Risikobericht

 

Die Gesamtrisikosituation von Continental wird im Rahmen des Risikomanagements konzernweit analysiert und gesteuert. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Continental ist als weltweit agierender Konzern vielfältigen Risiken ausgesetzt. Sie könnten das Geschäft negativ beeinflussen und im Extremfall den Bestand des Unternehmens gefährden. Überschaubare Risiken akzeptieren wir, wenn die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine nachhaltige Wertsteigerung erwarten lassen. Ein konzernweites einheitliches Risikomanagementsystem hilft uns dabei, Risiken rechtzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu analysieren, sie zu bewerten und sie zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Es regelt die Erfassung, Bewertung, Dokumentation und Berichterstattung von Risiken und ist in die Strategie-, Planungs- und Budgetierungsprozesse des Unternehmens integriert. Das System ist Gegenstand der Jahresabschlussprüfung. Es erfüllt in vollem Umfang die Anforderungen der Corporate-Governance-Grundsätze des Continental-Konzerns und der gesetzlichen Vorschriften.

Risikoerkennung, -bewertung und -berichterstattung
Dazu analysiert das Management jeder Konzerneinheit die wesentlichen Risiken, die seinen Bereich betreffen. Sie werden nach vorgegebenen Kriterien zugeordnet und bewertet. Die Bewertung eines Risikos richtet sich in der Regel danach, inwieweit es das operative Ergebnis der Einheit negativ beeinflussen könnte. Auf der Basis einer umfassenden Risikoinventur berichten die Geschäftseinheiten über die Veränderungen gemeldeter Risiken und über neue Entwicklungen, die zur Entstehung wesentlicher Risiken führen könnten. Das geschieht im Rahmen des monatlichen Reporting. Treten neue wesentliche Risiken außerhalb der Regelberichterstattung ein, müssen sie umgehend gemeldet werden. Um Ursachen möglicher Risiken frühzeitig zu erkennen, werden die im Rahmen des Reporting genannten Kennzahlen durch das zentrale Controlling auf Konzern- und Divisionsebene weiter analysiert.

Risikosteuerung
Für jedes identifizierte und als erheblich bewertete Risiko leitet das verantwortliche Management geeignete Gegenmaßnahmen ein, die auch im Reportingsystem dokumentiert werden. Das Compliance und Risikokomitee überwacht und konsolidiert die identifizierten Risiken auf Konzernebene. Es berichtet dem Vorstand regelmäßig und empfiehlt, falls erforderlich, weitere Maßnahmen. Der Vorstand erörtert und beschließt diese Maßnahmen und berichtet dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Die zuständigen Gremien überwachen laufend die Entwicklung aller identifizierten Risiken und den Stand der eingeleiteten Maßnahmen. Der Risikomanagementprozess wird regelmäßig durch die interne Revision geprüft. Dadurch ist dessen Effizienz und Weiterentwicklung sichergestellt.

Gesamtwirtschaftliche Risiken
Auf den Seiten 106 ff haben wir ausführlich dargestellt, wie wir die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der näheren Zukunft einschätzen.

Negative Auswirkungen, die mittelbar oder unmittelbar auch unser Unternehmen betreffen, sind nicht auszuschließen. Ein weiterer Anstieg der Rohstoffpreise oder merklich verschlechterte Finanzierungsbedingungen aufgrund der am US-Hypothekenmarkt entstandenen Krise könnten die Dynamik der Weltwirtschaft bremsen. Neben einer Erhöhung unserer Beschaffungskosten wäre möglicherweise auch ein Rückgang der Kaufbereitschaft der Verbraucher eine Folge. Das hätte dann einen nachteiligen Einfluss auf das Wachstum der Weltwirtschaft.

Daneben sehen wir zurzeit die folgenden wesentlichen Risikobereiche für das Unternehmen:

Branchenrisiken
Rückläufige Produktionsvolumina bedeuten Risiken für Absatz, Umsatz und Ergebnis, denn Automobilhersteller nominieren zwar üblicherweise einen Lieferanten für ein bestimmtes Fahrzeug, sie geben jedoch keine Zusage über die Abnahme einer Mindestmenge der zu liefernden Produkte. Wir verringern diese Risiken indem wir z. B. unsere Produktionskapazität stärker flexibilisieren und unsere Fixkosten senken. Für einige wesentliche Unternehmensprodukte im Kfz-Bereich gleichen wachsende Ausstattungsraten diese Risiken in gewissem Umfang aus. Im Übrigen gehört zu unserer Strategie, dass wir beträchtliche Teile des Umsatzes außerhalb der Automobilindustrie generieren wollen. Auf diese Weise verteilen wir unser Risiko auf Branchen mit unterschiedlichen Zyklen. Nach der Akquisition der Siemens VDO ist der Anteil des Automobilgeschäftes allerdings erheblich gestiegen. Unser Ziel ist es, wieder auf 40 % des Umsatzes außerhalb der Automobilindustrie zu kommen.

Die Fahrzeughersteller unterliegen in verstärktem Maße einem gleichzeitigen Innovations- und Kostensenkungsdruck bei sich verkürzenden Produktentwicklungszyklen. Diesen Druck geben sie an die Zulieferindustrie weiter. Sie erwarten vor allem sinkende Preise bei mindestens gleicher, teilweise auch steigender Funktionalität und uneingeschränkter Qualität unserer Produkte. Durch nachhaltiges Kostenmanagement und die breit gefächerte Aufstellung unseres Konzerns sind wir darauf vorbereitet.

Beschaffungsrisiken
Auf der Seite 109 haben wir dargestellt, wie wir die Rohstoffmärkte in der näheren Zukunft einschätzen.

Für die Automotive Divisionen können sich Kostenrisiken insbesondere aus steigenden Stahlpreisen ergeben, während die übrigen Divisionen im Wesentlichen von der Entwicklung der Öl- sowie Naturkautschukpreise abhängig sind. Weil diese Rohstoffe üblicherweise in US-Dollar gekauft werden, kann ein stärker werdender US-Dollar für unsere Gesellschaften außerhalb der USA, deren Währungen nicht an den US-Dollar gebunden sind, ein weiteres Preisrisiko bedeuten. Wir gehen davon aus, dass auch im Geschäftsjahr 2008 die Rohstoffpreise an den internationalen Rohstoffmärkten weiter steigen werden.

Dem Risiko fehlender Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten begegnen wir dadurch, dass wir den Markt genau beobachten und nach neuen Lieferanten Ausschau halten und diese entwickeln. Ein „Single Sourcing“ lässt sich aber nicht immer vermeiden. Durch eine sorgfältige Auswahl unserer Lieferanten und regelmäßige Überprüfung beschränken wir die Risiken, dass wir Produkte unserer Zulieferer nicht rechtzeitig und in nicht ausreichender Menge oder Qualität erhalten.

Investitionsrisiken
Investitionsentscheidungen sind wegen ihrer langfristigen Auswirkungen und ihres Volumens mit Risiken behaftet. Daher werden Investitionen erst realisiert, nachdem sie ein konzerneinheitliches Genehmigungsverfahren durchlaufen haben. In dem Verfahren werden die Annahmen und die Wirtschaftlichkeit sorgfältig geprüft. Auch ein standortbezogener Risikofaktor wird dabei berücksichtigt.

Produktrisiken
Produktmängel können Haftungsansprüche und kostenträchtige Austauschmaßnahmen nach sich ziehen. Solchen Risiken begegnen wir mit sorgfältiger Produktentwicklung und umfangreichem Qualitätsmanagement einschließlich einer intensiven Marktbeobachtung. Versicherungsverträge und sonstige Vorsorgemaßnahmen begrenzen zusätzlich die möglichen Folgen. Gerade wegen der Unsicherheiten im amerikanischen Rechtssystem, wo in der Regel in erster Instanz eine Laienjury entscheidet, ist allerdings nicht auszuschließen, dass für Produkthaftungsansprüche in einzelnen Fällen Aufwendungen entstehen, die größer sind als die dafür gebildeten Vorsorgen.

Umweltrisiken
Unser umfassendes Umweltmanagement dient dem Ziel, Risiken für die Umwelt frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu deren Vermeidung zu ergreifen. Mögliche Auswirkungen auf die Umwelt werden schon bei der Entwicklung unserer Produkte berücksichtigt. Unsere Werke lassen wir nach der Umweltnorm ISO 14001 zertifizieren.

Viele Grundstücke des Konzerns werden seit langer Zeit industriell genutzt. Das birgt das Risiko von Altlasten mit den entsprechenden Sanierungsverpflichtungen. Beim Erwerb von Unternehmen prüfen wir genau, ob solche Risiken vorhanden sind. Soweit erforderlich, werden sie dann angemessen vertraglich berücksichtigt.

Verschärfte gesetzliche Vorschriften gerade im Umweltbereich können zu höheren Entwicklungsaufwendungen oder Produktionskosten führen. Im Rahmen der Risikoerkennung und -steuerung richten wir unser Augenmerk auf die Gesetzgebung in den uns wichtigen Märkten und beschäftigen uns im Rahmen der Forschung und Entwicklung mit alternativen Produktionsmaterialien.

Risiken aus Versorgungszusagen
Zur Abwicklung und Finanzierung von Pensionszusagen bestehen in den USA, Großbritannien und einigen anderen Ländern Pensionsfonds, die von unabhängigen externen Fondsmanagern betreut werden. 2006 wurden von Continental rechtlich unabhängige Treuhandfonds im Rahmen eines sogenannten Contractual Trust Arrangement zur Vorfinanzierung von Altersvorsorgeverpflichtungen bestimmter Tochtergesellschaften in Deutschland eingerichtet. Schwache Finanzmärkte können die Wertentwicklung der Pensionsfonds belasten und zu erheblichen Mehraufwendungen führen. Über die Entwicklung der Pensionsverbindlichkeiten und der Fonds berichten wir im Konzernanhang unter der Nr. 23. Die schrittweise Umstellung auf beitragsorientierte Versorgungspläne („defined contribution“) wird fortgesetzt, um die Risiken aus Versorgungszusagen weiter zu verringern.

In einigen der US-Tochtergesellschaften bestehen außerdem Zusagen zur Beteiligung des Unternehmens an den Gesundheitsvorsorgekosten von Pensionären. Einem nicht auszuschließenden weiteren Anstieg dieser Kosten versuchen wir dadurch entgegenzuwirken, dass wir den vom Unternehmen zu leistenden Beitrag begrenzen. Über den Stand der Auseinandersetzung über die Änderung der Höhe der Beteiligung berichten wir im Konzernanhang unter Nr. 32.

Kreditrisiken
Das operative Kreditrisiko wird von lokalen und von zentralen Kreditmanagern analysiert und überwacht. Zu den Aufgaben des zentralen Kreditmanagements gehört außerdem die gebündelte Risikosteuerung des Forderungsvermögens. Trotzdem lassen sich Ausfallrisiken nicht ganz ausschließen.

Länderrisiken
Unsere Strategie, die Produktion an Standorten mit niedrigen Lohnkosten auszubauen und neue Märkte zu erschließen, hat zur Konsequenz, dass wir bewusst angemessene und überschaubare Länder- und Marktrisiken eingehen. Das trifft gegenwärtig vor allem auf unsere Aktivitäten in Schwellenländern zu. Unser allgemeines Risikomanagement beobachtet und prüft die jeweiligen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Wird die Wirtschaftlichkeit einer Investition untersucht, ist die Bewertung des Länderrisikos ein wichtiger Faktor.

Rechtliche Risiken
Über rechtliche Risiken, Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche berichten wir im Konzernanhang unter der Nr. 32.

Personalrisiken
Bei einem innovativen Unternehmen wie Continental sind hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von elementarer Bedeutung. Fluktuation birgt die Gefahr eines Verlusts an Know-how. Wir versuchen unsere qualifizierten Fach- und Führungskräfte mit Förderprogrammen, leistungsorientierten Vergütungssystemen und internationalen Entwicklungsperspektiven stärker an das Unternehmen zu binden. Qualifizierte Nachwuchskräfte gewinnen wir durch einen engen Kontakt zu Hochschulen und durch spezielle Rekrutierungsprogramme.

Der Continental-Konzern ist ein weltweit agierendes Unternehmen. Unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben daher zum Teil unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Risiken aus vorsätzlichen rechtswidrigen Handlungen Einzelner lassen sich nicht ausschließen. Ein internes Kontrollsystem, bestehend aus Funktionstrennung, Vier-Augen-Prinzip sowie konzernweit geltenden Verfahrensrichtlinien und unserem Verhaltenskodex, soll dem entgegenwirken. Die Konzernrevision überwacht dieses Kontrollsystem. Möglichem Fehlverhalten gehen wir konsequent nach.

Beteiligungsrisiken
Mithilfe von Akquisitionen und Beteiligungen will Continental weitere Wertschöpfung und eine verbesserte Marktposition erreichen. Das gehört zu unserer Unternehmensstrategie. Daraus ergeben sich Beteiligungsrisiken, die wir schon im Vorfeld durch intensive „Due Diligence“- Prüfungen in Grenzen zu halten versuchen. Alle Akquisitionen und Beteiligungen analysieren wir im Hinblick auf ihre strategische Relevanz und Ertragsstärke. Die in den vergangenen Jahren akquirierten Unternehmen konnten die Erwartungen im Wesentlichen erfüllen.

IT-Risiken
In einer zentralisierten und standardisierten IT-Umgebung besteht die Gefahr, dass man sich von einem System oder einem Rechenzentrum zu sehr abhängig macht. Ein Systemausfall hat dann unter Umständen gravierende Folgen für das gesamte Unternehmen. Wir haben diverse Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt, die dieses Risiko minimieren. Dazu gehören u. a. Zutrittskontrollsysteme, Notfallpläne, die unterbrechungsfreie Stromversorgung wichtiger Systeme und Datenspiegelungen. Gegen Datensicherheitsrisiken durch unberechtigte Zugriffe auf die IT-Systeme setzen wir u. a. Firewallsysteme und Virenscanner ein.

Zins- und Währungsrisiken, Risiken aus Finanzinstrumenten
Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten führt zu Lieferungs- und Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen. Die Folge ist ein Verlustrisiko, weil Vermögenswerte, die in einer Währung mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, an Wert verlieren. Gleichzeitig werden Verbindlichkeiten in einer Währung mit steigendem Wechselkurs teurer. Das Netto-Exposure, das sich im Wesentlichen aus der Saldierung der Exporte mit den Importen in den einzelnen Währungen ergibt, wird regelmäßig erfasst und bewertet. Der Continental-Konzern praktiziert bereits seit mehreren Jahren den „Natural-Hedge“-Gedanken zur Reduzierung des Währungskursrisikos: Er zielt darauf ab, den Saldo zwischen Einnahmen und Ausgaben in einer bestimmten Währung und damit auch die Auswirkung einer Kursschwankung gegenüber dem Euro möglichst gering zu halten. Darüber hinaus beobachten und analysieren wir die erwartete Entwicklung der Devisenkurse. Aufgrund der Ergebnisse unserer fortlaufenden Überprüfung werden Wechselkursrisiken gegebenenfalls mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Im Rahmen dieses Währungsmanagements sind enge Grenzen für offene Positionen gesetzt, die das Risiko aus dem Abschluss von Sicherungsgeschäften stark einschränken. Zur Absicherung dürfen ausschließlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, die sich im Risikomanagementsystem abbilden und bewerten lassen. Das im Ausland gebundene Nettovermögen des Konzerns wird grundsätzlich nicht gegen Wechselkursveränderungen abgesichert. Unsere Importe in den Euroraum sind überwiegend höher als die gegengerichteten Exportströme in andere Währungsräume.

Wenn für unsere Verbindlichkeiten variable Zinssätze vereinbart sind, können sich die Zinsen nach unten und nach oben entwickeln. Die Risiken, die sich durch steigende Zinsen ergeben, werden im Rahmen des Zinsmanagements bewertet, eingeschätzt und durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten gesteuert. Gegenstand dieser Steuerung sind die zinstragenden Verbindlichkeiten des Konzerns. Alle Zinssicherungsgeschäfte dienen ausschließlich der Steuerung der identifizierten Zinsänderungsrisiken.

Ein Risiko aus Schwankungen des Zeitwerts längerfristiger finanzieller Verbindlichkeiten durch Veränderungen der Kapitalmarktzinsen besteht für den Continental-Konzern nicht, da die Kapitalgeber daraus kein Recht auf vorzeitige Rückzahlung geltend machen können.

Die Zins- und Währungsmanagementgeschäfte werden zur Reduzierung des Kontrahentenausfallrisikos nur mit ausgewählten Banken abgeschlossen. Durch eine strikte funktionale Trennung der Aufgabenbereiche minimieren wir interne Abwicklungsrisiken. Im Rahmen des zentralen Finanzcontrollings werden die konzernweiten Überschüsse oder Unterdeckungen in den einzelnen Währungen aus dem operativen Geschäft regelmäßig ermittelt und überwacht. Das zentrale Cash-Management führt eine regelmäßige Liquiditätsvorschau durch.

Liquiditätsrisiken
Für das operative Geschäft der Konzerngesellschaften ist eine kostengünstige und ausreichende Deckung des Finanzbedarfs erforderlich. Verschiedene am Markt verfügbare Finanzierungsinstrumente stellen dies sicher. Tages- und Termingelder, Commercial Papers und Anleihen zählen ebenso dazu wie bilaterale und syndizierte Kredite. Investitionen der Konzerngesellschaften werden überwiegend durch Eigenkapital und Darlehen von Banken oder Konzernunternehmen finanziert. Gleichzeitig bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften, soweit dies im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll ist. Wenn bestimmte Ereignisse zu einem unerwarteten Finanzbedarf führen, kann Continental sowohl auf vorhandene Liquidität als auch auf feste Kreditzusagen von Banken zurückgreifen.

Gesamtbewertung
Die Gesamtrisikosituation von Continental wird im Rahmen des erläuterten Risikomanagements analysiert und gesteuert. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.