Entwicklung der Divisionen

Chassis & Safety

Umsatzanstieg um 2,8 % - Anstieg des bereinigten EBIT um 3,3 %

Absatz
Im Geschäftsbereich Elektronische Bremssysteme verkauften wir im Geschäftsjahr 2007 15,7 Mio elektronische Bremssysteme. Der Markt in Nordamerika entwickelte sich weiterhin erfreulich. Dort erreichten wir mit 2,9 Mio ESC-Einheiten eine Absatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr um 45,1 %. Den Verkauf von Raddrehzahlsensoren konnten wir um 8,5 % auf ca. 64 Mio Stück erhöhen.

Auch im Geschäftsbereich Hydraulische Bremssysteme erreichten wir Absatzsteigerungen. Dies ist im Wesentlichen auf ein verstärktes Neugeschäft und gestiegene Verkaufszahlen zurückzuführen. Bei Bremskraftverstärkern konnten wir das Absatzvolumen um 9,1 % auf 13,4 Mio Stück erhöhen. Bei Bremssätteln erzielten wir eine Steigerung um 1,8 % auf 34,5 Mio Einheiten.

Umsatzanstieg um 2,8 %
Die Division Chassis & Safety steigerte den Umsatz im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 % auf 4.648,6 Mio € (Vj. 4.521,7 Mio €). Der Umsatzanstieg ist durch organisches Wachstum und durch Konsolidierungskreisveränderungen, insbesondere durch den Erwerb der Siemens VDO, beeinflusst.

Anstieg des EBITDA um 6,9 %
Das EBITDA der Division Chassis & Safety verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 51,6 Mio € bzw. 6,9 % auf 796,4 Mio € (Vj. 744,8 Mio €). Das EBITDA in % vom Umsatz erreichte 17,1 % (Vj. 16,5 %).

Anstieg des EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA um 8,4 %
Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA der Division Chassis & Safety verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 44,5 Mio € bzw. 8,4 % auf 573,8 Mio € (Vj. 529,3 Mio €). Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA in % vom Umsatz erreichte 12,3 % (Vj. 11,7 %).

Operativer Ergebnisanstieg (EBIT) um 7,3 %; Anstieg des bereinigten EBIT um 3,3 %
Die Division Chassis & Safety verzeichnete einen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT) um 7,3 % auf 567,0 Mio € (Vj. 528,3 Mio €) und erreichte eine Umsatzrendite von 12,2 % (Vj. 11,7 %) sowie eine Kapitalrendite (ROCE) von 11,3 % (Vj. 20,1 %). Bereinigt um Sondereffekte ergibt sich ein Anstieg des bereinigten EBIT um 18,2 Mio € bzw. 3,3 % auf 575,7 Mio € (Vj. 557,5 Mio €). Die bereinigte Umsatzrendite beträgt 12,4 % (Vj. 12,3 %).

Sondereffekte 2007
Die Continental Teves Japan Inc. verkaufte mit Wirkung zum 1. Januar 2008 wesentliche Teile des Werkgeländes inkl. der dazugehörenden Gebäude und Maschinen am Standort Hiroshima, Japan, an die Nisshinbo Industries Inc. zum symbolischen Wert von 1 Yen, um die Kosten einer Werksschließung zu vermeiden. Gemäß den IFRS-Vorschriften ist der Buchwert auf den erwarteten Verkaufspreis außerordentlich abzuschreiben. Hieraus ergibt sich ein Impairment in Höhe von 3,6 Mio €.

Aus der in 2006 begonnenen Verlagerung von Produktionskapazität aus dem Werk Ebbw Vale, Großbritannien, in das slowakische Werk Zvolen entstand im Jahr 2007 ein Restrukturierungsaufwand in Höhe von 1,4 Mio €.

Im Rahmen der Kaufpreisallokation der Siemens VDO wurden Vorräte in Höhe von 3,7 Mio € zum Veräußerungswert angesetzt. Der Verbrauch dieser Vorräte im Dezember führte zu einem Aufwand in gleicher Höhe.

Für das Jahr 2007 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für die Division Chassis & Safety insgesamt 8,7 Mio €.

Sondereffekte 2006
Zur Verbesserung der Kostenstruktur im Bereich Radbremse wurde im Jahr 2006 Produktionskapazität aus dem Werk Ebbw Vale, Großbritannien, in das slowakische Werk Zvolen verlagert. In diesem Zusammenhang fielen im Berichtszeitraum Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 28,0 Mio € an.

Klagen ehemaliger Arbeitnehmer wegen der Schließung des Standorts Gretz, Frankreich, der Division Automotive Systems sind 2006 rechtskräftig abgewiesen worden. Die dafür gebildete Rückstellung in Höhe von 9,9 Mio € wurde aufgelöst.

Chassis & Safety in Mio €
  2007 2006 Veränderung in %
Umsatz 4.648,6 4.521,7 2,8
EBITDA 796,4 744,8 6,9
in % vom Umsatz 17,1 16,5
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA 573,8 529,3 8,4
in % vom Umsatz 12,3 11,7
EBIT 567,0 528,3 7,3
in % vom Umsatz 12,2 11,7
Forschungs- und Entwicklungskosten 347,5 330,4 5,2
Abschreibungen1 229,4 216,5 6,0
Operative Aktiva 5.021,5 2.629,9 90,9
EBIT in % von operativen Aktiva 11,3 20,1
Investitionen2 279,8 279,1 0,3
Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)3 27.809 20.059 38,6
 
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt4 582,5 558,5 4,3
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt in % vom Umsatz 12,5 12,4
EBIT bereinigt4 575,7 557,5 3,3
EBIT bereinigt in % vom Umsatz 12,4 12,3

Im Rahmen unserer langfristigen Produktionsstrategie werden alle Standorte kontinuierlich hinsichtlich ihrer produktionstechnischen Effizienz und Kostenstruktur überprüft. Die hohen Produktionskosten in den Werken Angers, Frankreich, sowie Elma und Seguin, USA, verhinderten die Aufrechterhaltung der Produktion an den Standorten und führten im Jahr 2006 zu anteiligen Restrukturierungsaufwendungen für die Division Chassis & Safety in Höhe von 11,1 Mio €.

Für das Jahr 2006 ergab sich für die Division Chassis & Safety insgesamt eine Belastung durch Sondereffekte in Höhe von 29,2 Mio €.

Beschaffung
Der Beschaffungsmarkt der neuen Division Chassis & Safety geht zu großen Teilen aus der bereits vorhandenen Division Automotive Systems hervor. Die Vorteile der eingeführten zentralen Einkaufsstruktur können hier kontinuierlich umgesetzt werden. Hauptaufgaben waren der Aufbau neuer Lieferanten für neue Technologien im Bereich Fahrerassistenzsysteme und Kostenreduzierung im Bereich der passiven Sicherheitssysteme.

Forschung und Entwicklung
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Mio € bzw. 5,2 % auf 347,5 Mio € (Vj. 330,4 Mio €) und beträgt damit 7,5 % vom Umsatz (Vj. 7,3 %).

Abschreibungen
Die Abschreibungen erhöhten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 um 12,9 Mio € auf 229,4 Mio € (Vj. 216,5 Mio €) und betragen 4,9 % vom Umsatz (Vj. 4,8 %). Darin enthalten waren im Jahr 2007 außerplanmäßige Wertminderungen für Sachanlagen in Höhe von insgesamt 5,1 Mio € (Vj. 1,9 Mio €).

Operative Aktiva
Die operativen Aktiva der Division Chassis & Safety sind einerseits geprägt durch den Erwerb der Siemens VDO, beinhalten andererseits aber auch wesentliche Bestandteile der ehemaligen Division Automotive Systems. Im Vergleich zum Ende des Jahres 2006 ergibt sich ein Zugang an operativen Aktiva in Höhe von 2.391,6 Mio € auf 5.021,5 Mio € (Vj. 2.629,9 Mio €).

Die langfristigen Vermögenswerte betragen 4.413,0 Mio € (Vj. 2.227,6 Mio €). Davon entfällt mit 2.719,7 Mio € (Vj. 1.155,5 Mio €) ein Anteil in Höhe von 61,6 % auf den Goodwill. Sachanlagen bestehen in Höhe von 1.235,6 Mio € (Vj. 966,0 Mio €).

Das Working Capital beläuft sich auf 484,1 Mio € (Vj. 315,4 Mio €). Darin enthalten sind die Vorräte mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 324,1 Mio € (Vj. 222,0 Mio €) und die operativen Forderungen, die mit insgesamt 723,2 Mio € (Vj. 552,9 Mio €) in das Working Capital einfließen. Die operativen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 563,2 Mio € (Vj. 459,5 Mio €).

Investitionen (Bilanzzugang)
Der Bilanzzugang der Division Chassis & Safety erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,7 Mio € auf 279,8 Mio € (Vj. 279,1 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 6,0% (Vj. 6,2%).

Im Geschäftsbereich Elektronische Bremssysteme wurde, aufgrund gestiegener Nachfrage nach ESC und ABSSystemen in Amerika und Europa, weiterhin in die Erweiterung der Produktionskapazitäten sowie in die Realisierung eines neuen Fertigungskonzeptes investiert.

Der Geschäftsbereich Hydraulische Bremssysteme hat in den Aufbau eines neuen Produktionsstandortes in Changshu, China, investiert.

Darüber hinaus wurden an verschiedenen Standorten Investitionen zur Umsetzung eines neuen Fertigungskonzeptes getätigt.

Mitarbeiter
Die Mitarbeiterzahl der Division Chassis & Safety erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7.750 auf 27.809 (Vj. 20.059) Beschäftigte. Durch den Erwerb der Siemens VDO ergab sich eine Steigerung der Mitarbeiterzahl zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung um 6.339 Personen und durch den Erwerb von AP Italia in Höhe von 510 Personen. Durch die positive Volumenentwicklung wurden in Varzea Paulista, Brasilien, 167 neue Mitarbeiter eingestellt und in Budapest, Ungarn, 114 Mitarbeiter. In Ebbw Vale, Großbritannien, wurden aufgrund der Restrukturierung 148 Mitarbeiter abgebaut. In Sibiu, Rumänien, ergab sich ein Mitarbeiteraufbau von 96 Personen aufgrund positiver Volumenentwicklung und des weiteren Ausbaus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.