Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich auf das In- und Ausland wie folgt auf:

Mio € 2008 2007
Laufende Steuern Deutschland 26,7 −224,4
Laufende Steuern Ausland −357,7 −302,6
Latente Steuern Deutschland 101,9 12,1
Latente Steuern Ausland 154,1 43,2
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag −75,0 −471,7

Der durchschnittliche Steuersatz im Jahr 2008 betrug im Inland 30,0 % (Vj. 39,2 %). Dieser Steuersatz wurde unter Berücksichtigung eines Körperschaftsteuersatzes von 15,0 % (Vj. 25,0 %) sowie eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % (Vj. 5,5 %) und eines Gewerbesteuersatzes von 14,2 % (Vj. 17,3 %) ermittelt.


Die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand ergibt sich wie folgt:

Mio € 2008 2007
Ergebnis vor Steuern −1.002,9 1.521,6
Steuerlich nicht abzugsfähige Goodwillabschreibung 1.230,0
Ergebnis vor Steuern und Goodwillabschreibung 227,1 1.521,6
Erwarteter Steueraufwand zum inländischen Steuersatz −68,1 −596,5
Besteuerungsunterschiede Ausland 85,5 125,8
Unterlassener Ansatz von aktiven latenten Steuern aufgrund nicht hinreichend wahrscheinlicher
Realisierung
−93,5 −24,0
Effekte aus Veräußerungen bzw. Wertminderungen von Geschäftseinheiten und Beteiligungen −11,2
Förderungen und befristete Befreiungen 25,0 24,6
Nicht abzugsfähige Aufwendungen −33,5 −16,8
Steuern für Vorjahre 29,9 0,5
Negativer Unterschiedsbetrag Oltas (Vj. Matador) 0,3 8,3
Sonstiges −9,4 6,4
Ausgewiesener Steueraufwand −75,0 −471,7
Steuerquote in % vor Goodwillabschreibung 33,0 31,0

Die durch den ausländischen Besteuerungsunterschied hervorgerufene Minderung des Steueraufwands ist im Wesentlichen auf den Geschäftsumfang in Osteuropa und Portugal zurückzuführen. Weiterhin ergibt sich aufgrund der Ergebnissituation in den USA ein Entlastungseffekt für den Bereich, in dem weiterhin von der Werthaltigkeit der latenten Steueransprüche ausgegangen werden kann.

Der Effekt aus dem unterlassenen Ansatz von aktiven latenten Steuern aufgrund nicht hinreichend wahrscheinlicher Realisierung ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen und betrifft vor allem den Anstieg der Verlustvorträge in den USA sowie in Mexiko.

Im Jahr 2008 wurden Verlustvorträge in Höhe von 40,5 Mio € (Vj. 56,1 Mio €) in Anspruch genommen bzw. sind verfallen. Hieraus ergab sich wie im Vorjahr keine Veränderung des Steueraufwands, da hierfür bereits aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt waren bzw. wertberichtigt waren.

Die Wertminderungen von Beteiligungen beinhalten im Wesentlichen die steuerlich nicht wirksamen Abwertungen der Beteiligungsbuchwerte von zwei At Equity bewerteten Beteiligungen der Division Interior.

Die Steuerminderungen durch staatliche Förderprogramme und befristete Steuerbefreiungen bleiben im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Einem Rückgang aufgrund von auslaufenden Förderprogrammen in Osteuropa stehen insbesondere erhöhte Vergünstigungen in Asien durch die erstmalig ganzjährige Einbeziehung der Siemens VDO Gesellschaften gegenüber.

Der Effekt aus den nicht abzugsfähigen Aufwendungen ist für das Vorjahr vergleichbar dargestellt. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist begründet durch die erstmalig ganzjährige Auswirkung der Siemens VDO Gesellschaften. Weitere wesentliche Positionen sind nicht abziehbare Quellensteuern des deutschen Organkreises sowie steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen aus der gegenüber der Dunlop Oil & Marine Ltd., Großbritannien, verhängten Kartellstrafe. Die Steuern für Vorjahre betreffen in 2008 die Abwicklung von offenen Steuerpositionen aus den Vorjahren.

Die Position Sonstiges beinhaltet hauptsächlich fehlende gewerbesteuerliche Entlastungseffekte von Zinsaufwendungen sowie sonstige lokale Minimumsteuern. Gegenläufig wirkt die Auflösung latenter Steuerverpflichtungen aus nicht ausgeschütteten ausländischen Ergebnissen, da nicht davon auszugehen ist, dass diese kurz- bis mittelfristig der Muttergesellschaft zufließen werden.

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