Branchenentwicklung
Die nachfolgenden Angaben über Inflations- und Wachstumsraten des Jahres 2008 geben den Stand der Schätzungen bei Drucklegung dieses Geschäftsberichts wieder.
Als internationaler Automobilzulieferer ist das weltweite Geschäft mit den Herstellern von Pkw für uns das wichtigste Marktsegment. Zusätzlich ist das Segment der weltweiten Erstausrüstung von Nutzfahrzeugen sowie die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen in West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region von besonderer Bedeutung. Als Teil der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Berichtsjahr zeigten diese Marktsegmente einen ganz unterschiedlichen Verlauf.
Automobilproduktion
Maßgeblich für unseren Geschäftsumfang in der Erstausrüstung von Fahrzeugen des Light-Vehicle-Segments (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) ist das weltweit produzierte Fahrzeugvolumen, insbesondere in den Regionen Europa und Nordamerika, wo Continental 86 % des Umsatzes erwirtschaftet. Mit ca. 67 Mio produzierten Fahrzeugen ergab sich für 2008 ein Rückgang in Höhe von mehr als 4 % gegenüber 2007. Das ist die deutlichste Verringerung der weltweiten Automobilproduktion seit 2001, als das produzierte Fahrzeugvolumen um 3,4 % sank.
Während das Fahrzeugvolumen im ersten Halbjahr trotz der Preisexplosion auf den Rohstoffmärkten weltweit noch um 2,2 % zunahm, sank die Zahl der produzierten Fahrzeuge im zweiten Halbjahr um fast 4 Mio Einheiten. Die Ursache für diese dramatische Entwicklung ist in den Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auf die Realwirtschaft zu sehen, die den Automobilsektor bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt massiv getroffen hat. Mehr als 90 % des Rückgangs im Jahr 2008 entfielen dabei allein auf das vierte Quartal, in dem alle wichtigen Absatzmärkte der Welt hohe zweistellige Absatzrückgänge aufwiesen, was zu noch nie gesehenen Kürzungen auf der Produktionsseite führte. Manche Hersteller stoppten die Fahrzeugproduktion im Dezember 2008 sogar vollständig. Eine Entwicklung, die auch noch in den Jahresanfang 2009 hineinwirkt. Durch die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte wurden alle zu Jahresbeginn 2008 aufgestellten Prognosen hinfällig.
Insbesondere die NAFTA-Region zeigte bereits vor dem Beginn der Bankenkrise eine deutlich negative Entwicklung bei den Neuzulassungen, die einerseits durch den rasanten Anstieg der Preise an den Rohstoffmärkten und andererseits durch den deutlichen Preisverfall der US-Immobilien mit verursacht war. Insbesondere die Nachfrage im Light-Truck-Segment (Pick-Up, Geländewagen und Minivan) wurde durch den rasanten Anstieg des Ölpreises und die Ankündigung der Verschärfung der Emissionsregeln (CAFE Rules) deutlich negativ beeinflusst. Die Produktion im Light-Vehicle-Segment fiel folglich bereits im ersten Halbjahr, im Wesentlichen wegen der schwachen Nachfrage nach Fahrzeugmodellen der sogenannten großen drei Hersteller (Big Three) General Motors, Ford und Chrysler, um mehr als 900.000 Fahrzeuge (-11,8 %). Dies konnte durch die robuste Entwicklung der Nachfrage auf den übrigen Fahrzeugmärkten noch überkompensiert werden. Weltweit stieg die Produktion im angesprochenen Segment im ersten Halbjahr um fast 800.000 Fahrzeuge. Fast 50 % dieses Zuwachses entfiel auf die für Continental ebenso wichtige Absatzregion Europa. Aber auch die sogenannten Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien und China) zeigten im ersten Halbjahr noch hohe zweistellige Zuwachsraten.
Im zweiten Halbjahr drehte sich die Entwicklung vollständig: Die Finanzmarktkrise fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers und erreichte in einer nicht erwarteten Schnelligkeit und Heftigkeit die Wirtschaftsräume in Europa, Asien und den Rest der Welt. Die ohnehin sehr angespannte Situation in Nordamerika verschlechterte sich noch einmal drastisch. Die Zahl der Neuzulassungen fiel in vielen Regionen Europas unter das Rezessionstief der frühen 90er-Jahre. In den USA sanken die Neuzulassungen im zweiten Halbjahr um fast 30 % und erreichten das Niveau der frühen 80er-Jahre. Folglich fiel die Fahrzeugproduktion auf 12,7 Mio Einheiten, wobei der Rückgang im zweiten Halbjahr bei ca. 20 % lag. Auf Jahressicht gerechnet bedeutet dies ein Minus von 16 %.
Aufgrund der guten Entwicklung des ersten Halbjahres fiel der Rückgang in Europa mit minus 5 % vergleichsweise gering aus. Auf das zweite Halbjahr bezogen zeigte sich hingegen auch hier ein Einbruch auf der Produktionsseite von 14 %. Während in Westeuropa absolut gesehen fast 1,4 Mio Fahrzeuge weniger produziert wurden als im Vorjahr, stieg die Produktion in Osteuropa um fast 400.000 Einheiten auf 6,4 Mio Stück.
In der Region Asien (ohne Japan) wird mittlerweile jedes vierte Fahrzeug gefertigt, während aus der NAFTA-Region nur noch jedes fünfte Fahrzeug stammt. In Europa werden weiterhin mehr als 30 % aller weltweit hergestellten Fahrzeuge produziert, wobei sich das Gewicht 2008 noch einmal zugunsten Osteuropas verschoben hat: Mittlerweile werden dort 30 % der in Europa produzierten Fahrzeuge hergestellt. 2005 waren es lediglich 20 %.
| Produktion Pkw, Kombifahrzeuge, leichte Nutzfahrzeuge (< 6 t)** in Mio Stück | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2008* | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | |
| Westeuropa | 14,7 | 16,2 | 15,9 | 16,1 | 16,4 |
| Osteuropa | 6,4 | 6,0 | 4,9 | 4,2 | 3,9 |
| NAFTA-Region | 12,7 | 15,0 | 15,3 | 15,7 | 15,7 |
| Südamerika | 3,8 | 3,6 | 3,0 | 2,8 | 2,5 |
| Asien | 28,1 | 27,7 | 25,6 | 23,2 | 21,5 |
| Afrika und Mittlerer Osten | 1,6 | 1,7 | 1,6 | 1,4 | 1,3 |
| Gesamt | 67,3 | 70,2 | 66,3 | 63,4 | 61,3 |
| Quelle: Global Insight *vorläufige Schätzung **Light Vehicles. | |||||
Nutzfahrzeugproduktion
Der Verlauf der Nutzfahrzeugproduktion in Westeuropa glich insbesondere im zweiten Halbjahr der Fertigung im Light-Vehicle-Segment in dieser Region. Allerdings waren sowohl der Anstieg in Westeuropa im ersten Halbjahr als auch der folgende Einbruch aufgrund der unmittelbaren Abhängigkeit von der Wirtschaftstätigkeit noch drastischer. Die Produktion in Westeuropa stieg im Gesamtjahr um 5,2 % auf 559.345 Einheiten. Verantwortlich hierfür war die hohe Nutzfahrzeugproduktion im ersten Halbjahr, die zweistellig zulegte, während im weiteren Jahresverlauf die Produktion im hohen zweistelligen Bereich zurückgefahren wurde.
Die Entwicklung in den USA blieb hingegen im gesamten Zeitraum hinter den Erwartungen zurück: Im ersten Quartal war der Rückgang der „Class 5-7“ (bis 15 t) und „8 Trucks“ (über 15 t) in den USA noch von den Auslaufeffekten der vorgezogenen Käufe aufgrund der im Jahr 2007 geänderten Umweltbestimmungen zurückzuführen. Die Deutlichkeit (-30 %) war das erste negative Signal über die Lage der US-Wirtschaft. Der erhoffte Aufschwung aufgrund der in den folgenden Quartalen niedrigen Basiszahlen blieb wegen der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung aus. Das Produktionsvolumen sank um 13 %. Insbesondere betroffen war das Segment der Nutzfahrzeuge bis 15 t Gesamtgewicht, das um 24 % einbrach. Bereits das Vorjahr wies einen Rückgang um 25 % auf, womit das Volumen dieser Fahrzeugklasse um 117.000 Einheiten auf 157.000 Einheiten in nur zwei Jahren sank. Alles in allem hat sich der US-Nutzfahrzeugmarkt in zwei Jahren um 45 % zurückentwickelt.
Dennoch blieb das Produktionsvolumen von Nutzfahrzeugen im Berichtsjahr insgesamt knapp über dem Vorjahreswert. Mit weltweit 2,7 Mio produzierten Einheiten wurde eine Steigerung in Höhe von 1,5 % erreicht. Erzielt wurde dieser Zuwachs nur durch die positive Entwicklung auf den übrigen Absatzmärkten. Das höchste Wachstum verzeichnete Südamerika mit einem Plus von 19,8 % auf 194.759 Einheiten, das sich damit seit 2006 fast verdoppelt hat. Die Nutzfahrzeugproduktion in Osteuropa übertraf mit 206.068 Einheiten das Vorjahresniveau. Auch in Asien stieg das Produktionsvolumen von Nutzfahrzeugen auf über 1,3 Mio Einheiten und steht für mehr als 50 % aller in der Welt produzierten Nutzfahrzeuge. Der Zuwachs in den übrigen Regionen ist ausschließlich auf die sehr gute Entwicklung bis etwa August 2008 zurückzuführen. Wie auch im Light-Vehicle-Segment verringerte sich die Produktion insbesondere im vierten Quartal auch in diesen Regionen zweistellig.
| Produktion Nutzfahrzeuge (> 6 t) ** in Tsd Stück | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2008* | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | |
| Westeuropa | 559 | 532 | 480 | 460 | 430 |
| Osteuropa | 206 | 188 | 140 | 130 | 120 |
| NAFTA-Region | 366 | 421 | 650 | 590 | 490 |
| Südamerika | 195 | 163 | 100 | 110 | 100 |
| Asien | 1.362 | 1.346 | 970 | 950 | 990 |
| Gesamt | 2.689 | 2.649 | 2.340 | 2.240 | 2.130 |
| Quelle: Global Insight *vorläufige Schätzung **Heavy Vehicles. | |||||
Ersatzgeschäft Pkw-Reifen
Von großer Bedeutung für das Ersatzgeschäft mit Pkw-Reifen sind für uns vor allem die Märkte in West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region. Beide Märkte verzeichneten gegenüber dem Vorjahr keine Zuwächse. Allerdings fiel das Minus insbesondere in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der geringeren Schwankungsanfälligkeit (Zyklizität) des Sektors nicht so hoch aus, wie im Light-Vehicle-Segment. Die Verlaufsmuster in den Regionen ähnelten sich hingegen stark.
Die Anzahl der verkauften Pkw-Reifen fiel in West- und Zentraleuropa auf 275,5 Mio Einheiten. Dies entspricht einem Rückgang um etwa 5 % gegenüber 2007. Während die Konsumenten insbesondere im ersten Halbjahr 2008 mit einer Verringerung der Fahrleistung auf den hohen Ölpreis reagierten, wurden im zweiten Halbjahr Neureifenkäufe im Wesentlichen als Reaktion auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung hinten angestellt. Zudem sahen sich die Verbraucher insbesondere im zweiten Halbjahr gestiegenen Reifenpreisen gegenüber, da die Reifenhersteller versuchten, die rasant gestiegenen Rohstoffkosten durch eine Steigerung der Reifenpreise zu kompensieren. In der NAFTA-Region fiel der Rückgang mit ca. 5 % genauso hoch aus wie in Europa. Die vom Department of Transportation (DOT) veröffentlichten Daten zeigen einen deutlichen Rückgang der Fahrleistung (miles driven) im ersten Halbjahr 2008, der bei ca. 5 % lag. Erst mit dem rapiden Verfall der Rohstoffpreise, der erst in der zweiten Jahreshälfte einsetzte, stabilisierte sich der Indikator auf niedrigem Niveau und auf Jahressicht sank die Fahrleistung der Fahrzeughalter um 3,7 %. Insbesondere auf dem US-Markt wirkte der Rückgang der Wirtschaftsleistung deutlich stärker als die gesunkenen Benzinpreise auf das Verbraucherverhalten. Ab September fielen die Verkaufsvolumina im hohen zweistelligen Prozentbereich. Mit dieser Entwicklung wurden unsere Absatzprognosen deutlich verfehlt.
| Absatz im Ersatzgeschäft Pkw-Reifen (inkl. Reifen für leichte Nutzfahrzeuge und allradgetriebene Fahrzeuge) |
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|---|---|---|---|---|---|
| Mio Stück | 2008* | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 |
| West- und Zentraleuropa | 275,5 | 288,7 | 287,1 | 273,8 | 265,6 |
| NAFTA-Region | 262,9 | 275,9 | 264,9 | 274,0 | 269,6 |
| Asien | 212,9 | 205,6 | 196,9 | 184,6 | 172,1 |
| Quelle: LMC World Tyre Forecast Service, 2008 * vorläufige Schätzung. | |||||
Ersatzgeschäft Lkw-Reifen
Das Volumen in den Märkten der Regionen West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region ist auch für unser Ersatzgeschäft mit Lkw-Reifen von besonders großer Bedeutung. 2008 sank das Marktvolumen in West- und Zentraleuropa um 6,8 % auf 19,2 Mio Einheiten. In der NAFTA-Region verringerte sich die Zahl der verkauften Lkw-Reifen um 7,4 % auf 19,1 Mio Stück. Erwartet hatten wir ein leicht steigendes Marktvolumen.
| Absatz im Ersatzgeschäft Lkw-Reifen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in Mio Stück | 2008* | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 |
| West- und Zentraleuropa | 19,2 | 20,6 | 19,9 | 19,3 | 19,2 |
| NAFTA-Region | 19,1 | 20,6 | 20,9 | 21,5 | 20,5 |
| Asien | 60,4 | 57,9 | 52,8 | 49,9 | 46,5 |
| Quelle: LMC World Tyre Forecast Service, 2008 * vorläufige Schätzung. | |||||
Rohstoffmärkte
Wichtige Rohstoffe für unsere Fertigung sind unter anderem Metalle wie Kupfer, Stahl, Nickel und Aluminium. Außerdem werden ölbasierte Rohstoffe und Naturkautschuk in der Reifenherstellung verwendet. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten war auch 2008 von hoher Volatilität gekennzeichnet. Nachdem die Preise für ölbasierte Rohstoffe und Metalle in der ersten Jahreshälfte 2008 stark anstiegen und dabei neue Rekordwerte markierten, kam es vor dem Hintergrund der verschlechterten Konjunkturaussichten zu deutlichen Preisrückgängen.
Die Preise für Nickel sind bereits seit Anfang 2007 rückläufig. Diese Entwicklung setzte sich auch im Berichtsjahr weiter fort. So lag der Durchschnittspreis bei 21,30 US-Dollar pro kg, ca. 41 % unter dem Durchschnittspreis von 2007. Die Preise für Aluminium, Kupfer und Stahl stiegen im ersten Halbjahr 2008 zunächst auf neue Rekordstände, fielen allerdings im weiteren Jahresverlauf im Zuge der Befürchtungen um eine globale Rezession deutlich. Während die Durchschnittspreise für Aluminium und Kupfer im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,5 % bzw. 3,3 % sanken, lag der Durchschnittspreis im Besonderen für wärmebehandelten Stahl ca. 65 % über dem Durchschnittspreis von 2007. Aufgrund der signifikanten Preisrückgänge im zweiten Halbjahr notierten am 31. Dezember 2008 die Preise aller von uns verwendeten Metallarten unterhalb des Durchschnittspreisniveaus von 2005.
Ein weiterer Grundstoff für unsere Produktionsmaterialien sind Metalle, die wir nur in einer höher veredelten Form zukaufen, beispielsweise Dreh-, Stanz- und Ziehteile. So hatte der deutlich höhere Durchschnittspreis für Stahl im Jahr 2008 aufgrund der guten Versorgungssituation unserer Vorlieferanten keinen signifikant negativen Einfluss auf unseren Geschäftsverlauf.
Naturkautschuk ist für den Continental-Konzern – vor allem für die Reifen-Divisionen – ein sehr wichtiger Einzelrohstoff und wird an den Warenbörsen in Singapur und Tokio gehandelt. Continental kauft verschiedene Naturkautschuktypen überwiegend in Thailand, Malaysia und Indonesien. Die Preisentwicklung verläuft tendenziell gleich.
Seit dem zweiten Halbjahr 2007 zog der Preis für Naturkautschuk weiter an und erreichte seinen Höhepunkt Anfang Juli 2008 bei 3.388,6 US-Dollar je Tonne. Danach kam es bis zum Ende des Berichtszeitraums zu einem signifikanten Preisverfall. Am 29. Dezember 2008 wurde beispielsweise der Naturkautschuktyp TSR 20 an der Singapurer Börse SICOM mit 1.378,3 US-Dollar je Tonne notiert. Dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Höchstpreis im Juli um fast 60 %. Damit wurde außerdem ein Preisniveau eingestellt, das ca. 32 % unterhalb des Durchschnittskurses von 2006 lag. Eine Tonne Naturkautschuk (TSR 20) kostete im Jahr 2008 durchschnittlich 2.653,8 US-Dollar. Das ist ein Anstieg um rund 21 % im Vergleich zu 2.199,0 US-Dollar im Vorjahr.
Neben Naturkautschuk, als direkt eingesetztem Rohmaterial, ist Rohöl der wichtigste Ausgangsgrundstoff vieler Produktionsmaterialen wie Synthesekautschuk, Ruß und Chemikalien. Zwischen dem Rohöl und den von Continental beschafften Materialien liegen teilweise mehrstufige Produktionsprozesse bei Vorlieferanten. Der Rohölmarkt haussierte seit 2004 und markierte am 3. Juli 2008 mit einem Preis für die Nordseesorte Brent von 145,7 US-Dollar je Barrel seinen neuen Höhepunkt. Im Zuge der mit der Finanzkrise einhergehenden Befürchtungen über eine weltweite Rezession kam es auch zu einem starken Preisverfall am Rohölmarkt, der sich mit der Gewissheit über die rückläufige wirtschaftliche Entwicklung noch beschleunigte. Per 31. Dezember 2008 notierte der Preis für Brent bei 41,8 US-Dollar je Barrel. Damit fiel der Preis auf ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2004 erreicht wurde. Durchschnittlich stieg der Preis für Rohöl im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 36 %.
Leicht kompensiert wurde der Anstieg aller in US-Dollar abgerechneten Rohstoffe durch den Anstieg des Euro um durchschnittlich rund 8 % im Berichtsjahr.
Insgesamt ergab sich vor allem aus der Preisentwicklung für Natur- und Synthesekautschuk eine Belastung für unser Ergebnis 2008 von rund 325 Mio €, die nicht vollständig über Preiserhöhungen und Mixverbesserungen kompensiert werden konnte.

