Erläuterungen zur Konzernbilanz

19. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

Mio € 31.12.2008 31.12.2007 nach PPA Anpassungen 31.12.2007 vor PPA Anpassungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.428,7 4.058,9 4.059,1
Wertberichtigungen -141,2 -115,5 -115,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.287,5 3.943,4 3.943,6

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen entsprechen ihren Marktwerten.

Der Konzern hat den Einzelwertberichtigungen sowie den Wertberichtigungen auf Portfoliobasis auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen während des Geschäftsjahres 2008 einen Betrag in Höhe von 47,1 Mio € (Vj. 19,7 Mio €) zugeführt. Im selben Zeitraum kam es zu einer Inanspruchnahme von in Vorjahren gebildeten Wertberichtigungen in Höhe von 4,2 Mio € (Vj. 20,7 Mio €) sowie zu einer Auflösung von 12,7 Mio € (Vj. 4,8 Mio €). Der Saldo aus Zuführungen und Auflösungen von Wertberichtigungen wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen Aufwendungen erfasst. Im Berichtsjahr ergaben sich keine Konsolidierungskreisveränderungen (Vj. 37,1 Mio €). Es wurden keine Umgliederungen (Vj. 0,1 Mio €) in „zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte“ vorgenommen. Die Währungsumrechungseffekte betrugen im Geschäftsjahr 2008 - 4,5 Mio € (Vj. -2,6 Mio €).

Die Ermittlung der Risikovorsorge erfolgt nach konzerneinheitlichen Maßstäben. Die Kundenbeziehungen werden in regelmäßigen Zeitabständen analysiert. Dabei wird bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten zwischen Einzelwertberichtigung und Portfoliowertberichtigung differenziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die Einzelwertberichtigungen zu bilden sind, werden bei der Ermittlung der Portfoliowertberichtigung nicht berücksichtigt.

Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst im Wesentlichen Maße Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle beruhen.

Innerhalb der Forderungen sind zum 31. Dezember 2008 Beträge in Höhe von 28,8 Mio € (Vj. 35,4 Mio €) aus „Percentage-of-Completion“ enthalten, die insbesondere auf Automotive-Gesellschaften der ehemaligen Siemens VDO sowie auf die Matador-Gruppe zurückzuführen sind. Im Berichtszeitraum wurden Anzahlungen von Kunden in Höhe von 48,2 Mio € (Vj. keine) erhalten. Die kumulierten Kosten und Gewinne der am Stichtag noch laufenden Fertigungsaufträge betragen in 2008 72,7 Mio € (Vj. -1,6 Mio €).

Das im Juli 2004 durch die West LB arrangierte Forderungsverkaufsprogramm mit einem Volumen von 350,0 Mio € können die Continental AG, Hannover, Continental Teves AG & Co. oHG, Frankfurt am Main, und Conti Temic microelectronic GmbH, Nürnberg, in Anspruch nehmen. Das Programm hat eine Laufzeit bis Juli 2009 und wurde zum Bilanzstichtag von allen teilnehmenden Gesellschaften genutzt.

Zum 31. Dezember 2008 haben die betreffenden Gesellschaften 156,0 Mio € Forderungen im Rahmen dieses Programms verkauft (Vj. 221,4 Mio €). Sämtliche verkauften Forderungen werden weiterhin in der Bilanz als Vermögenswert angesetzt, da die mit den Forderungen verbundenen Risiken und Chancen, insbesondere das Bonitäts- und Ausfallrisiko, nicht vollständig übertragen wurden. Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die mit den verkauften Forderungen im Zusammenhang stehenden Verbindlichkeiten betragen 216,6 Mio € (Vj. 279,2 Mio €). Die Verbindlichkeiten sind im Unterschied zu dem Bestand der verkauften Forderungen nicht um die zum Stichtag bereits beglichenen Forderungen reduziert; insgesamt waren 116,2 Mio € (Vj. 127,9 Mio €) Zahlungseingänge zu verzeichnen.

Mit der Skandifinanz Bank AG hat die Continental AG im Dezember 2008 ein neues Forderungsverkaufsprogramm mit einem Volumen von 50,0 Mio € bzw. ab 1. März 2009 150,0 Mio € auf revolvierender Basis abgeschlossen. Im Rahmen dieses Programms waren zum Jahresende 2008 27,2 Mio € Forderungen verkauft, denen Verbindlichkeiten in Höhe von 34,3 Mio € gegenüberstanden. Der Forderungsbetrag ist um die bereits verzeichneten Zahlungseingänge in Höhe von 9,4 Mio € reduziert.

Die im Geschäftsjahr übernommene Tikka OY, Finnland, hatte zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 0,1 Mio € verkauft und weist Verbindlichkeiten in gleicher Höhe aus.

Das im Mai 2006 vereinbarte Forderungsverkaufsprogramm über 250,0 Mio US-Dollar auf revolvierender Basis mit der Wachovia Capital Markets, LLC, als Arrangeur und Administrator des Programms wurde zum 30. September 2008 aufgelöst.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert in Höhe von 2,2 Mio € (Vj. 0,4 Mio €) die Vertragskonditionen neu verhandelt, da sonst eine Überfälligkeit entstanden wäre. Im Wesentlichen wurde eine Verlängerung des Zahlungsziels vorgenommen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich zu den Abschlussstichtagen in folgende Laufzeitbänder:

Mio €     in den folgenden Zeiträumen überfällig
31.12.2008 Buchwert nicht überfällig weniger als
15 Tage
15-29
Tage
30-59
Tage
60-89
Tage
90-119
Tage
mehr als
120 Tage
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.428,7 2.771,1 287,3 92,9 96,3 32,6 32,1 116,4
                 
31.12.2007 nach PPA Anpassungen                
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1 4.019,7 3.465,3 231,1 116,7 93,7 37,7 22,9 52,3

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental-Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

FAS. Statements of Financial Accounting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien oder Ergänzungen des FASB.

FASB. Financial Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von Bilanzrichtlinien für US GAAP.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization). EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, d. h. sowohl auf Anlagen und Maschinen als auch auf Firmenwerte übernommener Unternehmen.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als „PPA Anpassung“ berücksichtigt.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremd- sowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Insofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.