Entwicklung der Divisionen

ContiTech

Umsatzrückgang um 1,9 % - Rückgang des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 0,4 % - Rückgang des bereinigten EBIT um 8,3 %

Umsatzrückgang um 1,9 %; Rückgang des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 0,4 %
Die Division ContiTech verzeichnete einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 % auf 3.007,0 Mio € (Vj. 3.063,9 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen ergibt sich ein Rückgang um 0,4 %.

Der Geschäftsbereich Conveyor Belt Group konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 % steigern, der Geschäftsbereich Elastomer Coatings um 0,7 %. Alle anderen Geschäftsbereiche verzeichneten Umsatzrückgänge.

Rückgang des EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA um 9,5 %
Das EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA der Division ContiTech reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 34,8 Mio € bzw. 9,5 % auf 331,9 Mio € (Vj. 366,7 Mio €) und entspricht 11,0 % (Vj. 12,0 %) vom Umsatz.

Ergebnisrückgang um 9,3 %; Rückgang des bereinigten EBIT um 8,3 %
Die Division ContiTech verzeichnete einen Rückgang des operativen Ergebnis (EBIT) um 9,3 % auf 329,1 Mio € (Vj. 362,8 Mio €) und der Umsatzrendite auf 10,9 % (Vj. 11,8 %). Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte ergibt sich ein Rückgang des bereinigten EBIT um 29,6 Mio € bzw. 8,3 % auf 327,8 Mio € (Vj. 357,4 Mio €). Die bereinigte Umsatzrendite beträgt 11,1 % (Vj. 11,8 %).

Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 29,8 % (Vj. 32,2 %).

Der Anstieg der Rohstoffpreise belastete die Division ContiTech im Jahr 2008 mit rund 26 Mio € im Vergleich zu den durchschnittlichen Preisen des Jahres 2007.

Sondereffekte 2008
In der Division ContiTech ergab sich aus verschiedenen kleineren Restrukturierungsmaßnahmen und nicht mehr benötigten Rückstellungen, im Wesentlichen für Roulunds, Dänemark, und ContiTech Schlauch, Northeim, Deutschland, insgesamt ein positiver EBIT-Effekt in Höhe von 0,9 Mio €.

Aus der Veräußerung des Möbelfolien-Geschäfts des Geschäftsbereichs Benecke-Kaliko entstand ein Ertrag in Höhe von 4,7 Mio €. In diesem Zusammenhang konnten nicht benötigte Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 2,4 Mio € aufgelöst werden.

Die Veräußerung der Phoenix Dichtungstechnik GmbH brachte einen Ertrag in Höhe von 24,3 Mio €.

Ende 2004 wurde die italienische Gesellschaft ContiTech Ages verkauft. Im Zusammenhang mit ausstehenden Forderungen fielen Aufwendungen in Höhe von 3,3 Mio € im Wesentlichen aufgrund der Insolvenz der Gesellschaft an.

Im Jahr 2007 haben die Kartellbehörden der Europäischen Union, der USA, Großbritanniens, Australiens, Brasiliens, Japans und Koreas Ermittlungen wegen angeblich kartellrechtswidrigen Verhaltens, insbesondere Preisabsprachen von Mitarbeitern der Dunlop Oil & Marine Ltd., Großbritannien, einer Gesellschaft der ContiTech AG, im Bereich sogenannter Off-shore-Schläuche eingeleitet. Im Jahr 2008 und zuletzt am 28. Januar 2009 kam es zu Entscheidungen einzelner Behörden und anderen Ereignissen, die zu Aufwendungen in Höhe von 29,0 Mio € führten.

In der Division ergab sich ein positiver Saldo aus einem Impairment und einer Zuschreibung in Höhe von 0,4 Mio €.

Für das Jahr 2008 beträgt die Entlastung durch Sondereffekte für die Division ContiTech insgesamt 0,4 Mio €.

ContiTech in Mio €
  2008 2007 Δ in %
Umsatz 3.007,0 3.063,9 −1,9
EBITDA 430,1 466,4 −7,8
in % vom Umsatz 14,3 15,2  
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA 331,9 366,7 −9,5
in % vom Umsatz 11,0 12,0  
EBIT 329,1 362,8 −9,3
in % vom Umsatz 10,9 11,8  
Forschungs- und Entwicklungskosten 59,1 56,8 4,0
in % vom Umsatz 2,0 1,9  
Abschreibungen1 101,0 103,6 −2,5
Operative Aktiva (zum 31.12.)2 1.064,7 1.066,4 −0,2
EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.)2 30,9 34,0  
Operative Aktiva (Durchschnitt)2 1.105,2 1.126,6 −1,9
EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt)2 29,8 32,2  
Investitionen3 110,8 99,8 11,0
in % vom Umsatz 3,7 3,3  
Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 21.680 23.871 −9,2
 
Umsatz bereinigt5 2.966,3 3.032,6 −2,2
EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus PPA bereinigt6 330,6 361,3 −8,5
in % vom Umsatz 11,1 11,9  
EBIT bereinigt6 327,8 357,4 −8,3
in % vom Umsatz 11,1 11,8  

Sondereffekte 2007
Aus der Erstkonsolidierung der Matador-Gruppe ergab sich im Jahr 2007 für die Division ContiTech anteilig ein Ertrag aus dem negativen Unterschiedsbetrag in Höhe von 1,2 Mio €.

In der Division ContiTech entstanden 2007, unter anderem für Roulunds, Dänemark, Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,9 Mio €.

Aus der Veräußerung des Möbelfolien-Geschäfts des Geschäftsbereichs Benecke-Kaliko entstand ein Ertrag in Höhe von 8,2 Mio €. In diesem Zusammenhang fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 4,7 Mio € an.

Für das Jahr 2007 ergab sich eine Entlastung durch Sondereffekte für die Division ContiTech von insgesamt 1,8 Mio €.

Beschaffung
Im Vergleich zu den Reifen-Divisionen weisen die einzelnen Geschäftsbereiche der Division Conti Tech ein deutlich diversifizierteres Materialportfolio auf. Die starken Preisanstiege für Rohstoffe bis zum dritten Quartal hatten allerdings analog zu den Reifen-Divisionen auch bei ContiTech einen negativen Einfluss auf das Ergebnis.

Forschung und Entwicklung
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Mio € auf 59,1 Mio € (Vj. 56,8 Mio €) und beträgt 2,0 % vom Umsatz (Vj. 1,9 %).

Abschreibungen
Die Abschreibungen reduzierten sich gegenüber dem Jahr 2007 um 2,6 Mio € auf 101,0 Mio € (Vj. 103,6 Mio €) und betragen 3,4 % vom Umsatz (Vj. 3,4 %). Darin enthalten waren im Jahr 2008 Zuschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von insgesamt 0,4 Mio € (Vj. 0,3 Mio €).

Operative Aktiva
In der Division ContiTech blieben die operativen Aktiva im Berichtsjahr mit 1.064,7 Mio € (Vj. 1.066,4 Mio €) nahezu unverändert.

Der Verkauf der Phoenix Dichtungstechnik führte zu einem Abgang von operativen Aktiva in Höhe von 20,2 Mio €. Die Verkaufsabsicht wurde im Jahresabschluss 2007 bereits durch Umgliederung der originären operativen Aktiva in die Positionen „Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte“ bzw. „Zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten“ in Höhe von netto 15,5 Mio € berücksichtigt.

Die langfristigen Vermögenswerte liegen mit 669,2 Mio € nahezu auf Vorjahresniveau (Vj. 679,9 Mio €).

Das Working Capital reduzierte sich gegenüber dem Jahresende 2007 um 26,4 Mio € auf 503,9 Mio € (Vj. 530,3 Mio €). Die Vorratsbestände erhöhten sich um 14,3 Mio € auf 347,7 Mio € (Vj. 333,4 Mio €). Ohne Währungskurseffekte wäre der Anstieg um 10,3 Mio € höher ausgefallen. Die operativen Forderungen verringerten sich um 61,1 Mio € auf 402,3 Mio € (Vj. 463,4 Mio €), davon resultierten 15,5 Mio € aus Währungskurseffekten. Die operativen Verbindlichkeiten reduzierten sich um 20,4 Mio € auf 246,1 Mio € (Vj. 266,5 Mio €). Aus Währungseffekten resultierte ein Rückgang um 7,7 Mio €. Konsolidierungskreiseffekte waren nicht wesentlich.

Investitionen
Der Bilanzzugang der Division ContiTech erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,0 Mio € auf 110,8 Mio € (Vj. 99,8 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 3,7 % (Vj. 3,3 %).

Neben Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen in Deutschland lagen die Investitionsschwerpunkte auf dem Ausbau der Fertigungskapazitäten an den europäischen Niedrigkostenstandorten in Ungarn und Rumänien sowie in Mexiko, Brasilien und China.

Mitarbeiter
Die Mitarbeiterzahl der Division ContiTech sank gegenüber dem Vorjahr um 2.191 Personen auf 21.680 (Vj. 23.871). Auftragsrückgänge veranlassten uns zu Personalreduzierungen insbesondere in den Bereichen Fluid Technology (1.144), Power Transmission Group (455) und Air Spring Systems (205). Außerdem verringerte sich die Beschäftigtenzahl aufgrund des Verkaufs der Phoenix Dichtungstechnik um 248 Personen.

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EBIT. Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (Earnings Before Interest and Taxes). Wir verstehen EBIT als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, korrigiert um den Zinssaldo. Seit 2002 entspricht durch den Wegfall von planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill das EBITA dem EBIT.

Asset-Backed-Securitization-Programm. Im Rahmen dieser Programme werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen pro Land zusammengefasst und jeweils als Pool an Finanzierungsgesellschaften verkauft, die sich durch Ausgabe von Commercial Papers am Kapitalmarkt refinanzieren.

Ausschüttungsquote. Die Ausschüttungsquote ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende für das Geschäftsjahr zum Ergebnis pro Aktie.

Continental Value Contribution (CVC). stellt den absoluten Wertbeitrag sowie Delta CVC die Veränderung des absoluten Wertbeitrags im Vergleich zum Vorjahr dar. Um den Wertbeitrag zu messen, wird vom RoCE die erforderliche Mindestverzinsung subtrahiert. Diese Mindestverzinsung wird von dem für den Continental-Konzern errechneten durchschnittlichen, gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Zur Berechnung des CVC wird der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkotensatz vom RoCE subtrahiert und mit den operativen Aktiva zum Stichtag multipliziert. Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen wir, inwieweit Managementeinheiten Wert schaffend wachsen oder Ressourcen effizienter einzusetzen sind.

Defined Benefit Obligation (DBO). Barwert aller verfallbaren und unverfallbaren erdienten Ansprüche auf der Basis des geschätzten Gehaltsniveaus zum Zeitpunkt der Pensionierung. Das einzige versicherungsmathematische Verfahren, nach dem die DBO ermittelt werden darf, ist das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Die DBO entspricht der PBO (Projected Benefit Obligation).

Derivative Finanzinstrumente. Hierbei handelt es sich um Geschäfte, mit denen Zins- und/oder Währungsrisiken gesteuert werden.

EBITA. EBIT vor planmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill.

Finanzierungsleasing. Beim Finanzierungsleasing überträgt der Leasinggeber das Investitionsrisiko auf den Leasingnehmer. Der Leasinggeber trägt somit nur das Kreditrisiko und eventuell vereinbarte Dienstleistungen. Der Leasingnehmer ist wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögensgegenstandes. Kennzeichen solcher Verträge ist eine feste Grundmietzeit, innerhalb derer eine Kündigung durch den Leasingnehmer ausgeschlossen ist.

Gearing Ratio. Die Nettofinanzschulden dividiert durch das Eigenkapital ergeben die Gearing Ratio.

Hedgegeschäft. Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen durch Abschluss eines gegenläufigen Sicherungsgeschäftes, gewöhnlich in der Form eines Termingeschäftes.

IAS. International Accounting Standards. Die früheren, zum Teil noch gültigen Bilanzrichtlinien, herausgegeben vom IASB.

IFRIC. International Financial Reporting Interpretations Committee. Ausschuss zur Bestimmung von Anwendungssachverhalten im Rahmen bestehender IFRS bzw. IAS.

IFRS. International Financial Reporting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien des IASB.

Netto-Finanzschulden. Die Netto-Finanzschulden ergeben sich aus dem Saldo der zinspflichtigen bilanzierten Verbindlichkeiten und der vorhandenen liquiden Mittel sowie den Marktwerten der derivativen Finanzinstrumente.

Operative Aktiva. Als operative Aktiva gelten die Aktiva der Bilanz, ohne Berücksichtigung der flüssigen Mittel sowie der kurz- und langfristigen Derivate, aktiven latenten Steuern und Ertragsteuerforderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten, zuzüglich der diskontierten Wechsel aus Lieferungen und Leistungen, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Operating Leasing. Eine Form des Leasing, die der Miete weitgehend ähnlich ist. Die bilanzielle Zurechnung und Aktivierung des Leasingobjekts erfolgt beim Leasinggeber.

Rating. Standardisierte Kennziffer auf den internationalen Finanzmärkten zur Beurteilung und Einstufung der Bonität eines Schuldners. Die Einstufung resultiert aus der wirtschaftlichen Analyse des Schuldners durch spezialisierte Ratingunternehmen.

ROCE. Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return On Capital Employed). Wir definieren ROCE als das Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichen operativen Aktiva des Geschäftsjahres.

SIC. Standing Interpretation Committee (Vorgänger des International Financial Reporting Interpretations Committee, IFRIC).

US GAAP. United States Generally Accepted Accounting Principles (US-amerikanische Rechnungslegung). Diese Regelungen werden in verbindliche und richtungsvorgebende Regelungen zur Rechnungslegung eingeteilt.

Währungsswap (Currency Swap). Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen. Wird oft bei der Emission von Anleihen eingesetzt, bei denen die Emissionswährung nicht der Landeswährung des Emittenten entspricht.

FAS. Statements of Financial Accounting Standards. Die herausgegebenen Bilanzrichtlinien oder Ergänzungen des FASB.

FASB. Financial Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von Bilanzrichtlinien für US GAAP.

Zinsswap. Ein Zinsswap ist der Austausch von Zinszahlungen zwischen zwei Partnern. Dadurch können z. B. variable Zinsen in feste getauscht werden oder umgekehrt.

EBITDA. Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization). EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, d. h. sowohl auf Anlagen und Maschinen als auch auf Firmenwerte übernommener Unternehmen.

IASB. International Accounting Standards Board. Ausschuss zur Festlegung von internationalen Bilanzrichtlinien.

PPA. Purchase Price Allocation (Kaufpreisallokation). Aufteilung des Kaufpreises im Rahmen eines Unternehmenserwerbs auf die identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Nachträgliche Eröffnungsbilanzanpassungen – resultierend aus Unterschieden zwischen vorläufigen und finalen Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt – werden als „PPA Anpassung“ berücksichtigt.

Weighted Average Cost of Capital (WACC). Der durchschnittliche, gewichtete Kapitalkostensatz, bestehend aus der anteiligen Verzinsung des Fremd- sowie Eigenkapitals.

Zinscap. Ein Zinscap regelt eine Zinsobergrenze für variable Zinsen im Zusammenhang mit einem nominalen Verschuldungsbetrag. Insofern die variablen Zinssätze diese Obergrenze übersteigen, erhält der Inhaber des Zinscap einen Ertrag in Höhe des Differenzbetrags zur Obergrenze als Kompensation. Als Gegenleistung wird eine Prämie für diesen Zinscap bezahlt.