.

Am Standort Chatham, Kanada, Division Powertrain, wurde am 20. Dezember 2007 bekannt gegeben, die bestehende Produktion einzustellen. In diesem Zusammenhang fielen Aufwendungen für Restrukturierung und Wertminderung von Sachanlagen in Höhe von 10,1 Mio € an.

Die Einstellung der Reifenproduktion auf unbestimmte Zeit im Werk Charlotte, USA, hatte in 2006 Restrukturierungsaufwendungen von 48,4 Mio € zufolge, von denen 22,2 Mio € in den sonstigen Aufwendungen ausgewiesen wurden. Aufgrund der Schließung der Vorproduktion für die Reifenfertigung in Mayfield, USA, waren in 2006 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 36,6 Mio € berücksichtigt worden.

Die Continental Teves Japan Inc. verkaufte mit Wirkung zum 1. Januar 2008 wesentliche Teile des Werkgeländes inkl. der dazugehörenden Gebäude und Maschinen am Standort Hiroshima, Japan, an die Nisshinbo Industries Inc. zum symbolischen Wert von 1 Yen, um die Kosten einer Werkschließung zu vermeiden. Gemäß den IFRS-Vorschriften ist der Buchwert auf den erwarteten Verkaufspreis außerordentlich abzuschreiben. Hieraus ergibt sich eine Wertminderung in Höhe von 3,6 Mio €.

Aufgrund nicht erreichter Prozesseffizienzen und der damit verbundenen Ergebnissituation wurde am Standort Mt. Vernon, USA, im Jahre 2007 das Sachanlagevermögen in Höhe von 18,7 Mio € außerplanmäßig abgeschrieben.

Im Jahr 2006 war aufgrund der weiterhin nicht erreichten Prozesseffizienzen und der damit verbundenen Ertragslage am Standort San Luis Potosí, Mexiko, das Sachanlagevermögen in Höhe von 18,7 Mio € außerplanmäßig abgeschrieben worden.

Die im Dezember 2006 angekündigten Werkschließungen in Angers, Frankreich, Sequin und Elma, USA, führten in 2006 zu Wertminderungen in Höhe von 10,7 Mio €. Weiterhin waren in der Division ContiTech aufgrund nicht wertschöpfender Aktivitäten Wertminderungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 7,6 Mio € angefallen.

Bezüglich der Aufwendungen aus Prozess- und Umweltrisiken verweisen wir auf Fußnote 24.

Die amerikanische Reifengesellschaft Continental Tire North America (CTNA) hatte 2006 die Beteiligung des Unternehmens an Gesundheitsfürsorgekosten für Pensionäre geändert. Einer gegen diese Maßnahme eingereichten Sammelklage hat das zuständige erstinstanzliche Gericht in einem Zwischenbescheid insoweit Recht gegeben, dass die Umsetzung der Änderungen im Vorsorgeplan nicht im vollen Umfang einseitig hätte erfolgen dürfen. CTNA hat gegen diese Entscheidung Rechtsmittel eingelegt. Daneben hat CTNA einen Vorschlag zur Herbeiführung einer einvernehmlichen Lösung für die betroffenen Pensionäre unterbreitet, der im Wesentlichen eine einmalige Dotierung eines externen Fondsträgers vorsieht. Im Rahmen dieser Verständigung blieben die bisherigen Planänderungen bestehen. In diesem Zusammenhang wurde im Berichtszeitraum ein Aufwand in Höhe von 49,9 Mio € berücksichtigt.

Die Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 33,2 Mio € (Vj. 14,8 Mio €) betreffen diverse individuelle Personalanpassungsmaßnahmen, die nicht die Voraussetzung einer Restrukturierungsmaßnahme erfüllen.

Ende 2006 wurde beschlossen, die im Rahmen des Erwerbs des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola übernommenen Mietflächen in der Nähe von Detroit, USA, ab 2007 nicht weiter zu nutzen. Der zugehörige Mietvertrag läuft erst Ende 2025 aus. Da eine Untervermietung nicht möglich ist, wurde eine weitere Rückstellung in den übrigen Aufwendungen im Jahr 2007 in Höhe von 5,2 Mio € (Vj. 11,5 Mio €) gebildet.

Die Position „Übrige“ beinhaltet zudem insbesondere Aufwendungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Aktienoptionspläne sowie Integrationskosten Motorola.

Die sonstigen Erträge entfallen auf:

Mio € 2007 2006
Erträge aus der Auflösung von Vorsorgeverpflichtungen in den USA 42,0 108,8
Erträge aus der Veräußerung von Gesellschaften und Geschäftsbereichen 8,2 19,8
Negativer Unterschiedsbetrag aus dem Erwerb der Matador-Gruppe (Vj. Roulunds-Gruppe) 21,2 12,9
Erträge aus Anlageverkäufen 13,4 1,1
Erstattungen für Kundenwerkzeuge 13,6 12,3
Übrige 25,6 30,6
  124,0 185,5

Im Berichtszeitraum wurden die medizinischen Vorsorgepläne für die Gehaltsempfänger im Reifenbereich in den USA angepasst, indem die medizinischen Leistungen weiterhin begrenzt wurden. Dabei ergaben sich positive Ergebniseffekte in Höhe von 42,0 Mio €. Nach rechtlicher Einschätzung bedarf es für diese Anpassung keiner Zustimmung durch die betroffenen Angestellten bzw. Rentner.

Ende 2006 wurde in den USA allen Lohnempfängern im Reifenbereich einschließlich der bereits pensionierten ehemaligen Mitarbeiter angekündigt, dass ab Anfang 2007 die Obergrenze der medizinischen Vorsorgeleistungen weiter reduziert wird. Damit wurden diese Begünstigten auf eine einheitliche Vorsorgedeckung gebracht. Diese Plananpassungen führten im Vorjahr zu einer Auflösung der bisher gebildeten Rückstellung für Altersvorsorgeverpflichtungen in Höhe von 108,8 Mio €.

Aus der Veräußerung des Möbelfolien-Geschäfts des Geschäftsbereichs Benecke-Kaliko in 2007 ergab sich in der Division ContiTech ein Ertrag in Höhe von 8,2 Mio €. In diesem Zusammenhang fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 4,7 Mio € an. Im

Jahr 2006 wurden die nordamerikanischen OTR-Aktivitäten an die Titan Tire Corporation, einem führenden Anbieter im OTR-Reifengeschäft, verkauft. Aus der Veräußerung entstand ein Gewinn von 19,1 Mio €.

Aus der Erstkonsolidierung der Matador-Gruppe in 2007 ergab sich ein Ertrag aus dem negativen Unterschiedsbetrag in Höhe von 21,2 Mio €. Gegenläufig wirkten Impairments für einen nicht genutzten Markennamen sowie ein in der bestehenden Form nicht weiter genutztes Kraftwerk in Höhe von 1,3 Mio €.

Im Jahr 2006 entstand aus der Erstkonsolidierung der Roulunds-Gruppe ein negativer Unterschiedsbetrag in Höhe von 12,9 Mio €.

Im Rahmen der Abwicklung der Restrukturierungsmaßnahmen im Reifenwerk Charlotte, USA, wurden im Berichtsjahr vor allem nicht verwendete Rückstellungen in Höhe von 3,1 Mio € aufgelöst.

Im Jahr 2006 waren alle Klagen von ehemaligen Mitarbeitern in Zusammenhang mit der Schließung des Werkes Gretz rechtskräftig abgewiesen worden. Die dafür gebildete Rückstellung in Höhe von 9,9 Mio € wurde im Vorjahr entsprechend aufgelöst.

Im Berichtszeitraum wurden Erstattungen für Kundenwerkzeuge in Höhe von 13,6 Mio € vereinnahmt (Vj. 12,3 Mio €).

Zudem wurden staatliche Zuschüsse, die nicht für Investitionen in das Anlagevermögen bestimmt waren, in Höhe von 6,5 Mio € (Vj. 7,3 Mio €) ergebniswirksam in der Position „Übrige“ sowie in Fixkostenpositionen vereinnahmt.

In den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind insgesamt folgende Personalaufwendungen verrechnet:

Mio € 2007 2006
Löhne und Gehälter 2.967,3 2.585,5
Soziale Abgaben 577,0 530,3
Aufwendungen für Altersversorgung 108,4 59,4
  3.652,7 3.175,2

Der Anstieg der Personalaufwendungen ist insbesondere auf die Erstkonsolidierung der Siemens VDO im Dezember 2007 zurückzuführen. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in 2007 betrug 93.895 (Vj. 81.603).

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.