Erläuterungen zur Konzernbilanz

28. Finanzinstrumente

Die Buch- und Marktwerte nach Bewertungskategorien für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, aufgegliedert nach den Klassen der Bilanz sowie lang- und kurzfristige Positionen zusammengefasst, stellen sich wie folgt dar:

Mio € Bewertungs-
kategorie
nach IAS 39
Buchwert Marktwert Buchwert nach PPA Anpassungen Marktwert
    31.12.2008 31.12.2008 31.12.2007 31.12.2007
Sonstige Finanzanlagen AfS 14,2 14,2 24,1 24,1
Derivate und verzinsliche Anlagen          
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 6,4 6,4 8,0 8,0
Derivate ohne Hedge-Beziehung HfT 27,5 27,5 19,8 19,8
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 11,1 11,1 9,8 9,8
Sonstige Forderungen mit Finanzierungscharakter LaR 19,4 19,4 143,2 143,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 3.287,5 3.287,5 3.943,4 3.943,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte LaR 160,9 155,2 244,7 244,7
Flüssige Mittel          
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 1.232,0 1.232,0 2.087,9 2.087,9
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 337,4 337,4 - -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte HfT - - 1,7 1,7
Finanzielle Vermögenswerte   5.096,4 5.090,7 6.482,6 6.476,1
           
Finanzschulden          
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 174,4 174,4 0,1 0,1
Derivate ohne Hedge-Beziehung HfT 25,1 25,1 6,5 6,5
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing n.a. 129,6 131,6 133,0 142,2
Sonstige Finanzschulden FLAC 11.788,2 11.768,8 12.988,2 13.035,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 2.469,8 2.469,8 2.763,4 2.763,4
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 889,2 889,2 996,1 996,1
Finanzielle Verbindlichkeiten 15.476,3 15.458,9 16.887,3 16.920,6
         
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:        
Finanzielle Vermögenswerte HfT 27,5   21,5  
LaR 4.699,8   6.419,2  
AfS 362,7   33,9  
Finanzielle Verbindlichkeiten HfT 25,1   6,5  
FLAC 15.147,2   16.747,7  

Erläuterungen der Abkürzungen
AfS, available for sale, zur Veräußerung verfügbar
FLAC, financial liability at amortised cost, zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasste finanzielle Verbindlichkeit
HfT, held for trading, zu Handelszwecken gehalten
LaR, loans and receivables, Kredite und Forderungen

Die Finanzinstrumente der Kategorien „zur Veräußerung verfügbar“ und „zu Handelszwecken gehalten“ sind mit dem Zeitwert erfasst, es sei denn, dieser ist nicht verlässlich ermittelbar. In diesem Fall werden die finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten erfasst.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige finanzielle Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen die bilanzierten Werte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Die derivativen Finanzinstrumente, die den Anforderungen des Hedge Accounting entsprechen, werden keiner IAS 39 Bewertungskategorie zugeordnet, da sie explizit aus den einzelnen Bewertungskategorien ausgeschlossen sind.

Die derivativen Finanzinstrumente ohne eindeutige Sicherungszusammenhänge werden als „zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten“ (held for trading) kategorisiert.

Der Marktwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing ergibt sich aus dem Barwert der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der gültigen Zinsstrukturkurve.

Die Marktwerte der Finanzschulden wurden durch Diskontierung aller künftigen Zahlungsströme mit den jeweils geltenden Zinssätzen für die entsprechenden Restlaufzeiten unter Berücksichtigung eines unternehmensspezifischen Bonitätsspreads ermittelt.

Die Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien haben sich wie folgt entwickelt:

Mio € aus Zinsen aus der Folgebewertung aus Abgang Nettoergebnis
    zum Fair Value Währungs-
umrechnung
Wert-
berichtigung
  2008 2007
Kredite und Forderungen 79,1 −41,1 −34,4 3,6 46,2
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 0,9 4,9 4,3 10,1 −0,1
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten −3,5 −3,5 15,8
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten −690,7 47,2 −643,5 −181,8
Nettogewinne und -verluste −610,7 −3,5 6,1 −29,5 4,3 −633,3 −119,9

Die Zinsen aus Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen (s. Anhang Nr. 8).

Die Aufwendungen und Erträge aus der Folgebewertung werden im Finanzergebnis erfasst, außer der Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen Aufwendungen und Erträgen erfasst ist.

In das Ergebnis der Folgebewertung der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gehen sowohl Zins- als auch Währungseffekte ein.

Die Wertänderungen der als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten finanziellen Vermögenswerte, die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden, betrugen 0,3 Mio € in 2008 (Vj. 1,0 Mio €); der Betrag, der dem Eigenkapital entnommen und im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst wurde, betrug 1,8 Mio € (Vj. keine).

Sicherheiten
Insgesamt wurden zum 31. Dezember 2008 finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten in Höhe von 37,2 Mio € (Vj. 97,8 Mio €) gestellt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von ABS-Programmen verkauft wurden, sind separat unter Anhang Nr. 19 dargestellt.

Finanzielle Vermögenswerte, die als Sicherheiten gestellt werden – einschließlich der Sicherheiten, die durch den Empfänger verkauft oder verpfändet werden können – umfassen im Geschäftsjahr im Wesentlichen Festgelder (Vj. Geldmarktfonds) für die Besicherung der festgelegten Barabfindung an die anderen Aktionäre der ContiTech AG, Hannover, im Rahmen eines sogenannten „Squeeze Out“, der mit der dazugehörigen Verpflichtung saldiert ist.

Sicherungspolitik und Finanzderivate
Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten sowie der damit verbundenen Finanzierung ist der Konzern Schwankungen infolge von Wechselkursänderungen und variablen Zinsen ausgesetzt. Insofern die Fremdwährungsschwankungen von gegenseitigen Lieferund Zahlungsströmen nicht vollständig kompensiert werden, werden anhand fortlaufend angepasster Devisenkurserwartungen die Wechselkursrisiken in Einzelfällen mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Analog werden die langfristigen und kurzfristigen Zinsentwicklungen kontinuierlich überwacht und gleichfalls gesichert. Darüber hinaus ermöglichen derivative Zins- und Währungsinstrumente die Aufnahme von Fremdkapital in jedem offen zugänglichen Kapitalmarkt, unabhängig vom Ort des Finanzierungsbedarfs.

1. Richtlinien und Risikomanagement
Für den Einsatz von Sicherungsinstrumenten bestehen konzernweite Verfahrensrichtlinien, deren Einhaltung regelmäßig von der internen Revision überprüft wird. Im Rahmen des Zins- und Währungsmanagements sind Höchstbeträge definiert, die das Risiko aus dem Abschluss von Sicherungsgeschäften stark begrenzen. Zur Absicherung dürfen darüber hinaus ausschließlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, die sich im Risikomanagementsystem abbilden und bewerten lassen. Der Einsatz von Finanzinstrumenten, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, ist ausgeschlossen. Eine ausführliche Beschreibung der Risiken sowie des Risikomanagements findet sich im Abschnitt „Risiken und Risikomanagement“ im Lagebericht.

a) Währungsmanagement
Im Rahmen des Währungsmanagements werden bekannte und zukünftig erwartete Fremdwährungszahlungsströme der Konzerngesellschaften weltweit zusammengefasst. Diese Geldbewegungen stellen die Transaktionsrisiken des Konzerns dar und definieren sich als Netto-Cashflow je Währung auf rollierender Zwölfmonatsbasis. Der wöchentlich tagende Währungsausschuss beschließt die Sicherungsmaßnahmen. Diese dürfen ohne gesonderte Vorstandsgenehmigung 30 % des Zwölfmonatsexposure nicht überschreiten. Das im Ausland gebundene Nettovermögen des Konzerns wird grundsätzlich nicht gegen Wechselkursveränderungen abgesichert.

Fremdwährungsrisiken
Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abweichenden Währung denominiert sind. IFRS 7 verlangt mittels Sensitivitätsanalyse eine Darstellung der Auswirkungen hypothetischer Änderungen von Währungskursen auf Ergebnis und Eigenkapital. Die Änderungen der Währungskurse werden im Continental-Konzern auf den Bestand der Finanzinstrumente am Abschlussstichtag bezogen. Zur Ermittlung des transaktionsbezogenen Nettofremdwährungsrisikos werden für diesen Bestand die Finanzinstrumente in Fremdwährung nach Währungspaaren geordnet, und es wird eine 10%ige Auf- bzw. Abwertung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften gegenüber der Fremdwährung unterstellt. Nach dieser Systematik hätte eine 10%ige Aufwertung der funktionalen Währungen das Konzernergebnis um 9,9 Mio € (Vj. 1,0 Mio €) verbessert und die Cashflow-Hedge-Rücklage im Eigenkapital um 6,7 Mio € (Vj. 10,0 Mio €) gemindert. Eine 10%ige Abwertung der funktionalen Währungen hätte zu einem um 9,9 Mio € (Vj. 1,0 Mio €) niedrigeren Konzernergebnis und einer um 6,7 Mio € (Vj. 10,0 Mio €) höheren Cashflow-Hedge-Rücklage im Eigenkapital geführt.

Auswirkungen von translationsbezogenen Währungsrisiken
Viele Konzerngesellschaften befinden sich außerhalb des Euro-Währungsraumes. Da die Berichtswährung von der Continental AG der Euro ist, werden die Abschlüsse dieser Gesellschaften in Euro überführt. Um translationsbezogene Fremdwährungseffekte im Risikomanagement zu adressieren, wird unterstellt, dass Investitionen in ausländische Gesellschaften grundsätzlich auf Dauer angelegt sind und die Ergebnisse reinvestiert werden. Translationsbezogene Auswirkungen, die entstehen, wenn sich der Wert der Nettovermögenspositionen umgerechnet in Euro aufgrund von Wechselkursschwankungen ändert, werden im Eigenkapital des Konzernabschlusses erfasst.

b) Zinsmanagement
Gegenstand der Steuerung von Risiken aus variablen Zinssätzen sind die zinstragenden Verbindlichkeiten des Konzerns. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente dient ausschließlich der Steuerung identifizierter Zinsänderungsrisiken. Ein Risiko aus Schwankungen des Zeitwerts längerfristiger finanzieller Verbindlichkeiten durch Veränderungen von Festzinsen am Kapitalmarkt besteht für den Konzern nicht, da die Kapitalgeber daraus kein Recht auf vorzeitige Rückzahlung geltend machen können. Falls der Konzern als Emittent das Recht zum Rückkauf vor Fälligkeit hat, wird eine Ablösung nur dann erwogen, wenn diese aus Sicht der Continental AG vorteilhaft ist.

Zinsrisiken
Abweichend zum Vorjahr wurden kurzfristige Mittelaufnahmen und Mittelanlagen, für die eine Refinanzierung bzw. Wiederanlage erwartet wird, sowie Verbindlichkeiten aus Forderungsverkaufsprogrammen und Commercial Paper im Berichtsjahr als variabel verzinslich eingestuft. Nach dieser Klassifizierung wären die Vorjahreswerte der fest verzinslichen finanziellen Vermögenswerte um 113,4 Mio € niedriger und die fest verzinslichen Verbindlichkeiten um 764,8 Mio € niedriger gewesen. Für die variabel verzinslichen Instrumente hätten sich entsprechend höhere Werte ergeben. Darüber hinaus wurden zur Überleitung auf die Netto-Finanzschulden die Marktwerte der Derivate separat ausgewiesen.

Das Profil der verzinslichen Finanzinstrumente nach Sicherungsmaßnahmen des Continental-Konzerns stellte sich wie folgt dar:

Mio € 2008 2007 vor PPA Anpassungen
Festverzinsliche Instrumente    
Finanzielle Vermögenswerte 2,4 115,5
Finanzielle Verbindlichkeiten −4.276,2 −2.502,3
     
Variabel verzinsliche Instrumente    
Finanzielle Vermögenswerte 1.597,5 2.127,1
Finanzielle Verbindlichkeiten −7.641,6 −10.617,9
     
Marktwert Derivate    
Finanzielle Vermögenswerte 33,9 27,8
Finanzielle Verbindlichkeiten −199,5 −6,6
     
Netto-Finanzschulden −10.483,5 −10.856,4

Der Continental-Konzern hat Zinsderivate abgeschlossen, die teilweise als effektive Cashflow Hedges klassifiziert sind. Eine Veränderung der Zinssätze zum Bilanzstichtag würde sich daher auf die Gewinn- und Verlustrechnung (Zinsergebnis) bzw. auf das Eigenkapital direkt auswirken.

Gemäß IFRS 7 sind mittels Sensitivitätsanalyse Effekte durch die Änderung von Zinssätzen auf Ergebnis und Eigenkapital darzustellen.

Fair-Value-Sensitivitätsanalyse
Ein Anstieg der Zinssätze um 100 Basispunkte in 2008 hätte zu einer Verschlechterung in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 1,5 Mio € (Vj. 1,7 Mio €) und zu einer Erhöhung des Unterschiedsbetrags aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital in Höhe von 103,3 Mio € (Vj. 0,9 Mio €) geführt.

Ein Rückgang der Zinssätze um 100 Basispunkte hätte zu einer Verbesserung in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 1,3 Mio € (Vj. 1,8 Mio €) und zu einer Verminderung des Unterschiedsbetrags aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital in Höhe von 118,6 Mio € (Vj. 0,9 Mio €) geführt. Bei dieser Analyse wird unterstellt, dass Zinssätze nicht kleiner oder gleich 0 % sein können.

Cashflow-Sensitivitätsanalyse
Ein Anstieg der Zinssätze um 100 Basispunkte in 2008 hätte eine Verschlechterung des Zinsergebnisses in Höhe von 60,4 Mio € (Vj. 4,9 Mio €) hervorgerufen.

Ein Rückgang der Zinssätze um 100 Basispunkte hätte eine Verbesserung des Zinsergebnisses in Höhe von 60,4 Mio € (Vj. 4,9 Mio €) hervorgerufen.

Die Analyse unterstellt, dass alle weiteren Variablen, insbesondere die Wechselkurse, unverändert bleiben. Diese Annahme gilt analog für 2007. Der Anstieg des Zinseffekts in der Cashflow-Sensitivitätsanalyse ist darauf zurückzuführen, dass der im Dezember 2007 aufgenommene syndizierte Euro-Kredit für den Erwerb der Siemens VDO als repräsentativer Durchschnitt für das Gesamtjahr in die Vorjahreszahlen der Analyse eingegangen ist.

c) Kontrahentenrisiko
Ein Ausfallrisiko derivativer Finanzinstrumente entsteht, soweit Kontrahenten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen. Zur Begrenzung dieses Risikos werden entsprechende Kontrakte nur mit ausgewählten Banken und damit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen. Die Entwicklung der Bonität der Vertragspartner wird laufend überwacht. Ferner werden interne Abwicklungsrisiken durch eine strikte funktionale Trennung der Aufgabenbereiche minimiert.

2. Liquiditätsrisiken
Dem Liquiditätsrisiko wird durch eine umfassende kurz- und langfristige Liquiditätsplanung unter Berücksichtigung bestehender Kreditlinien begegnet. Die Deckung des Finanzbedarfs für das operative Geschäft der Konzerngesellschaften erfolgt durch Eigenkapital, Teilnahme an Cash-Pooling-Vereinbarungen oder Darlehen von Banken und Konzernunternehmen, soweit dies im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich und sinnvoll ist. Zur Deckung des konzernzentralen Finanzbedarfs werden verschiedene am Markt verfügbare Finanzierungsinstrumente eingesetzt. Hierzu zählen neben Tages- und Termingeldern, Commercial Paper und Anleihen auch bilaterale und syndizierte Kredite. Bei Ereignissen, die zu einem unerwarteten Liquiditätsbedarf führen, kann die Continental AG sowohl auf vorhandene Liquidität als auch auf feste Kreditzusagen von Banken zurückgreifen.

Aus den finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 15.476,3 Mio € (Vj. 16.891,3 Mio € nach PPA Anpassungen) entstehen in den nächsten fünf Jahren und danach die folgenden Zahlungsmittelabflüsse:

31.12.2008 / Mio € 2009 2010 2011 2012 2013 danach Gesamt
Sonstige Finanzschulden inkl. Zinszahlungen1 −2.791,3 −3.956,1 −588,7 −5.832,5 −14,8 −13.183,4
Derivate 14,5 −56,9 −31,1 −115,7 −189,2
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing −29,3 −19,6 −17,8 −14,3 −11,6 −90,2 −182,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen −2.469,8 −2.469,8
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten −889,2 −889,2
31.12.2007 / Mio € 2008 2009 2010 2011 2012 danach Gesamt
Sonstige Finanzschulden inkl. Zinszahlungen −3.792,7 −706,3 −3.955,0 −717,3 −5.769,2 −17,0 −14.957,5
Derivate −6,7 −0,5 −0,6 −0,6 −0,6 −9,0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing −31,7 −25,8 −16,5 −14,1 −10,6 −86,0 −184,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen −2.763,4 −2.763,4
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten −996,1 −996,1

Bei der Analyse wurden Fremdwährungsbeträge mit den zum Stichtag aktuellen Kassakursen in Euro umgerechnet. Für variabel verzinsliche originäre Finanzinstrumente wurden die zukünftigen Zinszahlungsströme unter Anwendung der zuletzt fixierten Zinssätze prognostiziert. Bei derivativen Finanzinstrumenten wurden zur Ermittlung der variablen Zinszahlungen Terminzinssätze zugrunde gelegt. Die Analyse enthält ausschließlich Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten; Zahlungsmittelzuflüsse aus finanziellen Vermögenswerten wurden nicht berücksichtigt.

3. Ausfallrisiken
Das Kreditrisiko aus Lieferungen und Leistungen oder aus finanziellen Forderungen umfasst die Gefahr, dass offene Forderungen verspätet beglichen werden bzw. vollständig ausfallen. Diese Gefahren werden von zentralen und lokalen Kreditmanagern analysiert und überwacht. Zu den Aufgaben des zentralen Kreditmanagements gehört die gebündelte Risikosteuerung des Forderungsvermögens. Trotzdem lassen sich Ausfallrisiken nicht völlig ausschließen. Bestehenden Restrisiken wird durch die Bildung von pauschalen Wertberichtigungen anhand von Erfahrungswerten oder durch Wertberichtigungen für identifizierte Einzelrisiken Rechnung getragen. Das Ausfallrisiko bei originären finanziellen Forderungen wird zusätzlich dadurch begrenzt, dass nur Vertragspartner mit erstklassiger Bonität angenommen werden bzw. eine ausreichende Sicherung hinterlegt wird. Hierzu verweisen wir auf Anhang Nr. 19.

Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten
Der Ansatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich zum jeweiligen Marktwert. Der Marktwert wird anhand des beizulegenden Zeitwerts durch Diskontierung der erwarteten Zahlungsströme unter Zugrundelegung von Zinsstrukturkurven ermittelt.

Mio € 31.12.2008 31.12.2007
Marktwerte Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Cashflow-Hedges (effektiv)        
Zins-Währungsswaps 6,4 −68,6 8,0
Zinsswaps −105,8 −0,1
Sonstige Geschäfte        
Zins-Währungsswaps 6,1 4,8
Zinsswaps −0,1 0,3 −0,7
Zinssatzoptionen −0,2 0,2
Devisentermingeschäfte 21,4 −24,8 14,5 −5,8
Summe der Marktwerte 33,9 −199,5 27,8 −6,6
– davon langfristig 6,1 −174,6 9,0 −0,7
– davon kurzfristig 27,8 −24,9 18,8 −5,9
Nominalwerte        
Cashflow-Hedges   3.245,0   82,9
Zins-Währungsswaps   84,6   121,4
Zinsswaps   10,0   10,0
Zinssatzoptionen   10,0   10,0
Devisentermingeschäfte   854,4   1.336,1
Summe der Nominalwerte   4.204,0   1.560,4

Bei eindeutigen Sicherungszusammenhängen wird von der Möglichkeit des Hedge Accounting nach IAS 39 Gebrauch gemacht. Beim Vorliegen eines Cashflow-Hedge werden Marktwertänderungen der Derivate bis zur Erfolgswirksamkeit des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral als übrige Eigenkapitalveränderungen gebucht. Die Laufzeiten und Konditionen der Zins- und Währungsderivate entsprechen denen der Grundgeschäfte.

Der Continental Konzern hat sowohl Zinsswaps als auch Zins-Währungsswaps als Cashflow-Hedges klassifiziert.

Die Cashflow-Hedges beziehen sich auf eine Teilsicherung des variabel verzinslichen syndizierten Euro-Kredits für den Erwerb der Siemens VDO sowie auf die DIP-Privatplatzierung über 70,0 Mio €. In diesem Zusammenhang ist 2008 aus der Marktbewertung dieser Finanzinstrumente ein kumulierter Aufwand in Höhe von 149,5 Mio € (Vj. 1,5 Mio €) vor Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet worden.

Der wesentliche Teil der langfristigen derivativen Finanzinstrumente ist in 2012 fällig.

Die kumulierten übrigen Eigenkapitalveränderungen der derivativen Finanzinstrumente stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar:

Mio € 01.01.2007 Marktwert-
änderungen
Auflösung 31.12.2007/ 01.01.2008 Marktwert-
änderungen
Auflösung 31.12.2008
Marktwert −0,8 −0,8 0,1 −1,5 −148,1 0,1 −149,5
Latente Steuern 0,3 0,2 0,0 0,5 46,5 0,0 47,0
Kumulierte übrige Eigenkapital-
veränderungen
−0,5 −0,6 0,1 −1,0 −101,6 0,1 −102,5

Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität wird mithilfe von regelmäßig durchgeführten Effektivitätstests erbracht. Zur Ermittlung der retrospektiven Effektivität kommt die sogenannte „Dollar-Offset-Methode“ zur Anwendung. Hierbei wird die Fair-Value- bzw. Cashflow-Änderung des gesicherten Grundgeschäfts zu der Fair-Value- bzw. Cashflow-Änderung des Sicherungsgeschäfts ins Verhältnis gesetzt. Die Ergebnisse der retrospektiven Effektivitätsmessung liegen dabei in einer Bandbreite von 80 % bis 125 %, sodass von einer hocheffektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen werden kann. Im Berichtsjahr entstanden wie im Vorjahr keine Ineffektivitäten aus den bestehenden Cashflow-Hedges.

Nicht-derivative Basisverträge werden im Konzern regelmäßig auf eingebettete Derivate, zum Beispiel vertragliche Zahlungsvereinbarungen in nicht handelsüblichen Währungen, untersucht. Eingebettete Derivate sind vom Basisvertrag zu trennen, wenn die Beurteilung ergibt, dass die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden sind. Im Geschäftsjahr bestanden im Konzern keine separat zu bilanzierenden eingebetteten Derivate.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental-Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

FAS. Statements of Financial Accounting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien oder Ergänzungen des FASB.

FASB. Financial Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von Bilanzrichtlinien für US GAAP.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization). EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, d. h. sowohl auf Anlagen und Maschinen als auch auf Firmenwerte übernommener Unternehmen.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als „PPA Anpassung“ berücksichtigt.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremd- sowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Insofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.