Pro forma (alte Struktur)

Konzern

Umsatzanstieg um 7,2 % - Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 5,5 % - Anstieg des bereinigten EBIT um 12,4 %

Im Rahmen des Erwerbs der Siemens VDO wurde die bisherige Organisationsstruktur des Continental- Konzerns geändert. Die bisherige Division Automotive Systems wurde aufgelöst und zusammen mit den Aktivitäten der Siemens VDO in die drei neuen Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior eingebracht. Die Erstkonsolidierung der Siemens VDO erfolgte zum 1. Dezember 2007. Aus diesem Grund ist der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ein Kapitel pro forma vorangestellt, das den Continental-Konzern sowie die bisherige Division Automotive Systems in „alter“ Struktur ohne Siemens VDO, vergleichbar mit dem Vorjahr, darstellt.

Umsatzanstieg um 7,2 %; Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 5,5 %
Der Konzernumsatz stieg im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,2 % auf 15.960,1 Mio € (Vj. 14.887,0 Mio €). Das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola trug mit 1.090,7 Mio € zum Umsatz bei. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen ergibt sich ein Anstieg um 5,5 %; alle Divisionen konnten dabei ihre Vorjahreswerte übertreffen: Automotive Systems um 3,5 %, Pkw-Reifen um 6,9 %, Nfz-Reifen um 6,9 % und ContiTech um 7,1 %.

Anstieg des EBITDA um 12,2 %
Das EBITDA des Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 281,5 Mio € bzw. 12,2 % auf 2.583,0 Mio € (Vj. 2.301,5 Mio €). Das EBITDA in % vom Umsatz erreichte 16,2 % (Vj. 15,5 %).

Ergebnisanstieg um 14,9 %; Anstieg des bereinigten EBIT um 12,4 %
Das operative Konzernergebnis (EBIT) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 237,9 Mio € bzw. 14,9 % auf 1.839,8 Mio € (Vj. 1.601,9 Mio €) und erreichte eine Umsatzrendite von 11,5 % (Vj. 10,8 %) sowie eine Kapitalrendite (ROCE) von 20,3 % (Vj. 18,7 %). Das Automobilelektronik- Geschäft von Motorola trug mit 3,1 Mio € zum EBIT bei. Hierin sind Aufwendungen für Integration sowie Restrukturierungsaufwendungen enthalten. Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte ergibt sich ein Anstieg des bereinigten EBIT um 205,3 Mio € bzw. 12,4 % auf 1.867,4 Mio € (Vj. 1.662,1 Mio €). Die bereinigte Umsatzrendite beträgt 12,3 % (Vj. 11,3 %).

Die Kapitalrendite (ROCE) beträgt 20,3 % (Vj. 18,7 %). Im Berichtsjahr haben unter Bereinigung der Konsolidierungskreiseffekte alle Divisionen zur absoluten Wertschaffung, also einem positiven CVC (Continental Value Contribution), beigetragen.

Sondereffekte 2007
Für das Jahr 2007 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für den Konzern insgesamt 58,5 Mio €. Erläuterungen zu einzelnen Sondereffekten siehe Lagebericht Seite 68 f.

Sondereffekte 2006
Für das Jahr 2006 beträgt die Belastung durch Sondereffekte für den Konzern insgesamt 75,2 Mio €. Erläuterungen zu einzelnen Sondereffekten siehe Lagebericht Seite 69 f.

Beschaffung
Die Rohmaterialpreise auf den internationalen Rohstoffmärkten erhöhten sich im Jahr 2007 getrieben durch starke Nachfrage und Spekulation erneut. Das Einkaufsvolumen des Continental-Konzerns stieg um 4,1 % auf 10,1 Mrd € (Vj. 9,7 Mrd €).

Forschung und Entwicklung
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 69,3 Mio € bzw. 10,2 % auf 746,3 Mio € (Vj. 677,0 Mio €) und beträgt damit 4,7 % vom Umsatz (Vj. 4,5 %).

Das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola generierte im Jahr 2007 einen Aufwand für Forschung und Entwicklung in Höhe von 108,3 Mio €.

Abschreibungen
Die Abschreibungen erhöhten sich im Konzern im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 um 43,6 Mio € auf 743,2 Mio € (Vj. 699,6 Mio €) und betragen 4,7 % vom Umsatz (Vj. 4,7 %). Darin enthalten waren im Berichtsjahr außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von insgesamt 26,2 Mio € (Vj. 38,2 Mio € für Sachanlagen).

Operative Aktiva
Die operativen Aktiva des Konzerns erhöhten sich gegenüber dem Jahresende 2006 um 481,0 Mio € auf 9.058,6 Mio € (Vj. 8.577,6 Mio €). Die Steigerung resultierte im Wesentlichen aus dem Erwerb der Matador- Gruppe. Hiermit war ein Zugang an operativen Aktiva in Höhe von 246,5 Mio € verbunden. Weitere Konsolidierungskreisveränderungen wirkten in Summe bestandserhöhend wie der Erwerb der Thermopol-Gruppe und AP Italia. Hieraus resultierten insgesamt Zugänge in Höhe von 136,7 Mio €. Gegenläufig beliefen sich Währungskurseffekte auf 218,9 Mio €.

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um insgesamt 227,7 Mio € auf 5.943,0 Mio € (Vj. 5.715,3 Mio €). Davon entfiel auf das Sachanlagevermögen ein Zugang in Höhe von 166,6 Mio € und auf die sonstigen immateriellen Vermögenswerte von 32,0 Mio €, beides im Wesentlichen zurückzuführen auf die Erwerbe der Matador-Gruppe und der AP Italia. Gegenläufig wirkten Währungskurseffekte, die das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 68,3 Mio € reduzierten. Aus den die Abschreibungen übersteigenden Investitionen in das Sachanlagevermögen und Software ergab sich ein Aufbau in Höhe von 111,2 Mio €. Die aus der Akquisition von AP Italia und der Thermopol-Gruppe entstandenen Goodwill-Zugänge sind nahezu vollständig durch negative Währungskurseffekte kompensiert worden.

Das Working Capital erhöhte sich um 193,1 Mio € auf 2.692,9 Mio €, wovon 91,6 Mio € auf die bereits oben beschriebenen Konsolidierungskreisveränderungen zurückzuführen sind. Währungskursveränderungen wirkten gegenläufig in Höhe von 80,9 Mio €.

Investitionen
Der Bilanzzugang für Sachanlagen und Software im Konzern in Höhe von 854,4 Mio € lag um 49,4 Mio € über dem Vorjahreswert (805,0 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 5,4 % (Vj. 5,4 %).

Aus dem von Motorola erworbenen Automobilelektronik-Geschäft resultierten im Jahr 2007 Investitionen in Höhe von 77,8 Mio € (Vj. 11,9 Mio €).

Mitarbeiter
Die Belegschaft des Continental-Konzerns erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 5.911 bzw. 6,9 % auf 91.135 (Vj. 85.224) Mitarbeiter, insbesondere bedingt durch die Erstkonsolidierung der Thermopol-Gruppe (+594), AP Italia (+510) und der Matador-Gruppe (+2.531). Die Volumensteigerungen führten in allen Divisionen insgesamt zu einer Erhöhung der Beschäftigtenzahl.

Continental-Konzern in Mio €
  2007 2006 Veränderung in %
Umsatz 15.960,1 14.887,0 7,2
EBITDA 2.583,0 2.301,5 12,2
in % vom Umsatz 16,2 15,5
EBIT 1.839,8 1.601,9 14,9
in % vom Umsatz 11,5 10,8
Forschungs- und Entwicklungskosten 746,3 677,0 10,2
Abschreibungen1 743,2 699,6 6,2
Operative Aktiva 9.058,6 8.577,6 5,6
EBIT in % von operativen Aktiva 20,3 18,7
Investitionen2 854,4 805,0 6,1
Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)3 91.135 85.224 6,9
 
Umsatz bereinigt4 15.227,9 14.737,6 3,3
EBIT bereinigt5 1.867,4 1.662,1 12,4
EBIT bereinigt in % vom Umsatz 12,3 11,3
Umsatz in Mio €
  2007 2006
Automotive Systems 6.636,7 5.994,4
Pkw-Reifen 4.975,6 4.693,6
Nfz-Reifen 1.452,4 1.468,3
ContiTech 3.063,9 2.868,7
Sonstiges / Konsolidierung − 168,5 − 138,0
Continental-Konzern 15.960,1 14.887,0
Umsatz bereinigt1 in Mio €
  2007 2006
Automotive Systems 6.033,2 5.994,4
Pkw-Reifen 4.912,1 4.693,6
Nfz-Reifen 1.445,9 1.390,0
ContiTech 2.998,3 2.797,6
Sonstiges / Konsolidierung − 161,6 − 138,0
Continental-Konzern 15.227,9 14.737,6
EBIT in Mio €
  2007 2006
Automotive Systems 668,3 532,2
Pkw-Reifen 738,7 650,9
Nfz-Reifen 124,1 136,2
ContiTech 362,8 318,6
Sonstiges / Konsolidierung − 54,1 − 36,0
Continental-Konzern 1.839,8 1.601,9
EBIT bereinigt2 in Mio €
  2007 2006
Automotive Systems 689,9 630,5
Pkw-Reifen 763,8 655,2
Nfz-Reifen 108,4 97,3
ContiTech 359,4 315,1
Sonstiges / Konsolidierung − 54,1 − 36,0
Continental-Konzern 1.867,4 1.662,1
ROS in %
  2007 2006
Automotive Systems 10,1 8,9
Pkw-Reifen 14,8 13,9
Nfz-Reifen 8,5 9,3
ContiTech 11,8 11,1
Sonstiges / Konsolidierung
Continental-Konzern 11,5 10,8
ROS bereinigt in %
  2007 2006
Automotive Systems 11,4 10,5
Pkw-Reifen 15,5 14,0
Nfz-Reifen 7,5 7,0
ContiTech 12,0 11,3
Sonstiges / Konsolidierung
Continental-Konzern 12,3 11,3
Operative Aktiva in Mio €
  2007 2006
Automotive Systems 4.092,8 3.863,0
Pkw-Reifen 2.753,8 2.615,7
Nfz-Reifen 893,1 844,1
ContiTech 1.284,5 1.231,9
Sonstiges / Konsolidierung 34,4 22,9
Continental-Konzern 9.058,6 8.577,6
ROCE in %
  2007 2006
Automotive Systems 16,3 13,8
Pkw-Reifen 26,8 24,9
Nfz-Reifen 13,9 16,1
ContiTech 28,2 25,9
Sonstiges / Konsolidierung
Continental-Konzern 20,3 18,7

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental- Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Nettofinanzschulden. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren RoCE als das Verhältnis von EBIT zu operativen Aktiva zum Stichtag.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.