Umwelt

 

Die Verantwortung für ein Produkt erstreckt sich von der Auswahl der eingesetzten Rohstoffe über die Entwicklung, die Fertigung, die Nutzung bis zur Verwertung des nicht mehr einsetzfähigen Erzeugnisses.

Verantwortung im Produktlebenszyklus
Die Produktverantwortung erstreckt sich über den vollständigen Lebenszyklus eines Erzeugnisses. Angefangen bei den eingesetzten Rohstoffen, über die Entwicklung, die Fertigung, die Nutzung bis zur Verwertung. Dabei teilen sich Hersteller und Kunde die Produktverantwortung. Continental übernimmt die Entwicklung und Herstellung nach bestmöglichen Standards zur Minimierung von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen, während der Kunde für die zweckbestimmte Nutzung des Produkts Sorge trägt.

Beim Einsatz der Rohstoffe achten wir auf die schonende Nutzung natürlicher Ressourcen. In der Fertigung wollen wir eine jährliche Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie eine Senkung der CO2-Emissionen und des Abfallaufkommens um 5 % erreichen.

Die Verantwortung des Kunden beginnt bei der Produktnutzung mit dem Einsatz des Erzeugnisses, seiner Wartung und Pflege zur Ausschöpfung des vollen Leistungspotenzials und zur Erreichung einer möglichst langen Nutzungsphase.

Am Ende der Nutzungsphase steht die Verwertung des nicht mehr einsetzbaren Produkts. Dies kann sowohl durch Nutzung der stofflichen Eigenschaften als auch des Energieinhalts erfolgen. Recycling-Anforderungen an Fahrzeugbauteile Aufgrund der Anforderungen der EU-Altfahrzeugrichtlinie müssen Automobilhersteller die

Recyclingfähigkeit aller Fahrzeugkomponenten nachweisen.
Die Recyclingfähigkeit des Fahrzeugs wird damit zu einer wichtigen Produkteigenschaft, die bereits bei der Entwicklung der Einzelteile und Komponenten berücksichtigt werden muss.

Um die Recyclingfähigkeit der Erzeugnisse in Zusammenarbeit mit dem Kunden zu verbessern, werden für jedes Produkt die relevanten Informationen zusammengestellt, ausgewertet und dem Kunden zur Verfügung gestellt. In der Automotive Group erfolgt dies beispielsweise mit dem sogenannten „Recycling Pass“, der unter anderem Bauteilzeichnungen, Werkstoffdaten und Demontageschritte für die Erzeugnisse enthält. Diese Form der Informationsaufbereitung hat sich als sehr praktikabel herausgestellt und trägt maßgeblich zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit unserer Produkte bei.

Verwertung von Fahrzeugbauteilen
Nicht mehr nutzbare Fahrzeugbauteile fallen bei Reparaturen bzw. Wartungen in Werkstätten oder bei der Zerlegung von Altfahrzeugen an. Bei der Entsorgung als Werkstattabfälle wird Abfall aus Metall, wie Bremsscheiben und -beläge, stofflich verwertet.

In der Altfahrzeugverwertung werden Airbags und schadstoffreiche Bauteile entnommen. Anschließend folgt der Ausbau wieder verwendbarer Teile. Die Räder werden demontiert, Felgen und Reifen werden getrennt entsorgt.

Die Restkarosserie gelangt in den Schredder und wird dort zerkleinert. Die dabei entstehenden Fraktionen gewährleisten eine Verwertungsquote von mehr als 85 % des Fahrzeuggewichts. Dies entspricht der Forderung der EU-Altfahrzeugrichtlinie, die in Zukunft noch weitere Verbesserungen verlangt. Vergleichbare Rahmenbedingungen gibt es in Korea und Japan. In China, Russland und der Türkei sind entsprechende Gesetze in Vorbereitung.

Entsorgung von Altreifen
Mit Ausnahme von Reifen werden Continental-Bauteile für Fahrzeuge – wie beschrieben – weit überwiegend während der Altfahrzeugzerlegung entsorgt. Metallische Bestandteile werden stofflich verwertet, technische Elastomere und Kunststoffe können energetisch verwertet werden. Die Entsorgung dieser Bauteile aus der Automotive Group und der Division ContiTech ist problemlos und findet in Verantwortung der Fahrzeughersteller statt.

Altreifenverwertung in der EU, den USA und Japan in %

Altreifenverwertung in der EU, den USA und Japan in %

Quellen: Japan Automobile Tire Manufacturers Association, Rubber Manufacturers Association, European Tyre and Rubber Manufacturers Association. (Bis Drucklegung dieses Berichts lagen noch keine Daten für 2008 vor.)

Der Entsorgung von Altreifen kommt eine besondere Bedeutung zu, da Altreifen während der Nutzungsphase eines Fahrzeugs mehrfach anfallen: Jedes Jahr ergeben sich in Europa mehr als drei Millionen Tonnen Altreifen, davon allein in Deutschland, als umsatzstärkstem Markt für Reifen, ca. 600.000 Tonnen. Zur Entsorgung dieser Mengen leistet die Zementindustrie einen wesentlichen Beitrag, da im Zementprozess Altreifen aufgrund ihres hohen Energiegehalts eingesetzt werden. Darüber hinaus finden der im Reifen enthaltene Stahl und Silika als Sekundärrohstoffe Verwendung.

Eine weitere Verwertungsmöglichkeit, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die stoffliche Verwertung in Form von zerkleinerten Reifen. In aller Regel werden während des Zerkleinerungsprozesses die Stahl- und Textilbestandteile entfernt und getrennt verwertet. Das reine Gummigranulat kann dann beispielsweise zur Herstellung von Platten zum Bautenschutz (Isolierung, Abdichtung) eingesetzt werden. Als Feingranulat findet es auch als elastisches Einstreumaterial auf Kunstrasen-Sportplätzen Verwendung. Noch feineres Material, wie Gummimehl, kann im Straßenbau z. B. in einer geräuschmindernden Asphaltdeckschicht eingesetzt werden.

Die Reifen-Runderneuerung ist insbesondere bei Lkw-Reifen sehr verbreitet. Geeignete Reifen werden nach vorheriger sorgfältiger Prüfung mit einer neuen Lauffläche versehen. Qualitätsrunderneuerungen bieten in bestimmten Einsatzbereichen eine preiswerte Alternative zu Neureifen, verlängern das Reifenleben und tragen zum Ressourcenschutz bei.

In proaktiver Wahrnehmung der Produktverantwortung ist es der Reifenindustrie gelungen, die Verwertungsquote für Altreifen in Europa (EU27) im Jahr 2007 auf 94 % zu steigern. Vergleichbare Erfolge wurden in Japan und den USA erzielt. In Deutschland wurde bereits 2006 eine Verwertungsquote von 100 % erreicht. So besitzt die Altreifenverwertung hierzulande im Vergleich mit anderen bekannten Abfällen eine herausragende Stellung. Bei Altpapier sind es etwa 90 %, bei Glas 80 %, bei Aluminium 77 % und bei Stahl 76 %.

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