Erläuterungen zur Konzernbilanz

10. Goodwill und sonstige immaterielle Vermögenswerte

 

Mio € Goodwill Selbsterstellte
immaterielle
Vermögenswerte
Erworbene
immaterielle
Vermögenswerte
Geleistete
Anzahlungen
Summe sonstige
immaterielle
Vermögenswerte
Stand zum 01.01.2007          
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 2.033,5 28,0 577,0 14,2 619,2
Kumulierte Abschreibungen −315,7 −23,0 −374,4 −397,4
Buchwerte 1.717,8 5,0 202,6 14,2 221,8
Nettoentwicklung 2007          
Buchwerte 1.717,8 5,0 202,6 14,2 221,8
Währungskursänderungen −54,9 0,2 −5,6 0,0 −5,4
Zugänge 7,3 41,9 15,2 64,4
Zugänge aus Konsolidierungs-
kreisänderungen
5.630,4 2.808,0 2.808,0
Umbuchungen in „zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte“ −3,5 −3,5
Umbuchungen 10,5 −10,5 0,0
Abgänge −4,1 −0,2 −0,2
Abschreibungen −3,6 −100,8 −104,4
Wertminderungen −0,9 −0,9
Buchwerte vor PPA Anpassungen 7.289,2 8,9 2.952,0 18,9 2.979,8
Eröffnungsbilanzanpassungen 305,6 0,9 0,9
Stand zum 31.12.2007 nach PPA Anpassungen          
Anschaffungs-/Herstellungskosten 7.900,7 25,3 3.376,0 18,9 3.420,2
Kumulierte Abschreibungen −305,9 −16,4 −423,1 −439,5
Buchwerte 7.594,8 8,9 2.952,9 18,9 2.980,7
Nettoentwicklung 2008          
Buchwerte 7.594,8 8,9 2.952,9 18,9 2.980,7
Währungskursänderungen 16,8 0,0 25,6 0,1 25,7
Zugänge 26,0 68,6 6,9 101,5
Zugänge aus Konsolidierungs-
kreisänderungen
2,5 9,0 9,0
Umbuchungen in „zur Veräußerung
bestimmte Vermögenswerte“
−21,7 −21,7
Rückbuchungen aus „zur Veräußerung
bestimmte Vermögenswerte“
3,4 3,4
Umbuchungen 4,9 −4,9
Abgänge −1,9 −2,2 −4,1
Abschreibungen −2,8 −512,5 −515,3
Wertminderungen −1.230,0 −1,5 −55,0 −56,5
Buchwerte 6.384,1 30,6 2.473,3 18,8 2.522,7
Stand zum 31.12.2008          
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 7.921,6 51,2 3.454,8 18,8 3.524,8
Kumulierte Abschreibungen −1.537,5 −20,6 −981,5 −1.002,1
Buchwerte 6.384,1 30,6 2.473,3 18,8 2.522,7

Aus den Erwerben der Siemens VDO, AP Italia und der Thermopol-Gruppe ist in 2007 ein Goodwill in Höhe von insgesamt 5.936,0 Mio € nach PPA Anpassungen entstanden. Der übrige ausgewiesene Buchwert des Goodwill entstand im Wesentlichen aus den Erwerben des Automobilelektronik-Geschäfts von Motorola (2006), der Continental Teves (1998), Continental Temic (2001) und dem Erwerb der Phoenix AG (2004). Der Goodwill und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte verteilen sich auf die einzelnen Konzerndivisionen wie folgt:

  sonstige immaterielle Vermögenswerte Goodwill
Mio € 31.12.2008 31.12.2007 nach PPA Anpassungen 31.12.2007 vor PPA Anpassungen 31.12.2008 31.12.2007 nach PPA Anpassungen 31.12.2007 vor PPA Anpassungen
Chassis & Safety 321,6 363,0 363,0 2.665,6 2.804,0 2.719,7
Powertrain 897,6 1.055,5 1.054,6 1.402,6 2.007,4 1.911,1
Interior 1.204,8 1.445,6 1.445,6 2.222,0 2.691,5 2.566,5
Pkw-Reifen 55,1 53,4 53,4 16,1 13,8 13,8
Nfz-Reifen 12,9 12,9 12,9 3,0 3,0 3,0
ContiTech 27,8 30,6 30,6 74,8 75,1 75,1
Sonstiges/ Konsolidierung 2,9 19,7 19,7
Continental Konzern 2.522,7 2.980,7 2.979,8 6.384,1 7.594,8 7.289,2

Die jährliche Prüfung des Goodwill auf Werthaltigkeit im Rahmen des Impairment-Tests führte zu einem Impairmentbedarf in Höhe von 1.230,0 Mio €. Dabei entfielen 475,2 Mio € auf die Division Interior, 145,2 Mio € auf die Division Chassis & Safety sowie 609,6 Mio € auf die Division Powertrain.

Die Prüfung der Kundenbeziehungen innerhalb der sonstigen immateriellen Vermögenswerte auf Werthaltigkeit im Rahmen eines Impairment-Tests führte bei einem Kunden zu einem Impairmentbedarf in Höhe von 54,3 Mio €. Dabei entfielen 32,6 Mio € auf die Division Interior und 21,7 Mio € auf die Division Powertrain.

In den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten sind aktivierte Entwicklungskosten ausgewiesen. Von den im Jahr 2008 insgesamt angefallenen Entwicklungskosten erfüllten 26,0 Mio € (Vj. 7,3 Mio €) die Aktivierungsvoraussetzungen.

Die Zugänge in den erworbenen immateriellen Vermögenswerten aus Konsolidierungskreisänderungen betreffen im Wesentlichen erworbene Kundenbeziehungen und technologiebezogene Vermögenswerte aus den Erwerben des Geschäftsjahres. Die restlichen Zugänge betreffen vor allem Software.

Die für die immateriellen Vermögenswerte angefallenen planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 515,3 Mio € (Vj. 104,4 Mio €) sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung mit 412,2 Mio € (Vj. 83,5 Mio €) in den Herstellkosten und mit 103,1 Mio € (Vj. 20,9 Mio €) in den Verwaltungskosten enthalten.

In den erworbenen immateriellen Vermögenswerten sind Buchwerte in Höhe von 85,5 Mio € (Vj. 88,5 Mio €) enthalten, die keinen planmäßigen Abschreibungen unterliegen. Diese betreffen insbesondere den Markennamen von VDO in Höhe von 71,4 Mio € und den Markennamen von Matador in Höhe von 8,1 Mio €.

Des Weiteren enthalten die erworbenen immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2008 überwiegend Buchwerte für Software in Höhe von 84,5 Mio € (Vj. 88,4 Mio €), die planmäßig abgeschrieben werden.

Hinsichtlich der außerplanmäßigen Abschreibungen verweisen wir auf Anhang Nr. 6.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental-Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

FAS. Statements of Financial Accounting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien oder Ergänzungen des FASB.

FASB. Financial Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von Bilanzrichtlinien für US GAAP.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization). EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, d. h. sowohl auf Anlagen und Maschinen als auch auf Firmenwerte übernommener Unternehmen.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als „PPA Anpassung“ berücksichtigt.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremd- sowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Insofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.