Finanzlage

 

Cashflow-Überleitung
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 1.090,5 Mio € auf 1.913,6 Mio € und erreichte 11,5 % vom Umsatz (Vj. 5,5 %). Wesentlicher Grund für diesen Anstieg ist insbesondere die im Vergleich beider Jahre positiv wirkende Veränderung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 772,1 Mio €. Den im Jahr 2006 vorgenommenen Dotierungen des CTA in Deutschland in Höhe von insgesamt 630,0 Mio € standen im Geschäftsjahr 2007 keine vergleichbaren Einzahlungen gegenüber. Ein weiterer Effekt resultierte aus dem im Vergleich zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres niedrigeren Aufbau des Working Capital zum Ende des Jahres 2007. Im Gesamtjahresvergleich ergibt sich hieraus ein positiver Effekt in Höhe von 107,4 Mio €. Die gegenüber dem Jahr 2006 zu verzeichnende Verbesserung des EBIT steuerte einen positiven Effekt in Höhe von 73,9 Mio € bei.

Ende 2007 belief sich der Free Cashflow auf -10.625,6 Mio €, im Vergleich zum Jahr 2006 ein um 9.984,5 Mio € höherer Mittelabfluss, der im Wesentlichen auf den Erwerb der Siemens VDO zurückzuführen ist. Im Rahmen dieses Erwerbs erfolgte ein Mittelabfluss in Höhe von 11.501,1 Mio €. Zusammen mit weiteren Auszahlungen wie für Investitionen in Sachanlagen und Software sowie weitere Akquisitionen, u. a. der Erwerb der Matador-Gruppe sowie AP Italia, führte dies zu Mittelabflüssen aus Investitionstätigkeit in Höhe von insgesamt 12.539,2 Mio € (Vj. 1.464,2 Mio €). Bereinigt um den Mittelabfluss aus Akquisitionen ergibt sich ein Free Cashflow in Höhe von 1.050,9 Mio €.

Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich gegenüber dem Jahresende 2006 um 9.675,4 Mio € auf 10.856,4 Mio € (Vj. 1.181,0 Mio €). Damit beträgt die Gearing Ratio 158,3 % (Vj. 25,1 %). Die Erhöhung der Finanzschulden ist im Wesentlichen auf die aus dem negativen Free Cashflow resultierenden Zahlungsabflüsse zurückzuführen, denen Mittelzuflüsse aus der im Hinblick auf den Erwerb der Siemens VDO Ende Oktober 2007 vorgenommenen Kapitalerhöhung in Höhe von 1.478,8 Mio € gegenüberstanden. Aus der Zahlung einer verdoppelten Dividende für das Geschäftsjahr 2006 resultierte eine Auszahlung in Höhe von 293,1 Mio €. In den sonstigen Effekten sind u. a. übernommene Brutto-Finanzschulden aus Gesellschaftserwerben enthalten.

Investitionen (Bilanzzugang)
Der Bilanzzugang für Sachanlagen und Software in Höhe von 896,9 Mio € liegt um 91,9 Mio € über dem Vorjahreswert (805,0 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 5,4 % (Vj. 5,4 %).

Aus dem von Motorola erworbenen Automobilelektronik- Geschäft resultierten Investitionen in Höhe von 77,8 Mio € (Vj. 11,9 Mio €).

Darüber hinaus wirkte sich die Konsolidierungskreisveränderung durch den Erwerb der Siemens VDO erhöhend auf die Investitionen aus.

Finanzschulden
Die Brutto-Finanzschulden erhöhten sich um 11.341,6 Mio € auf 13.126,8 Mio € (Vj. 1.785,2 Mio €).

Mio € 31.12.2007 31.12.2006
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.913,6 823,1
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit − 12.539,2 − 1.464,2
Cashflow vor Finanzierungstätigkeit (Free Cashflow) − 10.625,6 − 641,1
Dividendenzahlung − 293,1 − 145,9
Gezahlte Dividende an Minderheitsgesellschafter − 11,1 − 11,7
Ausgabe von Aktien 1.487,9 2,1
Nicht zahlungswirksame Veränderungen − 25,2 16,7
Sonstiges − 225,9 27,2
Währungskurseffekte 17,6 64,9
Veränderung der Netto-Finanzschulden − 9.675,4 − 687,8

Die Anleihen in Höhe von 856,5 Mio € (Vj. 852,4 Mio €) blieben nahezu unverändert auf dem Vorjahresniveau.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um 10.625,8 Mio € auf 11.397,7 Mio € (Vj. 771,9 Mio €). Aus der Finanzierung des Erwerbs der Siemens VDO ergibt sich ein Zugang durch die Ausnutzung von Multicurrency Term Loans and Revolving Credit Facility durch die Continental AG in Höhe von 10.222,6 Mio €. Darüber hinaus wurden zwei langfristige Kredite in Höhe von jeweils 300,0 Mio € bei der Continental AG aufgenommen. Gegenläufig wirkten Tilgungen bzw. Rückführungen einzelner Darlehen und Kredite.

Die verschiedenen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um 711,7 Mio € auf 872,6 Mio € (Vj. 160,9 Mio €). Ein Effekt resultiert aus der höheren Inanspruchnahme von Forderungsverkaufsprogrammen. Darüber hinaus wurden die Ausnutzungen unter dem Commercial Paper Programm um 427,9 Mio € auf 437,9 Mio € erhöht.

Die flüssigen Mittel, Derivate und verzinsliche Anlagen erhöhten sich um 1.666,2 Mio € auf 2.270,4 Mio € (Vj. 604,2 Mio €).

Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich gegenüber dem Jahresende 2006 um 9.675,4 Mio € auf 10.856,4 Mio € (Vj. 1.181,0 Mio €).

Die effektiven Finanzschulden, d. h. die um die Eventualverbindlichkeiten aus dem Wechselobligo erhöhten Netto-Finanzschulden, erhöhten sich um 9.667,6 Mio € auf 10.876,8 Mio € (Vj. 1.209,2 Mio €).

Finanzierung
Der Schwerpunkt der Finanzierungsaktivitäten war die Finanzierung des Erwerbs der Siemens VDO. Ende Juli 2007 hatte Continental eine Finanzierungszusage über 13,5 Mrd € von zwei Banken erhalten. Im Rahmen der Syndizierung des Kredits im September und Oktober 2007 wurde der Kreditgeberkreis auf insgesamt 39 Banken aus dem In- und Ausland erweitert. Trotz der schwierigen Marktverhältnisse wurde bei der Syndizierung eine Überzeichnung erzielt, sodass höhere Kreditzusagen als die vorgesehenen 13,5 Mrd € vorlagen. Die Inanspruchnahme des Kredits wurde in vier Tranchen, mit einer Zinsspanne von 5,23 % bis 5,33 %, vorgenommen, die sich am Referenzzins EURIBOR orientieren. Die Tranchen sind in den Jahren 2008 bis 2012 fällig.

Das Ende 2006 mit der Europäischen Investitionsbank (EIB), Luxemburg, vereinbarte Darlehen über 600 Mio € wurde im Berichtsjahr in Anspruch genommen. Dieses Darlehen dient der Refinanzierung von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Bereich der aktiven und passiven Fahrzeug-Sicherheitssysteme.

Continental verfolgt das Ziel, die durch den Erwerb der Siemens VDO angestiegenen Finanzschulden in den nächsten Jahren merklich zurückzuführen. Eine Maßnahme wurde im Berichtsjahr bereits vor der Kaufpreiszahlung an Siemens umgesetzt. Im Rahmen der Ende Oktober 2007 durchgeführten Eigenkapitalerhöhung wurden ca. 14,7 Mio Aktien zu einem Kurs von 101,00 € erfolgreich bei institutionellen Anlegern platziert. Der zugeflossene Erlös über 1,48 Mrd € wurde zur Teilfinanzierung des Erwerbs eingesetzt.

Basierend auf den Quartalsendwerten waren 62,1 % der Finanzschulden im Jahresdurchschnitt mit festen Zinssätzen ausgestattet.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.