Entwicklung der Divisionen

Interior

Umsatzanstieg um 78,4 % - Rückgang des bereinigten EBIT um 9,8 %

Absatz
Aufgrund der erstmaligen Einbeziehung der Siemens VDO für einen Monat in das Geschäftsjahr 2007, liegen uns keine vergleichbaren Absatzzahlen des Vorjahres für die neue Division Interior vor.

Umsatzanstieg um 78,4 %
Die Division Interior steigerte den Umsatz im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 78,4 % auf 1.531,6 Mio € (Vj. 858,6 Mio €). Der Umsatzanstieg ist durch organisches Wachstum und durch Konsolidierungskreisveränderungen, insbesondere durch den Erwerb der Siemens VDO und dem Automobilelektronik-Geschäft von Motorola, beeinflusst.

Anstieg des EBITDA um 44,9 %
Das EBITDA der Division Interior verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 31,4 Mio € bzw. 44,9 % auf 101,3 Mio € (Vj. 69,9 Mio €). Das EBITDA in % vom Umsatz erreichte 6,6 % (Vj. 8,1 %).

Anstieg des EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA um 24,7 %
Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA der Division Interior verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Mio € bzw. 24,7 % auf 38,4 Mio € (Vj. 30,8 Mio €). Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA in % vom Umsatz erreichte 2,5 % (Vj. 3,6 %).

Operativer Ergebnisrückgang (EBIT) um 57,0 %; Rückgang des bereinigten EBIT um 9,8 %
Die Division Interior verzeichnete einen Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um 57,0 % auf 10,8 Mio € (Vj. 25,1 Mio €) und erreichte eine Umsatzrendite von 0,7 % (Vj. 2,9 %) sowie eine Kapitalrendite (ROCE) von 0,2 % (Vj. 3,7 %). Bereinigt um Sondereffekte ergibt sich ein Rückgang des bereinigten EBIT um 5,4 Mio € bzw. 9,8 % auf 49,7 Mio € (Vj. 55,1 Mio €). Die bereinigte Umsatzrendite beträgt 3,2 % (Vj. 6,4 %).

Sondereffekte 2007
Durch die Schließung des Standortes in der Innenstadt von Bangalore, Indien, und die Verlagerung der Maschinen in das Umland von Bangalore fielen Aufwendungen für Restrukturierung in Höhe von 2,1 Mio € an.

Durch die Kaufpreisallokation der Siemens VDO wurden Vorräte in Höhe von 17,7 Mio € zum Veräußerungswert angesetzt. Der Verbrauch dieser Vorräte im Dezember führte zu einem Aufwand in gleicher Höhe.

Im Rahmen der fortschreitenden Integration des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola entstanden im Berichtszeitraum in der Division Interior anteilig Aufwendungen für Integration in Höhe von 11,3 Mio € und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5,2 Mio €.

Für die mit dem Erwerb des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola übernommenen und nicht genutzten Mietflächen nahe Detroit, USA, wurde eine weitere anteilige Rückstellung in der Division Interior in Höhe von 2,6 Mio € gebildet, da eine Untervermietung nicht möglich ist.

Für das Jahr 2007 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für die Division Interior insgesamt 38,9 Mio €.

Sondereffekte 2006
Im Rahmen unserer langfristigen Produktionsstrategie werden alle Standorte kontinuierlich hinsichtlich ihrer produktionstechnischen Effizienz und Kostenstruktur überprüft. Die hohen Produktionskosten in den Werken Angers, Frankreich, sowie Elma und Seguin, USA, verhinderten die Aufrechterhaltung der Produktion am jeweiligen Standort und führten zu Restrukturierungsaufwendungen im Jahr 2006 für die Division Interior anteilig in Höhe von 18,3 Mio €.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola ergaben sich im Jahr 2006 in der Division Interior anteilig Integrationsaufwendungen in Höhe von 4,9 Mio €, im Wesentlichen für die Incentivierung von Mitarbeitern sowie die Nutzung von Motorola Inc. IT-Systemen.

Ende 2006 wurde beschlossen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola übernommenen Mietflächen in der Nähe von Detroit, USA, ab 2007 nicht weiter zu nutzen. Der zugehörige Mietvertrag läuft erst Ende 2025 aus. Zum Jahresende 2006 wurde davon ausgegangen, dass eine Untervermietung des freizugebenden Gebäudes die laufenden Mietkosten nicht decken würde. Grund für diese Annahme sind wahrscheinliche Abschläge, nicht vermietbare Teilflächen sowie nicht weiterzugebende Kostenzuschläge für Mietereinbauten, die über die Mietraten abzugelten waren. In der Division Interior wurde deshalb anteilig eine Rückstellung in Höhe von 5,8 Mio € gebildet. Darüber hinaus ergab sich ein anteiliger außerordentlicher Abschreibungsbedarf in Höhe von 1,0 Mio €.

Für das Jahr 2006 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für die Division Interior insgesamt 30,0 Mio €.

Interior in Mio €
  2007 2006 Veränderung in %
Umsatz 1.531,6 858,6 78,4
EBITDA 101,3 69,9 44,9
in % vom Umsatz 6,6 8,1
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA 38,4 30,8 24,7
in % vom Umsatz 2,5 3,6
EBIT 10,8 25,1 − 57,0
in % vom Umsatz 0,7 2,9
Forschungs- und Entwicklungskosten 131,5 68,6 91,7
Abschreibungen1 90,5 44,8 102,0
Operative Aktiva 6.541,6 679,0 863,4
EBIT in % von operativen Aktiva 0,2 3,7
Investitionen2 65,5 33,8 93,8
Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)3 33.459 5.397 520,0
 
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt4 77,3 60,8 27,1
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt in % vom Umsatz 5,0 7,1
EBIT bereinigt4 49,7 55,1 − 9,8
EBIT bereinigt in % vom Umsatz 3,2 6,4

Beschaffung
Der Beschaffungsmarkt der Division Interior setzt sich sowohl aus vorhandenen Zulieferern der ehemaligen Division Automotive Systems als auch aus der hinzugekommenen Siemens VDO zusammen. Viele neue Geschäftsfelder, die diesen Markt von Infotainment Produkten bis Innenraum Ausstattungen mit neuen Lösungen in der Schnittstelle zum Fahrer betreffen, werden ebenso neue Zulieferer und Synergiepotenziale hervorbringen. Preisdruck war vor allem im Bereich der Kunststoff Ressins für das Ergebnis maßgeblich sowie Synergieeffekte im Bereich Body & Security Systems.

Forschung und Entwicklung
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 62,9 Mio € bzw. 91,7 % auf 131,5 Mio € (Vj. 68,6 Mio €) und beträgt damit 8,6 % vom Umsatz (Vj. 8,0 %).

Abschreibungen
Die Abschreibungen erhöhten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 um 45,7 Mio € auf 90,5 Mio € (Vj. 44,8 Mio €) und betragen 5,9 % vom Umsatz (Vj. 5,2 %). Darin enthalten waren im Jahr 2007 außerplanmäßige Wertminderungen für Sachanlagen in Höhe von insgesamt 0,3 Mio € (Vj. 3,0 Mio €).

Operative Aktiva
Die operativen Aktiva der Division Interior sind geprägt durch den Erwerb der Siemens VDO. Insofern ergibt sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2006 ein Zugang an operativen Aktiva in Höhe von 5.862,6 Mio € auf 6.541,6 Mio € (Vj. 679,0 Mio €).

Die langfristigen Vermögenswerte summieren sich auf 5.738,5 Mio € (Vj. 566,7 Mio €). Davon entfallen auf den Goodwill 2.566,5 Mio € (Vj. 307,7 Mio €), auf die immateriellen Vermögenswerte 1.445,6 Mio € (Vj. 61,8 Mio €) und auf Sachanlagen 1.207,8 Mio € (Vj. 196,5 Mio €). Der Gesamtwert der assoziierten Unternehmen beläuft sich auf 503,0 Mio € (Vj. 0,0 Mio €).

Das Working Capital beträgt zum Jahresende 679,8 Mio € (Vj. 99,7 Mio €). Der Forderungsbestand beträgt 884,3 Mio € (Vj. 151,7 Mio €) und die Vorräte 566,3 Mio € (Vj. 97,9 Mio €). Die Höhe der operativen Verbindlichkeiten beläuft sich auf 770,8 Mio € (Vj. 149,9 Mio €).

Investitionen (Bilanzzugang)
Der Bilanzzugang der Division Interior erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 31,7 Mio € auf 65,5 Mio € (Vj. 33,8 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 4,3 % (Vj. 3,9 %).

Der Bereich Telematik investierte insbesondere in den Aufbau von zusätzlichen Fertigungskapazitäten für Telematikprodukte in den USA und in die Erweiterung der Standorte in China und Rumänien.

Mitarbeiter
Die Mitarbeiterzahl der Division Interior erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 28.062 auf 33.459 (Vj. 5.397) Beschäftigte. Durch den Erwerb der Siemens VDO ergab sich eine Steigerung der Mitarbeiterzahl zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung um 27.676 Personen. Aufgrund der positiven Volumenentwicklung und des weiteren Ausbaus der F&E-Aktivitäten wurden in Sibiu, Rumänien, 104 neue Mitarbeiter eingestellt.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.