Sonstige Erläuterungen

34. Segmentberichterstattung

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung
Entsprechend den Regeln von IAS 14 basiert die Segmentberichterstattung grundsätzlich auf Chancen- und Risikoaspekten (Risk and Reward Approach), die der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat entspricht. Für den Konzern stellen danach die operativen Divisionen das primäre Berichtsformat dar, während die geografischen Segmente ein sekundäres Berichtsformat sind.

Im Rahmen des Erwerbs von Siemens VDO wurde die bisherige Organisationsstruktur des Continental-Konzerns geändert. Die bisherige Division Automotive Systems wurde aufgelöst und zusammen mit den Aktivitäten von Siemens VDO in die drei neuen Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior eingebracht.

Die Aktivitäten des Continental-Konzerns sind in die folgenden Divisionen aufgeteilt:

Chassis & Safety
Kern der neuen Division Chassis & Safety ist ein Großteil des Geschäfts der ehemaligen Division Automotive Systems. Sie vereint die Aktivitäten auf den Gebieten aktive und passive Sicherheit sowie Fahrerassistenzsysteme beider Unternehmen.

Powertrain
Die neue Division Powertrain steht für innovative und effiziente Systemlösungen rund um den Antriebsstrang. Sie setzt sich aus den ehemaligen Geschäftsfeldern des Continental-Konzerns und Siemens VDO zusammen.

Interior
Schwerpunkt der neuen Division Interior ist das Informationsmanagement zwischen Automobil, Fahrer und Insassen, zwischen den Fahrzeugen sowie zwischen Auto und Umwelt. Sie entstand aus sich ergänzenden Bereichen des Continental-Konzerns und Siemens VDO.

Pkw-Reifen
Die Division Pkw-Reifen entwickelt, produziert und vertreibt Pkw-Reifen für Kompakt-, Mittel- und Oberklasse- Fahrzeuge sowie Leicht-Lkw-Reifen. Hinzu kommen Pannenlaufsysteme für die erweiterte Mobilität. Zu dieser Division gehören außerdem Motorrad- und Fahrradreifen sowie die konzerneigenen Reifenhandelsgesellschaften.

Nfz-Reifen
Die Division Nfz-Reifen bietet Lkw-, Bus-, Industrie- und Off-The-Road-Reifen für unterschiedlichste Einsatzbereiche und Anwendungsbedingungen an.

ContiTech
Die Division ContiTech ist weltweit größter Spezialist für Kautschuk- und Kunststofftechnologie außerhalb der Reifenindustrie. Entwickelt und produziert werden Funktionsteile, Komponenten und Systeme für den Automobilbau sowie für andere bedeutende Industrien, wie z. B. Schienen- und Druckindustrie sowie Bergbau, Maschinen- und Apparatebau.

Sonstiges/Konsolidierung
Hier sind die direkt geführten Beteiligungen wie Holding-, Finanz- und Versicherungsgesellschaften sowie die Holdingfunktion der Continental AG und die Auswirkungen aus Konsolidierungen enthalten. Dieser Bereich beinhaltet auch die Ergebnisauswirkungen aus ungewissen Risiken, insbesondere aus vertraglichen und ähnlichen Ansprüchen oder Verpflichtungen, die unter anderem Beteiligungsrisiken darstellen, die zurzeit operativen Bereichen nicht zugeordnet werden können.

Die interne Steuerung und Berichterstattung im Continental- Konzern basiert auf den in Anhang Nr. 2 beschriebenen Grundsätzen der Rechnungslegung (IFRS). Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand des operativen Ergebnisses (EBIT) – einerseits als Umsatzrendite (RoS) bezogen auf den Umsatz, andererseits als Kapitalrendite (RoCE), ermittelt als EBIT in Prozent der operativen Aktiva. Verkäufe und Erlöse zwischen den Segmenten werden zu Preisen berechnet, wie sie auch mit Konzernfremden vereinbart würden.

Bei Verwaltungsleistungen von Gesellschaften mit übernommener Zentralfunktion oder von der Konzernführung werden die Kosten entsprechend der Inanspruchnahme wie Dienstleistungen für fremde Dritte berechnet. Sofern eine direkte Zuordnung möglich ist, werden leistungsgerechte Verteilungen vorgenommen.

Das Segmentvermögen der Divisionen umfasst die operativen Aktiva vor Abzug der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Segmentschulden betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Verbindlichkeiten und Rückstellungen, die sich auf die Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen beziehen ohne Berücksichtigung von Steuerverbindlichkeiten.

Unter den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen/Erträgen werden im Wesentlichen Veränderungen der Pensionsrückstellungen außer Einzahlungen in die zugehörigen Fonds sowie die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen und aus Abgängen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten sowie Gesellschaften zusammengefasst. Bei den Investitionen handelt es sich um Zugänge von Sachanlagen und Software.

Für die Segmentinformationen nach Regionen werden die Umsatzerlöse nach dem Sitz der Kunden, die Investitionen und das Segmentvermögen dagegen nach dem Sitz der Gesellschaften bestimmt.

Mio € 31.12.2007 31.12.2006
Bilanzsumme 27.737,6 10.853,0
abzüglich finanzielle Vermögenswerte    
– Flüssige Mittel 2.199,4 571,1
– Kurz- und langfristige Derivate, verzinsliche Anlagen 71,0 33,1
– Andere finanzielle Vermögenswerte 91,1 63,0
  2.361,5 667,2
abzüglich Ertragsteuervermögen    
– Aktive latente Steuern 162,6 141,4
– Ertragsteuerforderungen 257,9 29,1
  420,5 170,5
zuzüglich diskontierte Wechsel für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20,4 28,2
Segmentvermögen 24.976,0 10.043,5
abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.758,9 1.465,9
Operative Aktiva 22.217,1 8.577,6
     
Summe Verbindlichkeiten und Rückstellungen 20.881,5 6.143,1
abzüglich finanzielle Verbindlichkeiten    
– Kurz- und langfristige Finanzschulden 13.126,8 1.785,2
– Zins- und ähnliche Verbindlichkeiten 136,1 15,5
  13.262,9 1.800,7
abzüglich Ertragsteuerverbindlichkeiten    
– Rückstellungen für latente Steuern 525,2 189,1
– Ertragsteuerverbindlichkeiten 532,7 381,6
  1.057,9 570,7
Segmentschulden 6.560,7 3.771,7

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.