Ertragslage

 

Umsatzanstieg um 11,6 % - Anstieg des bereinigten EBIT um 6,1 %

Continental-Konzern in Mio €
  2007 2006 Veränderung in %
Umsatz 16.619,4 14.887,0 11,6
EBITDA 2.490,6 2.301,5 8,2
in % vom Umsatz 15,0 15,5
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA 1.737,2 1.615,9 7,5
in % vom Umsatz 10,5 10,9
EBIT 1.675,8 1.601,9 4,6
in % vom Umsatz 10,1 10,8
Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen 1.020,6 981,9 3,9
Ergebnis pro Aktie (in €) 6,79 6,72 1,0
Forschungs- und Entwicklungskosten 834,8 677,0 23,3
Abschreibungen1 814,8 699,6 16,5
Operative Aktiva 22.217,1 8.577,6 159,0
EBIT in % von operativen Aktiva 7,5 18,7
Investitionen2 896,9 805,0 11,4
Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)3 151.654 85.224 77,9
 
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt4 1.841,5 1.691,1 8,9
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt in % vom Umsatz 11,1 11,4
EBIT bereinigt4 1.780,1 1.677,1 6,1
EBIT bereinigt in % vom Umsatz 10,7 11,3

Umsatzanstieg um 11,6 %
Der Konzernumsatz stieg im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,6 % auf 16.619,4 Mio € (Vj. 14.887,0 Mio €). Diese Erhöhung resultiert sowohl aus organischem Wachstum als auch aus Konsolidierungskreisveränderungen. Währungskursveränderungen wirkten gegenläufig. Siemens VDO trug mit 659,3 Mio € zum Umsatz bei.

Im Rahmen des Erwerbs der Siemens VDO wurde die bisherige Organisationsstruktur des Continental- Konzerns geändert. Die bisherige Division Automotive Systems wurde zusammen mit den Aktivitäten der Siemens VDO in die drei neuen Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior eingebracht. Ab dem 1. Januar 2008 sind aus diesem Grund keine Informationen für die ehemalige Division Automotive Systems sowie für Siemens VDO separat verfügbar.

Trotz der Konsolidierungskreisveränderungen hat sich der Umsatzanteil nach Regionen gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Der im Dezember 2007 einbezogene regionale Umsatzanteil der Siemens VDO hat nur einen geringen Einfluss.

Anstieg des EBITDA um 8,2 %
Das EBITDA des Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 189,1 Mio € bzw. 8,2 % auf 2.490,6 Mio € (Vj. 2.301,5 Mio €). Das EBITDA in % vom Umsatz erreichte 15,0 % (Vj. 15,5 %).

Der Konzernumsatz verteilt sich folgendermaßen auf die einzelnen Regionen:

Umsatz nach Regionen in %
  2007 2006
Deutschland 31 32
Europa ohne Deutschland 37 37
NAFTA-Region 21 21
Asien 8 7
Übrige Länder 3 3

Anstieg des EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA um 7,5 %
Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA (Purchase Price Allocation) des Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 121,3 Mio € bzw. 7,5 % auf 1.737,2 Mio € (Vj. 1.615,9 Mio €). Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA in % vom Umsatz erreichte 10,5 % (Vj. 10,9 %).

Operative Ergebnisverbesserung (EBIT) um 4,6 %; Anstieg des bereinigten EBIT um 6,1 %
Das operative Konzernergebnis (EBIT) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 73,9 Mio € bzw. 4,6 % auf 1.675,8 Mio € (Vj. 1.601,9 Mio €). Die Umsatzrendite verringerte sich auf 10,1 % (Vj. 10,8 %). Bereinigt um Sondereffekte ergibt sich eine Verbesserung des EBIT um 103,0 Mio € bzw. 6,1 % auf 1.780,1 Mio € (Vj. 1.677,1 Mio €). Die bereinigte Umsatzrendite beträgt 10,7 % (Vj. 11,3 %).

Siemens VDO belastete das EBIT im Dezember 2007 mit 164,0 Mio €. In diesem Wert sind Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die erstmalig im Rahmen der Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation (PPA) angesetzt wurden, in Höhe von 33,1 Mio € sowie der Verbrauch von im Rahmen der PPA zum Veräußerungswert angesetzten Vorräte in Höhe von 33,6 Mio € enthalten. Darüber hinaus war der Dezember 2007 bei Siemens VDO von Sondersachverhalten, u. a. Restrukturierungsmaßnahmen, geprägt.

Ab dem 1. Januar 2008 sind keine Informationen für die ehemalige Division Automotive Systems sowie für Siemens VDO separat verfügbar.

Die Kapitalrendite (ROCE) beträgt 7,5 % (Vj. 18,7 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Konsolidierungskreisveränderungen mit anteiligem EBIT seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung und mit der vollen Kapitalbasis wirken. Einen wesentlichen Einfluss im Jahr 2007 hat Siemens VDO (volle Kapitalbasis, aber nur ein Monat EBIT).

Sondereffekte 2007
Im Rahmen der fortschreitenden Integration des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola entstanden im Berichtszeitraum Aufwendungen in Höhe von 25,9 Mio € und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 8,1 Mio € – einschließlich der Aufwendungen im Zusammenhang mit den im ersten Quartal 2007 abgeschlossenen Verhandlungen über den Sozialplan für das Werk Angers, Frankreich.

Zur Optimierung der Produktionsorganisation in Deutschland sowie zur Verbesserung der Kostenstruktur im Bereich Elektrische Antriebe wurde der Standort Haldensleben bis auf kleinere Restabwicklungsaktivitäten zum Ende des Jahres 2007 geschlossen. Die dortigen Aktivitäten wurden nach Berlin verlagert. Dadurch fielen im Berichtszeitraum Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5,8 Mio € an.

Die Continental Teves Japan Inc. verkaufte mit Wirkung zum 1. Januar 2008 wesentliche Teile des Werkgeländes inklusiv der dazugehörenden Gebäude und Maschinen am Standort Hiroshima, Japan, an die Nisshinbo Industries Inc. zum symbolischen Wert von 1 Yen, um die Kosten einer Werkschließung zu vermeiden. Gemäß den IFRS-Vorschriften ist der Buchwert auf den erwarteten Verkaufspreis außerordentlich abzuschreiben. Hieraus ergab sich ein Impairment in Höhe von 3,6 Mio €.

Aus der 2006 begonnenen Verlagerung von Produktionskapazität aus dem Werk Ebbw Vale, Großbritannien, in das slowakische Werk Zvolen entstand im Jahr 2007 ein Restrukturierungsaufwand in Höhe von 1,4 Mio €.

Im Rahmen der mit dem Erwerb des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola übernommenen und nicht genutzten Mietflächen nahe Detroit, USA, wurde eine weitere Rückstellung in Höhe von 5,2 Mio € gebildet, da eine Untervermietung nicht möglich ist.

Unsere amerikanische Reifengesellschaft Continental Tire North America (CTNA) hatte 2006 die Beteiligung des Unternehmens an Gesundheitsvorsorgekosten für Pensionäre geändert. Einer gegen diese Maßnahme eingereichten Sammelklage hat das zuständige erstinstanzliche Gericht in einem Zwischenbescheid insoweit Recht gegeben, dass die Umsetzung der Änderungen im Vorsorgeplan nicht im vollen Umfang einseitig hätte erfolgen dürfen. CTNA hat gegen diese Entscheidung Rechtsmittel eingelegt. Daneben hat CTNA einen Vorschlag zur Herbeiführung einer einvernehmlichen Lösung für die betroffenen Pensionäre unterbreitet, der im Wesentlichen eine einmalige Dotierung eines externen Fondsträgers vorsieht. Im Rahmen dieser Verständigung blieben die bisherigen Planänderungen bestehen. In diesem Zusammenhang wurde im Berichtszeitraum in der Division Pkw-Reifen ein Aufwand in Höhe von 46,5 Mio € und in der Division Nfz-Reifen in Höhe von 3,4 Mio € berücksichtigt.

Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum die medizinischen Vorsorgepläne für die Gehaltsempfänger angepasst, in dem die medizinischen Leistungen weiter begrenzt wurden. Dabei ergaben sich positive Ergebniseffekte in der Division Pkw-Reifen in Höhe von 27,6 Mio € und in der Division Nfz-Reifen in Höhe von 14,4 Mio €.

Im Rahmen der Abwicklung der Restrukturierungsmaßnahmen im Reifenwerk Charlotte, USA, wurden vor allem nicht verwendete Rückstellungen in Höhe von 3,1 Mio € aufgelöst.

Aufgrund nicht erreichter Prozesseffizienzen und der damit verbundenen Ertragslage wurde am Standort Mt. Vernon, USA, das Sachanlagevermögen in Höhe von 18,7 Mio € außerplanmäßig abgeschrieben. Dieser Bedarf ergab sich aufgrund der im Jahr 2007 getätigten Investitionen, die nach den Impairment-Vorschriften des IFRS nicht mit dem Wiederbeschaffungswert, sondern mit dem Veräußerungswert als Untergrenze anzusetzen sind.

Aufgrund der Ergebnislage wurde die Beteiligung an der Drahtcord Saar KG in Höhe von 5,5 Mio € wertberichtigt.

Aus der Erstkonsolidierung der Matador-Gruppe ergab sich ein Ertrag aus dem negativen Unterschiedsbetrag in Höhe von 21,2 Mio €. Gegenläufig wirkten Impairments für einen nicht genutzten Markennamen sowie ein nicht genutztes Kraftwerk in Höhe von 1,3 Mio €.

Unter anderem für Roulunds, Dänemark, entstanden im Berichtszeitraum Restrukturierungsaufwendungen in der Division ContiTech in Höhe von 2,9 Mio €.

Aus der Veräußerung des Möbelfolien-Geschäfts des Geschäftsbereichs Benecke-Kaliko ergab sich in der Division ContiTech ein Ertrag in Höhe von 8,2 Mio €. In diesem Zusammenhang fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 4,7 Mio € an.

Sondereffekte 2007 der Siemens VDO-Aktivitäten (nicht für pro forma relevant):

Durch die Schließung des Standortes in der Innenstadt von Bangalore, Indien, und die Verlagerung der Maschinen in das Umland von Bangalore fielen Aufwendungen für Restrukturierung in Höhe von 2,1 Mio € an.

An unserem Standort Chatham, Kanada, wurde am 20. Dezember 2007 bekannt gegeben, die bestehende Produktion einzustellen. In diesem Zusammenhang wurde eine Rückstellung für Restrukturierung in Höhe von 10,1 Mio € gebildet.

Im Rahmen der Kaufpreisallokation der Siemens VDO wurden Vorräte in Höhe von 33,6 Mio € zum Veräußerungswert angesetzt. Der Verbrauch dieser Vorräte im Dezember 2007 führte zu einem Aufwand in gleicher Höhe.

Für das Jahr 2007 ergab sich für die Siemens VDO-Aktivitäten insgesamt eine Belastung durch Sondereffekte (nicht für pro forma relevant) in Höhe von 45,8 Mio €.

Für das Jahr 2007 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für den Konzern insgesamt 104,3 Mio €.

Sondereffekte 2006
Zur Verbesserung der Kostenstruktur im Bereich Radbremse wurde im Jahr 2006 Produktionskapazität aus dem Werk Ebbw Vale, Großbritannien, in das slowakische Werk Zvolen verlagert. In diesem Zusammenhang fielen im Berichtszeitraum Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 28,0 Mio € an.

Klagen ehemaliger Arbeitnehmer aufgrund der Schließung des Standorts Gretz, Frankreich, der Division Automotive Systems sind 2006 rechtskräftig abgewiesen worden. Die dafür gebildete Rückstellung in Höhe von 9,9 Mio € wurde aufgelöst.

Ende 2006 wurde beschlossen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola übernommenen Mietflächen nahe Detroit, USA, ab 2007 nicht weiter zu nutzen. Der zugehörige Mietvertrag läuft erst Ende 2025 aus. Zum Jahresende 2006 wurde davon ausgegangen, dass eine Untervermietung des freizugebenden Gebäudes die laufenden Mietkosten nicht decken würde. Grund für diese Annahme sind wahrscheinliche Abschläge, nicht vermietbare Teilflächen sowie nicht weiterzugebende Kostenzuschläge für Mietereinbauten, die über die Mietraten abzugelten waren. Dafür wurde eine Rückstellung in Höhe von 11,5 Mio € gebildet. Darüber hinaus ergab sich ein außerordentlicher Abschreibungsbedarf in Höhe von 1,9 Mio €.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola ergaben sich im Jahr 2006 Integrationsaufwendungen in Höhe von 10,5 Mio €, im Wesentlichen für die Incentivierung von Mitarbeitern sowie die Nutzung von Motorola Inc. IT-Systemen. Im Rahmen unserer langfristigen Produktionsstrategie werden alle Standorte kontinuierlich hinsichtlich ihrer produktionstechnischen Effizienz und Kostenstruktur überprüft. Die hohen Produktionskosten in den Werken Angers, Frankreich, sowie Elma und Seguin, USA, verhinderten die Aufrechterhaltung der Produktion an den Standorten und führten zu Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 56,3 Mio €. Darin enthalten sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 10,7 Mio €.

Ende 2006 wurde den Lohnempfängern sowie den bereits pensionierten Mitarbeitern der Reifenbereiche in den USA angekündigt, dass ab Anfang 2007 die Obergrenze der medizinischen Vorsorgeleistungen weiter reduziert wird. Damit wurden die Begünstigten auf eine einheitliche Vorsorgedeckung gebracht. Diese Plananpassungen führten zu einer Auflösung der bisher gebildeten Rückstellung für Altersvorsorgeverpflichtungen in Höhe von 108,8 Mio €.

Im Zusammenhang mit der schrittweise Einstellung der Pkw-Reifenfertigung am Standort Hannover-Stöcken bis Ende 2007 wurden im Jahr 2006, aufgrund der abgeschlossenen Verhandlungen, zusätzlich zu den im Jahr 2005 gebildeten Beträge 0,6 Mio € für Abfindungen zurückgestellt.

Durch die Restrukturierung im Werk Charlotte, USA, entstanden im Jahr 2006 Aufwendungen in Höhe von 48,4 Mio €. Weitere Maßnahmen bei Continental Tire North America betrafen das Werk Mayfield, in dem ausschließlich Vorprodukte für die Reifenfertigung hergestellt wurden. Hierfür fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 37,8 Mio € an.

Aufgrund der weiterhin nicht erreichten Prozesseffizienzen und der damit verbundenen Ertragslage wurde am Standort San Luis Potosí, Mexiko, das Sachanlagevermögen in Höhe von 18,7 Mio € außerplanmäßig abgeschrieben. Dies resultiert aus den im Jahr 2006 getätigten Investitionen, die nach den Impairment-Vorschriften des IFRS nicht mit dem Wiederbeschaffungswert, sondern mit dem Veräußerungswert als Untergrenze anzusetzen sind.

Zum 31. Juli 2006 wurden die nordamerikanischen OTR-Aktivitäten an die Titan Tire Corporation veräußert. Aus dem Verkauf entstand ein Ertrag in Höhe von 19,1 Mio €.

In der Division ContiTech ergaben sich im Jahr 2006 verschiedene kleinere Sondereffekte, wie z. B. Restrukturierung, in Höhe von insgesamt 8,5 Mio €. Gegenläufig wirkte ein Ertrag aus dem negativen Unterschiedsbetrag in Höhe von 12,9 Mio € aus der Erstkonsolidierung der Roulunds Rubber-Gruppe.

Die Beteiligung an der Sandusky Ltd. wurde im Jahr 2006 aufgrund des Insolvenzantrags der Gesellschaft in Höhe von 3,7 Mio € komplett wertberichtigt.

Für das Jahr 2006 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für den Konzern insgesamt 75,2 Mio €.

Beschaffung
Die Rohmaterialpreise auf den internationalen Rohstoffmärkten erhöhten sich im Jahr 2007 getrieben durch starke Nachfrage und Spekulation erneut. Das Einkaufsvolumen des Continental-Konzerns stieg um 9,9 % auf 10,7 Mrd € (Vj. 9,7 Mrd €). Darin ist das Einkaufsvolumen für Siemens VDO für einen Monat berücksichtigt.

Forschung und Entwicklung
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung (F&E) stieg gegenüber dem Vorjahr um 157,8 Mio € bzw. 23,3 % auf 834,8 Mio € (Vj. 677,0 Mio €) und beträgt 5,0 % vom Umsatz (Vj. 4,5 %). Dies ist im Wesentlichen auf die Konsolidierungskreisveränderungen durch die Erwerbe der Siemens VDO und des Automobilelektronik- Geschäfts von Motorola zurückzuführen.

In den Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior werden Kosten im Zusammenhang mit der erstmaligen Beauftragung für Entwicklungen im Erstausrüstungsgeschäft aktiviert. Dabei erfolgt die Aktivierung ab dem Zeitpunkt der Nominierung als Lieferant durch den Erstausrüster und des Erreichens einer bestimmten Freigabestufe. Die Aktivierung endet mit der Freigabe für die unbegrenzte Serienproduktion. Aufwendungen für kundenspezifische Applikationen, Vorserienprototypen und Testkosten für bereits vermarktete Produkte gelten weiterhin als nicht aktivierungsfähige Aufwendungen. Die Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von drei Jahren. Die angenommene Nutzungsdauer reflektiert nach Einschätzung von Continental den Zeitraum, in dem ein wirtschaftlicher Nutzen aus den entsprechenden Entwicklungsprojekten wahrscheinlich erzielbar ist.

Die Voraussetzungen für eine Aktivierung von Entwicklungsaktivitäten (IAS 38) in den Divisionen Pkw-Reifen, Nfz-Reifen und ContiTech sind nicht erfüllt.

Abschreibungen
Die Abschreibungen erhöhten sich um 115,2 Mio € auf 814,8 Mio € (Vj. 699,6 Mio €) und entsprechen 4,9 % vom Umsatz (Vj. 4,7 %). Darin enthalten waren im Berichtsjahr außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von insgesamt 27,1 Mio € (Vj. 38,2 Mio €).

Zinsaufwand
Der Zinsaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 43,6 Mio € auf 154,2 Mio € (Vj. 110,6 Mio €).

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf den Erwerb der Siemens VDO zurückzuführen. Hierfür wurden Fremdmittel unter den von einem Bankenkonsortium zur Verfügung gestellten Multicurrency Term Loans and Revolving Credit Facility in Höhe von 10,2 Mrd € aufgenommen. Die Finanzierungskosten belasteten das Zinsergebnis im Jahr 2007 mit 53,5 Mio €.

Weitere Belastungen resultierten aus den im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr höheren durchschnittlichen Finanzschulden. Im Vergleich zum 1. Januar 2006 startete das Geschäftsjahr 2007 mit um 687,8 Mio € gestiegenen Finanzschulden, bedingt durch die Refinanzierung des Erwerbs des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola Anfang Juli 2006 sowie die vorgenommenen Dotierungen eines Treuhandfonds für Pensionsverpflichtungen in Deutschland im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) im Juni und Dezember 2006. Beides resultierte 2006 in Finanzmittelabflüssen von insgesamt 1.386,7 Mio €. Weiterhin führte die Verdoppelung der Dividendenzahlung im April 2007 für das vorangegangene Geschäftsjahr zu einem um 147,2 Mio € höheren Zahlungsabfluss. Das im Jahr 2007 höhere Zinsniveau, insbesondere im EURO-Raum, verstärkte diesen Effekt. Gegenläufig wirkte die im Hinblick auf den Erwerb der Siemens VDO bereits Ende Oktober 2007 vorgenommene Kapitalerhöhung, deren Mittelzufluss in Höhe von 1.478,8 Mio € bis zur Kaufpreiszahlung Anfang Dezember 2007 zur Verfügung stand und zu einer Entlastung des Zinsergebnisses im Monat November beitrug.

Währungskursveränderungen auf in Fremdwährung aufgenommene oder begebene finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten konnten im Berichtsjahr fast vollständig durch die gegenläufigen Ergebnisse aus der Veränderung der Marktwerte von zur Absicherung abgeschlossenen Derivate kompensiert werden. Während sich der negative Effekt zum Ende des Geschäftsjahres 2007 auf 1,4 Mio € bezifferte, hatte es im Vorjahr noch eine Belastung des Zinsergebnisses in Höhe von 22,1 Mio € gegeben.

Steueraufwand
Der Steueraufwand reduzierte sich insgesamt um 15,0 Mio € auf 471,7 Mio € (Vj. 486,7 Mio €). Dies entspricht einer Steuerquote von 31,0 % (Vj. 32,6 %) vom Ergebnis vor Ertragsteuern. Die Verbesserung der Steuerquote resultiert im Wesentlichen aus positiv wirkenden Länderdifferenzen und einem geringeren unterlassenen Ansatz latenter Steuern wegen nicht hinreichend wahrscheinlicher Realisierung. Gegenläufig wirken weitere Sondereffekte wie zum Beispiel Effekte aus Vorjahren sowie der erstmalige Ansatz von aktiven latenten Steuern.

Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen
Das Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen stieg um 38,7 Mio € bzw. 3,9 % auf 1.020,6 Mio € (Vj. 981,9 Mio €). Dies entspricht einem Ergebnis pro Aktie von 6,79 € (Vj. 6,72 €).

Überleitung EBIT zum Konzernergebnis in Mio €
  2007 2006 Veränderung in %
Chassis & Safety 567,0 528,3 7,3
Powertrain − 73,5 − 21,2 − 246,7
Interior 10,8 25,1 − 57,0
Pkw-Reifen 738,7 650,9 13,5
Nfz-Reifen 124,1 136,2 − 8,9
ContiTech 362,8 318,6 13,9
Sonstiges / Konsolidierung − 54,1 − 36,0
EBIT 1.675,8 1.601,9 4,6
Zinsergebnis − 154,2 − 110,6 39,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 1.521,6 1.491,3 2,0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag − 471,7 − 486,7 3,1
Konzernergebnis 1.049,9 1.004,6 4,5
Auf Anteile in Fremdbesitz entfallender Gewinn − 29,3 − 22,7 − 29,1
Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen 1.020,6 981,9 3,9
Ergebnis pro Aktie in €, unverwässert 6,79 6,72 1,0

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.